Füssener Bücherei kommt gut an

28.800 Medien können sich die Füssener in ihrer Bibliothek ausleihen. Bei der Sanierung 2010 wurde ihre Fläche fast verdoppelt. Foto: Archiv

Füssen – Die Stadtbibliothek Füssen ist beliebt. Das zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres, die Bibliotheksleiterin Sabine Frey jetzt dem Kulturausschuss präsentiert hat. So stiegen die Entleihungen um zwei Prozent. Bayernweit liegt die Bücherei damit deutlich über dem Durchschnitt.

35.211 Bürger und Gäste besuchten im vergangenen Jahr die Stadtbibliothek Füssen, dazu kamen noch 92.500 virtuelle Besucher auf der Homepage. Die haben jedes einzelne der 28.800 Medien durchschnittlich 4,8 Mal ausgeliehen, was ein Zeichen für die „sehr gute Akzeptanz der Bibliothek in Füssen ist“, so Frey. Bayernweit liegt der Durchschnitt bei 3,7 Ausleihen. Bei den aktiven Lesern, also die, die 2013 mindestens einmal die Bibliothek besucht haben, verzeichnete die Bücherei allerdings mit 2188 Personen eine Stagnation. Das könnte daran liegen, dass die Lesegebühr im Mai 2012 von neun auf 20 Euro erhöht wurde, erklärte Frey. Deshalb teilen sich wohl auch ganze Familien oder Ehepartner eine Karte, weshalb es der Bibliothek schwer falle, die tatsächliche Zahl der aktiven Leser zu ermitteln. 

Die meisten „Kunden“ der Bücherei sind mit 55 Prozent Erwachsene ab 25 Jahren, so Frey. Dahinter kommen Kinder bis 13 Jahren mit 22 Prozent. Deren Interesse am Lesen geht in der Pubertät allerdings deutlich zurück, denn der Anteil der 13- bis 18-Jährigen macht nur noch 13 Prozent aus. Wohl wegen der Fachliteratur, die sie im Studium und der Berufsausbildung lesen müssen, liegt der Anteil der 18- bis 25-Jährigen am Bibliothekspublikum nur noch bei fünf Prozent, so Frey. Sieben Prozent der Nutzer sind zudem Gäste und zwei Prozent nehmen die Fernleihe in Anspruch. 

Die Bibliothek wird laut Frey aber auch als Aufenthaltsraum immer beliebter, was sicher auch an der Restaurierung 2010 liegen dürfte. Im Zuge der Bayerischen Landesausstellung wurde die Bücherei von 339 Quadratmeter auf 640 Quadratmeter erweitert. Somit hat sie Platz für 105 Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr stattfanden. Die meisten davon, 41, dienten der Leseförderung bei Kindern. Insgesamt 1395 Kinder wurde hier vorgelesen oder durch das Gebäude geführt. Daneben konnten Erwachsenen 16 Lesungen bei den Reihen „LeseZeit“ oder „bittersüß“ lauschen. Zudem bot die Bücherei drei Konzerte, eine Buchvorstellungen und 15 vhs-Kurse zum Thema EDV und Medienkompetenz an. Diese Veranstaltungen sollen auch heuer fortgesetzt werden, erklärte Frey. 

Ausleihen der E-Medien verdoppeln sich 

Dass die neuen Medien auch im Bibliothekswesen eine immer wichtigere Rolle spielen, zeigen die ersten Zahlen beim E-Book-Verleih. Sei 1. Juli können auch Füssener Bibliotheksnutzer rund um die Uhr über die Internetplattform „Onleihe Schwaben“ digitale Bücher, Zeitungen und Zeitschriften ausleihen. Als die Bibliothek Füssen zu diesem Verbund beigetreten ist, umfasste das Angebot bereits 10.000 Medien, erklärte Frey. Wurden die 2013 6600 Mal pro Monat ausgeliehen, haben sich die Zahlen mit 11.000 Entleihungen pro Monat beinahe verdoppelt. Frey glaubt aber, dass sich Print- und E-Book parallel entwickeln werden. Denn viele Bibliotheksnutzer sagen, „eigentlich sind mir Bücher lieber, aber E-Books sind so praktisch, wenn man unterwegs ist“, erklärte Frey. 

Schwerpunkt liegt auf der Leseförderung 

Damit ihre „Kunden“ dieses Angebot zukünftig auch nutzen können, möchte Frey heuer das Angebot zur digitalen Medienkompetenz verstärken. Dabei soll den Interessierten beispielsweise gezeigt werden wie ein E-Book-Reader funktioniert. Der Schwerpunkt liege aber nach wie vor auf der Förderung der Lesekompetenz bei Kindern. Neben den etablierten Veranstaltungen soll 2015 auch eine Sprachförderung für Kleinkinder angeboten werden. Eine Logopädin habe ihre Zusammenarbeit schon zugesagt. „Jetzt werden Sponsoren gesucht“, so Frey. 

Auch der Kulturausschuss war auf die Füssener Bibliothek stolz. Allerdings griff Dr. Martin Metzger (BFF) die Kritik einer Besucherin auf: Die Bibliothek sei einfach zu schwer zu finden. Um das zu ändern, sollen zusätzliche Hinweisschilder aufgestellt werden, versprach daraufhin Bürgermeister Paul Iacob (SPD). kk

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