Erste potentielle Betreiber des "Allgäuer Dorfs" vorgestellt

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Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier (v.l.), Landrat Johann Fleschhut, Zweckverbandsvorsitzender Paul Iacob, Projektentwickler Erwin Trimmel und Planer Prof. Dr. Lothar Zettler stehen ungebrochen zum Projekt Allgäuer Dorf.

Füssen – Erste Betreiber des Allgäuer Dorfes stehen fest: Die Hotelgruppe Lindner soll ein Feriendorf und ein Hotel in dem künftigen Allgäuer Dorf betreiben. Das gab Projektentwickler Erwin Trimmel am Mittwoch bekannt.

Die Betriebe, die um einen angedachten Marktplatz herum für gastronomische „Schmankerl“-Angebote sorgen sollen, kommen aus dem Raum Füssen, gab er an. Die wollen allerdings nicht namentlich genannt werden – zu schlecht sei das Image des Allgäuer Dorfes in der Öffentlichkeit. „Mein Job ist es, Betreiber mit Investoren zusammenzubringen“, erklärte Trimmel. Und erste Betreiber nannte er am Mittwoch im Colloquium des Klosters St. Mang. So soll die Hotelgruppe Lindner aus Düsseldorf ein Feriendorf mit rund 500 Betten und ein Hotel mit etwa 100 Betten betreiben, alles in Vier-Sterne Qualität. Lindner betreibt 36 Hotels in Deutschland und darüber hinaus – unter anderem in Oberstaufen. „Die befassen sich mit Themenhotels“, erläuterte Trimmel den Vorteil des Betreibers und die Übernachtungsgastronomie im Allgäuer Dorf sei auf Familien ausgelegt. Das Dorf soll am Ende zweigeteilt sein: Ein „Schaufenster des Allgäus“ im süd-westlichen Bereich wird zahlenden Besuchern offen stehen, in das Feriendorf nördlich davon dürfen freilich nur die Übernachtungsgäste. Für eine „Schmankerl-Meile“, so Trimmel habe er Interessenten aus dem Bereich Füssen, die aber nicht genannt werden wollen – offenbar weil das Projekt immer noch ein zu schlechtes Image genießt. Dabei habe man sich die Kritik zu Herzen genommen und den viel kritisierten Animationsfilm aus dem Netz genommen. Authentizität ist offenbar nicht mehr das Maß aller Dinge. Man wolle kein Illerbeuren oder Glenleiten, wie Zweckverbandsvorsitzender Paul Iacob erklärte, „es hat niemand je vorgehabt, ein Allgäuer Dorf nachzubauen. Es handelt sich um eine Ferien- und Erlebnisdorf-Anlage“, sagte Planer Prof. Dr. Lothar Zettler. Für Attraktionen sollen so ein Show-Glasbläser sorgen, der bereits in Las Vegas aufgetreten ist, ein Bauernhof in Zusammenarbeit mit Gut Aiderbichl soll entstehen sowie das Thema Energie in Form eines gläsernen Kraftwerks mit der Firma Hüttinger präsentiert werden. Authentisch allgäuerisch soll allerdings die Architektur werden. Wie Prof. Dr. Zettler ausführte, sollen sich architektonische Eigenheiten des Westallgäus, Oberallgäus, Unterallgäus und Ostallgäus in den Gebäuden widerspiegeln von der Dachneigung bis zu den Materialien und der Lage des Haupteingangs. All diese Betreiber – inklusive Lindner – stehen allerdings noch lange nicht vollends fest. Planungs- und Rechtssicherheit werden man ohnehin erst in rund einem Jahr haben, so Trimmel. Jetzt gelte es mit diesen – potentiellen – Betreibern auf Investoren zuzugehen. Ein ganze Liste habe er im Gepäck, die kursierende Investitionssumme von 50 bis 60 Millionen Euro „dementiere ich nicht“, so Trimmel. Weiterhin in der Schwebe ist das Bebauungsplanverfahren. Wie berichtet, war der ursprüngliche Aufstellungsbeschluss für ungültig erklärt worden, da Bürgermeister Reinhold Sontheimer (Schwangau) als einziger dagegen gestimmt hatte – der Beschluss hätte aber einstimmig fallen müssen. Anders als ursprünglich angekündigt, unternahmen die Zweckerbandsbürgermeister am Montag keinen neuen Versuch, den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Man werde die Bauleitplanung „zu gegebener Zeit“ einleiten, so Bürgermeister Paul Iacob. Wie der Füssener Rathauschef berichtete, habe man aus der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses von Füssen Tourismus die Erkenntnis gewonnen, „dass die Hoteliers den Erfolg des Projekts nicht bezweifeln“. „Wir brauchen uns keine Sorgen machen, weil Lindner ein Qualitätsunternehmen ist“, erklärte Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier. Zudem sei die Zielgruppe – Familien mit Kindern – klar ausdefiniert. „Alle Fakten sprechen für ein Qualitätsprodukt“, ergänzte er. Iacob versicherte, dass Allgäuer Dorf sei „kein Luftschloss, sondern eine bodenständige, klar durchgerechnete Angelegenheit.“ Auch Landrat Johann Fleschhut steht weiterhin hinter dem Allgäuer Dorf. Er reihte das Projekt in die Investitionen von AGCO Fendt in Marktoberdorf und Nestlé in Biessenhofen ein. ps

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