Die Historische Festumzüge locken einmal mehr die Besucherscharen in die Füssener Innenstadt

"Jubel! Der Kaiser kommt!"

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Mittelalter trifft Moderne: Manfred Wagner alias Kaiser Maximilian I. bei seinem Einzug in die Innenstadt. 

Füssen – Hundertscharen feierten am Wochenende mit den „Kaiserlichen“ in der Altstadt eine „goldene Zeit“: „Füssen in der Renaissance“. Höhepunkt des zweitägigen Festes waren die beiden Umzüge. Diese fanden in Erinnerung an die Kaiserbesuche statt.

Erstmals wurden die Besucher der historischen Veranstaltung heuer in den Freybergarten eingeladen. Während die Händler vom Kaiser-Maximilian-Platz hierher umgezogen waren, blieb im Baumgarten alles beim Alten: Dort schlugen die Mittelalterfreunde ihr Lager auf. Höhepunkt des zweitägigen Festes waren aber die beiden Umzüge. Diese fanden in Erinnerung an die Kaiserbesuche statt. Die Teilnehmer – meist Fußgruppen – gewandeten sich unter anderem als Ritter, Spielleute, Landsknechte und Gaukler.

Während die Marketenderinnen an den vielen Zuschauern vorbeimarschierten, saßen edle Damen in der bequemen Kutsche. Hoch zu Ross und in charmanter Begleitung: der Kaiser. Maximilian I. wurde dabei einmal mehr dargestellt von Manfred Wagner. „Jubel, Jubel!“ Der Aufforderung aus der Fußgruppe, die als Vorhut über die Lechbrücke in praller Sonne marschierte, kam das Volk mit ähnlicher Lautstärke nach. Von den Leuten, die in dichten Reihen schon an der Lechhalde einen guten Stehplatz gefunden hatten, wurde „der letzte Ritter“, Kaiser Maximilian I. herzlich begrüßt.

„Jubel! Der Kaiser kommt!“ hieß es dann um 14 Uhr auch in der Füssener Altstadt. Hoch zu Ross kam Manfred Wagner als imposanter Darsteller des Kaisers, der zeitweise seinen Sitz in die aufblühende Handelstadt Füssen verlegt hatte, in die Stadt geritten. Die Kaiserin in Begleitung folgte ihm mit etwas Abstand in nobler Kutsche. Wie zu hören war, hatte Gerda Wagner die Falkner aus Stuttgart zur Teilnahme an den historischen Festumzügen bewegen können. Dabei handelte es sich um eine von vielen außergewöhnlichen Gruppen, die den 900 Füße starken Aufmarsch in Füssen für jede Generation sehenswert machen.

Buntes Programm

 Von der Lechhalde bogen Spielmannsleute, Landsknechte, edle Paare sowie die Gruppen gemeiner Bauern und Händler mit Kind und Kegel nach rechts zum Brotmarkt ein. Viele Schaulustige warteten in der Brunnengasse auf „ihren“ Kaiser. Auch hier erhielten die einzelnen Mittelalter-Gruppen reichlich Beifall. Maximilian war erst deutscher König und seit 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation.

Füssen in der Renaissance

Gute Noten aus dem Kreis der Familien bekam das bunte Rahmenprogramm: Drachenjagd mit der Mini-Armbrust, muntere Ritterspiele und stilvoll vorgeführte Tanzeinlagen ließen die Kinderaugen leuchten. „Mit Bavamont haben wir einen erfahrenen Partner. Das Team sorgt wieder für die besonders hohe Qualität dieser Veranstaltung“, erklärte Katja Kalbantner von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) im Freyberggarten, wo der mittelalterliche Markt erstmals seinen Platz – in angenehm frischer Luft und gut verteilt – auf grüner Wiese fand. Das Handkurbel-Riesenrad – 2015 noch am Seilerturm gegenüber vom Kaiser-Max-Platz aufgebaut – wurde schnell zur Attraktion auf dem Parkgelände mit Konzertbühne.

Viele Informationen

 Das Angebot, im Freybergarten zu bummeln, nahmen Einheimische und Touristen voller Neugierde vor und nach dem Umzug liebend gerne wahr. Am Stadtbrunnen ging es einmal mehr lehrreich zu. Unterhaltsam gestaltete der Herold von der Bühne herab seinen Geschichtsunterricht. Über jede Gruppe, die im meist schweren Gewand mitgezogen war, wusste er Bescheid. So war zu erfahren, dass sich Schotten – erkennbar in ihren typischen Rock – „als Söldner verdingt hatten“.

Nach seinem Triumphzug musste seine vom Pferd gestiegene Hoheit Maximilian I. am Samstag allerdings den Rückzug anordnen. Ein Gewitter machte es unumgänglich, dass die festliche Tafel vor der Stadtapotheke in einem Seiteneingang in der Reichenstraße Schutz fand. Der Nässe trotzten Besucher und Bewohner des Lagers, das traditionell im Baumgarten eingerichtet worden war.

In den Freyberggarten zog es nach der Flucht vorm Regenguss am frühen Samstagabend erneut viele Leute. Sie ließen sich vom Konzert mit ziemlich monotoner Mittelaltermusik hellauf begeistern, was nicht zuletzt an der Feuershow lag. Danach war langes Schuhputzen angesagt.

Chris Friedrich

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