"Haus des Gastes" in Pfronten saniert

Erfolgreiches Projekt

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Stolz auf das „Haus des Gastes“: Fridolin Linder (v.l., Verputz), Philipp Trenkle (Kunstschmied), Peter Huber (Architekt), Michaela Waldmann (Bürgermeisterin), Dietmar Speisekorn (Projektleitung), Erich Reitebuch (Fensterbau) und Peter Falk (Maler).

Pfronten – Foto mit Dame bei der Presse-Präsentation vergangenen Donnerstag: Bürgermeisterin Michaela Waldmann stellte gemeinsam mit den ausführenden Handwerkern, Architekt und Projektleiter Pfrontens „neues Schmuckstück“ vor: das sanierte „Haus des Gastes“.

Das unter Denkmalschutz stehende Haus von circa 1824 sollte in den 1970er Jahren eigentlich einem Feuerwehrhaus weichen und ist mittlerweile der Stolz der Gemeinde. In Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege begannen im Oktober 2013 die Sanierungsplanungen. „Das war gar nicht so einfach“, erzählt Dietmar Speisekorn, „waren doch viele unterschiedliche Fenster im Haus verbaut. Mangels Unterlagen und Bilder konnte nur schwer festgestellt werden, welche Sprossenfenster die originalen waren.“ In der Übergangszeit vom Spätbarock zum Klassizismus seien unterschiedliche Fenster verbaut worden. Ein altes Polaroid-Bild aus den 1970er Jahren habe schließlich den „Hauch einer Aufklärung“ gebracht. 

Daher „habe man sich für acht Sprossen entschieden, die der damaligen Architektur am nächsten kommen“, so der Projektleiter, „die nun auch nach heutigem Standard zum Luftaustausch gekippt werden können.“ Hochwertige Isolier-Fenster „Maschinen gezogen“ seien in neue Holzstöcke eingesetzt worden, die die örtliche Bau- und Möbelschreinerei Erich Reitebuch hergestellt hat. „Historisch händisch“ gestrichen wurden sie vom Malerbetrieb Falk in Pfronten-Ösch, ebenso wie die Fensterläden, die mit einem Leinöl-Gemisch versehen wurden. „Bei der Montage im Sommer bei 40 Grad fühlte sich die Farbe an, als sei sie noch feucht. Die Fingerabdrücke der Handwerke haben wir entfernt“, versicherte Peter Falk. 

"Haus kann atmen" 

Auch die Fassade wurde modern, aber mit wiederentdecktem historischen Material verputzt. „Da war viel Zement – hart wie Beton – verarbeitet, der am Haus klebte“, erzählte Fridolin Linder aus Roßhaupten. „Den mussten wir abschlagen. Das waren auch die einzigen großen Staubwolken beim Umbau.“ Mit Trass-Kalkputz, einem Stoff aus Vulkanstein, der gemahlen verarbeitet wird, ist die Fassade jetzt zwar nicht ganz weiß eingekleidet. „Optimaler Feuchtigkeitsaustausch findet nun statt, das Haus kann endlich atmen“, so der Verputz-Fachmann. 

Für die historisch passenden Beschläge an den Fensterläden sorgte Pfrontens Kunstschmied Philipp Trenkle, der auch die Schließung der Läden erklärte: „Komplett einbruchssicher“, wie er betonte. „Es ist eine Freude das Haus jetzt zu betrachten“, waren sich Bürgermeisterin und Handwerker einig. Darüber, dass die Sanierung eine Herausforderung war, auch: „Aber es hat Spaß gemacht!“, erklärten alle unisono. „Die Zusammenarbeit mit allen, auch mit dem Landesdenkmalschutz, hat herausragend geklappt!“

 „Ein Jahr hat die Sanierung gedauert und die Gemeinde 125.000 Euro gekostet“, so die strahlende Pfrontener Bürgermeisterin. „Gerade haben wir erfahren, dass wir vom Landesdenkmalamt 9000 Euro Zuschuss bekommen werden“, so Bürgermeisterin Waldmann weiter. Und: „Einen zweiten Brandfluchtweg gibt es jetzt auch: Durch die Fenster.“

Johanna Lang

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