Angls Kita-Pläne scheitern

In der Nähe des bestehenden Kindergartens in Lechbruck (Foto) und der Lechhalle soll die Kindertagesstätte entstehen. Fraglich ist nur, auf welcher Seite der Halle sie hin soll. Foto: gau

Lechbruck – Die Gemeinde Lechbruck wird jetzt doch die geplante Kindertagesstätte neu und neben den Kindergarten an der Lechhalle bauen. Nach einer längeren Diskussion stimmten die Gemeinderäte vor kurzem gegen die Anbaupläne von Bürgermeister Helmut Angl.

Vor den Osterferien waren die Emotionen in Lechbruck hochgekocht: Denn völlig überraschend wurde verkündet, dass die Gemeinde die notwendige Kintertagesstätte an das bestehende Schulhaus anbauen wolle. Insbesondere seitens der Schulleitung fühlte man sich vor vollendete Tatsachen gestellt und quasi übergangen. 

Deshalb hatte Bürgermeister Helmut Angl den Gemeinderäten vor der Sommerpause einen Arbeitsauftrag mitgegeben. Sie sollten die verschiedenen Varianten, Neubau neben dem Kindergarten oder Anbau ans Schulhaus überdenken. Der Anbau ans Schulhaus würde die Gemeinde rund 55.000 Euro kosten, wobei die Fördermittel hier schon berücksichtigt sind. Ein Neubau käme auf rund 166.000 Euro, so die Kalkulationen des beauftragten Architekten Alois Brenner. Über die Ferien hatte die Verwaltung Informationen über die Fördermittel eingeholt und nun den Räten vorgelegt. Außerdem hatte der beauftragte Architekt auch Visualisierungen der beiden Varianten vorbereitet. Qualitativ seien beide Varianten, An- wie auch Neubau, absolut gleich, so Brenner. 

Der Unterschied in den Kosten rühre daher, dass man beim Anbau an das Schulhaus die vorhanden Gebäudehülle nutzen könne, das heißt Dach, Wände und Fundament übernehmen würde. Lediglich der Ausbau sei hier zu stemmen. Dabei gab Brenner aber zu bedenken, dass es beim Anbau immer zu Problemen kommen könne, insbesondere die Infra-struktur wie Wasser- oder Fußbodenheizungen zu über-nehmen. Auch gab Brenner eine Einschätzung seitens des Landratsamtes wieder. 

Dort sehe man Synergieeffekte beim Zusammenlegen von Kita und Kindergarten, außerdem seien die Kinder in einem vergleichbaren Altersniveau. Argumenten, die auch die Gemeinderäte vorbrachten. Die reichten vom „Schuhschachtelbau“ Schule bis hin zum Gedanken, dass eine gewisse Redundanz beim Personal gegeben sei. Eine Grundschullehrerin könne kein Kita-Kind beaufsichtigen, eine Kindergärtnerin könne eine erkrankte Kollegin aber sehr wohl vertreten. Auch gaben die Räte zu bedenken, dass, sollten sich die Schülerzahlen verändern oder andere, neue Anforderungen wie beispielsweise eine Ganztagesbetreuung an die Schule gestellt werden, die dann vorzunehmenden Veränderungen die Einsparungen beim Anbau jetzt, bei weitem übersteigen werden. Außerdem funktioniere das Schulhaus mit der angebauten Turnhalle perfekt, diese Vorzüge sollte man nicht kaputt machen. 

Demgegenüber betonte Helmut Angl die Kostenseite, neben den höheren Baukosten hatte er immer wieder geäußert, Angst vor den Folgekosten wie Heizung und so weiter zu haben. Kosten, die im Anbau nicht entstehen würden, da man auf die Infrastruktur der Schule zurückgreifen könne. „80 bis 90.000 Euro sind bei unserer Situation sehr wohl ein Thema“, sagte der Lechbrucker Bürgermeister. Eine Argumentation, der sich die Räte aber mehrheitlich nicht anschließen wollten, insbesondere hatte Manuela Kurpjuweit argumentiert, dass sich für sie die Situation geändert habe. 

 Bei der vorgelegten Resolution, der Gemeinderat stimmt für einen Anbau, konnte Helmut Angl nur vier der 14 Stimmen für sich verbuchen. Damit ist diese Lösung vom Tisch, in der nächsten Sitzung muss der Gemeinderat nun beraten, wie der Neubau aussehen soll. Krux dabei, baut man die Kita auf Kirchengrund, würde die Diözese die Trägerschaft übernehmen und die Gemeinde verlöre an Einfluss. Das aber wollen die Gemeinderäte auch nicht. Deshalb wird es in einer der nächsten Sitzungen heißen: links oder rechts von der Lechhalle.

gau

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