"Machen wir´s wie die Landsberger"

Die Erste Mannschaft des EV Füssen sicherte sich am Freitag gegen Klostersee einen nie gefährdeten 6:2 (3:2,1:0,2:0) Heimerfolg. Am Sonntag beim Tabellenführer EC Peiting gab es ein verdientes 3:2 (0:0, 0:1, 2:1) nach Verlängerung. Damit ist der EV Füssen sicher in den Play-Off und kann von Passau nicht mehr eingeholt werden.

Füssen – Klostersee Der EHC Klostersee, gegen den es diese Saison bereits zwei Niederlagen gab, erwies sich trotz personeller Probleme als hartnäckiger Gegner. Trotzdem gelang dem EHC Klostersee der erste Treffer des Spiels, als in der 5. Minute Martin Zajac eine undurchsichtige Situation nutzte. Raphael Rohwedder (Ziegler, Häfele) glich in der 10. Minute aus. Nachdem mehrere Möglichkeiten auf beiden Seiten ungenutzt blieben, ging es In den letzten drei Minuten Schlag auf Schlag. Bei einer angezeigten Strafe der Gäste gelang Doug Orr auf Zuspiel von Maaßen und Bezshchasnyy der Führungstreffer. Doch nur eine Minute später war es Cox, der wiederum egalisierte. Andrej Naumann (Friedl, Bezshchasnyy) war aber noch vor Ende des ersten Drittels zum 3:2 Führungstreffer erfolgreich. Eine doppelte numerische Überlegenheit der Füssener brachte nichts ein. Wieder einmal Ruslan Bezshchasnyy spielte dann in Unterzahl zwei Gegenspieler aus, sein Pass kam zum mitspielenden Verteidiger Krötz, der gleich abzog und den Abpraller verwertete David Burgess zum 4:2. Die endgültige Entscheidung fiel dann durch zwei Tore von Matthias Ziegler (Wagner, Krull) und Armin Wurm (Friedl, Bezshchasnyy) in der 48. und 49. Minute. Dazwischen vergab Doug Orr noch einen Penalty. Gästetrainer Stein nahm nach dem 6:2 noch eine Auszeit, die mit dem 2. Treffer belohnt wurde. Zum X-ten mal war wieder einmal Ruslan Bezshchasnyy - auch wenn ihm selbst kein Tor gelang- auffälligster Spieler und maßgebend an vier Treffern beteiligt. Wenn er noch in vielen Situationen öfter selbst abziehen würde, wäre er schon fast perfekt. Trainerstimmen: Alexander Stein, Klostersee: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat gut gekämpft, obwohl sie teilweise mit Verletzung und Fieber gespielt hat und viele Junioren dabei waren. Wir hätten nach dem Hannoverspiel einige Spieler mehr gehabt, aber die Hannoveraner probierten es mit Verletzung meiner Mannschaft. Kompliment an Füssen zu einem sehr guten Spiel.“ Dave Rich, Füssen: „Es war ein schwieriges Spiel, Klostersee hat uns bisher zweimal geschlagen. Aber wir kämpften und arbeiteten 60 Minuten und hatten auch wieder sehr viele Torschüsse.“ Peiting – Füssen: Die Aussage von ECP-Trainer Leos Sulak „dass nicht die bessere sondern die glücklicher Mannschaft gewonnen hat“, ist zumindest für neutrale Zuschauer und natürlich für Füssener Anhänger nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich hat die Enttäuschung über die Niederlage sein Eishockeyverständnis getrübt, denn bei einer Schussstatistik von 51 zu 28 zugunsten des EVF kann man eher den Schluss ziehen, dass Peiting Glück hatte, nicht schon in der regulären Spielzeit zu verlieren. Ihrem überragenden Schlussmann Stefan Vajs und das Nichtausnützen der Überzahlsituationen auf Seiten des EVF zumindest bei zwei 5:3 Situationen hatten es die Peitinger zu verdanken, dass sie nicht schon in der normalen Spielzeit verloren. Auch das Lamento über Verletzungen unter anderem von Top-Spieler Barg zieht nicht. Peiting hatte bisher das Glück, davor verschont geblieben zu sein, Füssen dagegen hatte und hat wegen Verletzungen die ganze Saison durchgehend noch nicht einmal in kompletter Besetzung antreten können. Dass aber auch Füssen torwartmäßig gut besetzt ist, bewies Thomas Zellhuber während der ganzen Begegnung. Dass der erste Abschnitt torlos endete, war auch ihm zu verdanken. Leider konnten in diesem Abschnitt die Überzahlsituationen, davon eine kurzfristige zweifache, nicht in Tore umgemünzt werden. Der zweite Abschnitt begann mit wechselnden Chancen auf beiden Seiten, es war nur eine Frage der Zeit, wann das erste Tor fällt. Da war das Glück auf Peitings Seite mit dem 1:0 in der 31. Minute durch Keppeler. Die Chancen der Füssener bei einer fast zweiminütigen doppelten Überzahl zum Ausgleich vermasselte Peitings Torwart Vajs selbst aus kürzester Entfernung. Was Füssen auch versuchte, spätestens bei Vajs war Endstation. Es kam aber noch schlimmer für den EVF, ein astreines Eigentor gleich zu Beginn des letzten Abschnitts stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Doch