Lechfall soll aufgewertet werden

Stadtrat Heinz Hipp (links) mit Architekt Armin Walch (rechts), dahinter  Diplom-Ingenieur Thomas Zuchowicz vom Reuttener Architekturbüro Walch am Problemfall Lechfall.

Im jüngsten Füssener Bauausschuss wird eine Initiative zur Umgestaltung am Lechfall einstimmig begrüßt. Pläne sehen eine Aussichtsplattform auf Straßenhöhe vor, dazu einen Kiosk-Neubau mit einer WC-Anlage, die auch für Menschen mit Handicap zugänglich ist. Die Umsetzung der Pläne wird von der Kraftwerk Füssen GbR aus der eigenen Kasse gestemmt. Was am Lechfall verändert werden sollte, wurde vergangene Woche „konstruktiv gemeinsam und ausführlich erörtert“, erklärte Bauamtsleiter Arnim Angeringer auf Nachfrage des KREISBOTE.

Joe Huber von der Kraftwerk Füssen GbR stinkt es, wie sich das sehr gern von Touristen und auch Einheimischen besuchte geradezu himmlische Fleckchen am Lechfall aktuell präsentiert. Nicht nur, weil hier das richtig in die Jahre gekommene Toilettenhaus seinen „Charme“ verströmt. Das gesamte Areal am spektakulär in die Tiefe stürzenden Gebirgsfluss bedarf der „fachmännischen Neugestaltung“, so die Kraftwerk Füssen GbR, die gleichzeitig ihre Unterstützung bei dem Vorhaben anbietet. Dabei handle es sich um unendgeldliche Hilfe für die Stadt. Das Heft hat man bereits in die Hand genommen. Das Unternehmen möchte die Verantwortung für den „Schandfleck“, der ein Schmuckstück sein könnte, nicht an die finanzklamme Stadt weitergeben - , fühlt sich im besonderen Fall geradezu selbst in der Pflicht und brachte nun mit konkreten Vorschlägen zur behutsamen Umgestaltung und der damit in nur etwa „drei Monaten Bauzeit“ erreichbaren Aufwertung des Platzes sämtliche Stimmen des Füssener Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses dazu, sich für eine Aussichtsplattform am Lechfall mit Kiosk und einer neuen, gerade auch für Menschen mit Behinderung gut erreichbaren WC-Anlage auszusprechen. Einzig Dr. Anni Derday (Freie Wähler) meldete Bedenken an. Man sollte doch nicht dem schon länger ansässigen Kioskbetreiber gegenüber einen Konkurrenten vor die Nase setzen, meinte die Stadträtin. Der Kiosk sei häufig geschlossen, lautete ein nicht nur von einer Seite angeführtes Gegenargument in der stets harmonisch verlaufenden Sitzung. Vor Ort besichtigt Dass wieder einmal hier an der Tiroler Straße, trotz sommerlicher Temperaturen, kein Einkauf von Erfrischungen möglich war und warum die Kraftwerksbetreiber um Jo Huber mit ihren Plänen zu einer Aussichtsplattform auf Höhe der Straße vorpreschen, hat eine Ortsbegehung, an der auch Dr. Anni Derday teilnahm, vor der Ausschusssitzung im Rathaus gezeigt. Der einstündige Besuch am Lechfall bot für Heinz Hipp (CSU), Uli Pickl (SPD), Günther Knauss (Bürgerblock) sowie die Vertreter der Stadtverwaltung auch die gute Gelegenheit, mit Architekt Armin Walch offene Fragen anzusprechen. Zweite Bürgermeisterin Uschi Lax (CSU) forderte anschließend engagiert zu einer „Grundsatzaussage“ auf. Bei der von ihr geleiteten Sitzung sollte es keineswegs um „bauliche Details“, sondern darum gehen, ob man sich die Neugestaltung in dieser Form vorstellen könne. „Da draußen sind wir 15 Jahre stehen geblieben“, bedauerte Knauss. „Wir haben jedoch einen Partner, um die Entwicklung nun voranzutreiben.“ Allgemeine Zustimmung hat auch ein Vorhaben von Stefan Fredlmeier von Füssen Tourismus und Marketing gefunden. Der Tourismusdirektor schlägt vor, zwei aus Stein geformte Portalstelen direkt an der Endstation des Lechwegs aufzustellen - folglich genau dort, wo es hinunter zum Maxsteg am Lechfall und damit für unzählige Menschen zu einem beeindruckenden Naturschauspiel geht.

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