Märkte und Möglichkeiten

Besucher aus aller Welt kommen täglich, um Schloss Neuschwanstein zu besichtigen. Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier setzt auf die Zugkraft des Schlosses, will aber auch den Wander- und Gesundheitstourismus stärken. Foto: Schuster

Einen eingeschlagenen Weg will Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier offenkundig weitergehen. Am Mittwoch erstattete er dem Stadtrat in dessen Sondersitzung Bericht über die Zahlen des Jahres 2011 und gab gleichzeitig einen Ausblick für das kommende Jahr. Während sich Fredlmeier weiterhin auf Zugpferde wie die Marke Allgäu und die Königsschlösser verlässt, will er anderen Tourismuszielen in punkto Gesundheits- und Wanderangebot Konkurrenz machen.

Rund fünf Prozent mehr Übernachtungen als 2010 aber über 11 Prozent mehr Gästeankünfte bestätigen den Trend, dass mehr Gäste kommen, aber weniger lange bleiben. Rund 367.000 Gäste übernachteten 2011 1,2 Millionen Mal in der Lechstadt. Dazu kamen 2,5 Millionen Tagesausflügler, wie der Tourismusdirektor den Stadträten gegenüber erklärte. Abgesehen vom leicht rückläufigen italienischen Markt kamen aus Ländern mehr Gäste nach Füssen, vor allem aus China. Hier stieg die Zahl der Ankünfte von 12.000 auf über 17.000 am stärksten und das scheins fast von allein. Um chinesische Gäste zu gewinnen „wird Werbung nicht den Unterschied machen“, erklärte Fredlmeier. Dabei werde außerhalb Europas überhaupt nicht mit dem Allgäu geworben, sondern mit Bayern beziehungsweise den Alpen wie der „Romantischen Straße“, die Urlaubsziele von Füssen bis Würzburg verknüpft und auf die Fredlmeier große Stücke hält. „Sie ist die bekannteste touristische Straße weltweit“, gab er an, ähnliche Konzepte in Japan oder Brasilien seien Nachahmer. „Der Lechweg wird den Wandermarkt aufmischen“ Die Zeiten, in denen „Ostallgäu“ oder „Königswinkel“ innerhalb Deutschlands Marken- namen waren, sind endgültig vorbei. Fredlmeier lässt stattdessen mit dem „Allgäu“ werben. „Die Allgäuplattform trägt uns deutschlandweit“, gab er an. Or allem Gesundheits- und Wandertouristen will er in die Lechstadt locken und dafür die Teilorte spezialisieren. „Die individuelle Entwicklung ist ein Zeichen der Kompetenz Füssens“, erklärte er im Stadtrat. Das geplante Projekt Lechweg „wird den Wandermarkt ordentlich aufmischen“ erklärte er. Wanderangebote müssen dabei nicht immer dem entsprechen, was dem Allgäuer selbst gefällt. Denn während der heimische Wanderer nur die vertikale Richtung, also den Berg hinauf und hinab, kenne, wandert der Gast am liebsten geradeaus. Fredlmeier gab aber auch zu „beim Thema Gesundheit müssen wir mehr bieten“. In Zukunft sollen nach Vorstellung des Tourismusdirektors die Inhaber der Füssener Gästekarte kostenlos mit dem Bus fahren dürfen. Dabei habe er sich bewusst für die Gästekarte statt der Königscard entschieden. Denn die funktioniere zwar so langsam, „Füssen wird aber nicht der stärkste Königscardstandort werden.“ Zudem brach er eine Lanze für die Kultur, deren Kosten im Stadtrat in der Vergangenheit kritisiert wurden. „Kultur kann man in einer Stadt wie Füssen nicht in Frage stellen“.

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