Helmensteinerstraße bekommt einen Gehweg

Ausbau kommt

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Ein Blick auf die Helmensteinerstraße auf Höhe Kreuzung Moos. Man erkennt die Engstelle und die unterschiedlichen Beläge.

Lechbruck – Mit 11:4 Stimmen hat der Gemeinderat den Ausbau der Helmensteinerstraße mit einem Gehweg beschlossen. Die Anwohner hatten sich zu 95 Prozent gegen den Bau eines Bürgersteiges ausgesprochen. Der Baubeginn soll noch im Herbst sein.

Wer die Helmensteinerstraße kennt, weiß, dass sie dringend saniert und erneuert werden muss. Schlaglöcher, Absätze in der Fahrbahn, unterschiedlicher Belag und Engstellen machen die Straße, die nach Süden Richtung Roßhaupten führt, nur für Anlieger frei ist und in der neben einer Tonnagebegrenzung auch Tempo 30 gilt, zu einer Herausforderung. Deshalb hat der Gemeinderat den Ausbau der Straße bereits seit einiger Zeit auf der Agenda.

Vor gut einer Woche nun gab es eine Anliegerversammlung, bei der die Pläne vorgestellt wurden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand nun der Beschluss zum Ausbau auf der Tagesordnung. Allerdings ging es dabei nur noch um die Frage, ob mit oder ohne Bürgersteig. Nach Ansicht der Bürger geht es aber auch ohne Gehsteig. Denn immerhin müssen sie fast zwei Drittel der Kosten für den Gehsteig tragen – neben den Kosten für den weiteren Ausbau wie Schmutz- und Regenwasserkanal, der Wasserversorgung, Strom und Gas.

Daher lag den Gemeinderäten eine Unterschriftenliste vor, auf der 20 Anlieger unterzeichnet und 19 von ihnen deutlich gemacht haben, wie sie sich den Ausbau der Helmensteinerstraße wünschen. Zwei Varianten Nachdem die Gemeinderäte in großen Teilen nicht über die Anrainerversammlung informiert gewesen und infolgedessen nicht anwesend waren, rekapitulierte ein Vertreter des Planungsbüros Wipflerplan nochmals die Details.

Man habe, so der Planer, im vorderen Teil der Straße bis etwa auf Höhe Kreuzung „Moos“, gut 6,70 Meter Platz und könnte bis hierhin eine fünfeinhalb Meter breite Straße bauen. Nach der Verengung müsste man, ohne weitere Baumaßnahmen, die Straße mit 4,50 Meter Breite bis zum Ortsschild weiterführen. Diese Variante würde rund 460.000 Euro kosten.

Das AÜW ist involviert

Die zweite Variante würde im vorderen Teil gleich ausgebaut, allerdings käme dazu noch ein zwischen 1,2 und 1,8 Meter breiter Gehsteig hinzu – je nach Platz zwischen den Gebäuden. Nach der Kurve an der Einmündung „Moos“ würde die Straße dann weiter mit 5,5 Meter Breite ausgeführt, dazu kommt dann ein knapp zwei Meter breiter Gehsteig. Dazu muss die Gemeinde Grund vom Allgäuer Überlandwerk (AÜW) erwerben, Anrainer und Grundbesitzer auf der östlichen Seite der Straße. Das AÜW würde gerne, so Bürgermeister Helmut Angl, die Stromleitungen unter dem Gehweg verlegen.

Diese Ausbauvariante würde etwa 540.000 Euro kosten, dazu kommen noch die Kosten für den Gehweg in Höhe von rund 120.000 Euro sowie für den Grunderwerb. Jeweils etwa 200.000 Euro für den Regenwasser- und Schmutzwasserkanal sowie 150.000 Euro für die Wasserversorgung und die Sparten Telekom, Strom und Breitband runden die Kostenaufstellung ab.

Neue Wohnungen?

Angl wies darauf hin, dass eine solche Straße nicht für drei oder fünf Jahre, sondern für 30 Jahre angelegt werde. Deshalb müsse das Thema diskutiert werden. Außerdem könnten entlang der Helmensteinerstraße neue Wohnungen gebaut werden. Während der Anliegerversammlung war auch davon die Rede gewesen, dass man eine Gasleitung in die Straße einbringen möchte. Die Meinungen der Gemeinderäte waren durchaus unterschiedlich. So wurde hinterfragt, ob es dort tatsächlich so viele Fußgänger gebe, dass es einen Fußweg brauche.

Man müsse aber auch sehen, dass mehr und mehr junge Familien und damit auch Kinder hierher ziehen werden. Außerdem stelle ein Bürgersteig eine finanzielle Aufwertung für die Grundstücke und Gebäude dar. Die Kommune baue für die Zukunft, hieß es unter anderem auch, und werde den Gehsteig nicht nachträglich bauen. Bürgermeister Angl bracht noch ein weiteres Argument für den Gehsteig ins Spiel: Im Falle von Reparaturen an den verlegten Leitungen müsse dann nicht mehr die Straße aufgerissen werden.

Oliver Sommer

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