Füssen kämpfte unverdrossen weiter und Andrej Naumann (R. Bezshchasnyy, B. Friedl) ließ die zahlreichen Füssener Anhänger wieder Hoffnung schöpfen. Diese wurde dann mit einem Bilderbuchtor von Doug Orr (M. Maaßen, Ch. Krötz) erfüllt, da hatte Vajs keinerlei Abwehrchance. Füssen war einem Tor näher als Peiting. Es wurde noch einmal sehr eng, als die Leoparden ganz kurz vor Ende der regulären Spielzeit zwei Strafen einfingen, die Peiting aber nicht nutzen konnte, wobei Füssen bei einem Pfostenschuss Sekunden vor der Verlängerung allerdings das Glück des Tüchtigen hatte. Auch die weiter in die Verlängerung reichende Unterzahl wurde überstanden. Dann rettete Zellhuber bei einem Alleingang von Top-Stürmer Dibelka. Kurz darauf war dann Füssen in Überzahl. Dieses Mal nutzte David Burgess (M. Maaßen, R. Bezshchasnyy) diese mehr als gekonnt zum Siegtreffer. Als viele schon meinten, „warum schießt denn der (Burgess) nicht“ ließ der sich Zeit, hatte sogar noch einen Blick für die Uhr, ehe er dann 16 Sekunden vor Ende der Verlängerung überlegt vollendete. Trainerstimmen: Dave Rich, Füssen: „Wir haben in allen Spielen gegen Peiting gutes Eishockey gespielt und immer mehr Torschüsse gehabt. Aber es ist kein Wunder, dass der Torwart von Peiting als Bester ausgezeichnet wurde. Er war auch heute überragend. Hut ab vor meiner Mannschaft, nach einem 2:0 Rückstand noch zu gewinnen. Sie hat gekämpft bis zum Schluss.“ Leos Sulak, Peiting: „Wir sind alle sehr enttäuscht. Nach einer 2:0 Führung trotz eines hervorragenden Stefan Vajs noch zu verlieren. Wir haben heute sehr gutes Eishockey gesehen. Heute hat die glücklichere Mannschaft gewonnen, nicht die bessere.“ Vorschau: Am kommenden Wochenende sind Gegner wieder zwei Nordvereine. Zuerst geht es am Freitag zur langen Auswärtsfahrt zu den Hannover Indians, die mit 117 Punkten einsam an der Spitze liegen. Beim Aufstiegsaspiranten hat der EV Füssen nie schlecht gespielt. Klostersee hat nach einem 2:4 Rückstand in Hannover noch 7:4 gewonnen, aber da waren die Indians zuerst in Peiting, verloren dort, haben aber dort nach Zeugenaussagen mehr als ausgiebig gefeiert, waren am Samstag im Bayernspiel in München gegen Hannover. So ist es nicht verwunderlich, wenn einem da am Sonntag im letzten Drittel die Luft ausgeht. Das Glück wird der EV Füssen wohl kaum haben, aber bei den Leoparden ist alles möglich, zumal evtl. der Kapitän wieder dabei ist, andererseits aber wohl einige Junioren fehlen werden, die Mannschaft in Nauheim und Essen helfen sollen. Ein Fan-Bus aus Füssen wird nach Kräften ihre Mannschaft in Hannover unterstützen. Am Sonntag steht dann das Heimspiel um 18.00 Uhr gegen Herne an. Das Hinspiel wurde ja gegen die mit Förderlizenz- und DEL-Spielern gespickten Profis mit 5:1 verloren. Dass auch die Herner, die ja in die Play-Offs im Norden wegen des Ausschlusses von Leipzig nachrücken werden, zu bezwingen sind, bewies am letzten Sonntag Landsberg 2000, das mit sage und schreibe 8:4 zuhause gewann. Jedenfalls verspricht es eine überaus spannende Partie zu werden, geht es doch auch mit um eine bessere Platzierung im Vergleich zu Kaufbeuren. Auch werden dem Vernehmen nach 4 (!) Busse voll mit Herner Fans ihre Mannschaft sehr engagiert anfeuern. Bleibt zu hoffen, dass die Begegnung kein „Heimspiel“ für die Gäste wird. Deutsche Meisterschaft Junioren – Jugend: Junioren: Die Junioren mussten sich im einzigen Spiel beim Erzrivalen Kaufbeuren am Samstag nach einer 3:1 Führung noch mit 3:4 geschlagen geben, so dass erst in den letzten beiden Spiele auswärts am Samstag und Sonntag in Bad Nauheim und Essen die Entscheidung über die Deutsche Meisterschaft fällt. Jugend Deutscher Meister! Die Jugend gewann am Samstag in einem eher schwachen Spiel trotzdem klar mit 5:2 gegen Preussen Berlin, deren ca. 25 Fans mit einer riesigen Preußen-Flagge aufwarteten und ihre Mannschaft trotz der Niederlage immer wieder lautstark anfeuerten. Am Sonntag konnten die jungen Füssener dann ausgiebig feiern, denn nach einem 5:2 Sieg gegen die Roten Teufel Bad Nauheim waren sie zum 13. Mal Deutscher Jugend Rekordmeister. Herzlichen Glückwunsch auch vom KREISBOTEN. Am kommenden Samstag um 18.00 Uhr trifft der Deutsche Jugendmeister im BLZ zum letzten Spiel der Saison auf die Regensburger, gegen die im Hinspiel mit 4:1 gewonnen wurde. Die Jugend würde sich freuen, wenn zu diesem Spiel noch einmal viele, viele Zuschauer kämen.

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