Nesselwangs Pfarrer Max Hieble warnt vor "Geschichtsdemenz"

Gegen das Vergessen

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Zahlreiche Teilnehmer sind am Volkstrauertag zum Mahnmal in Nesselwang gekommen, um der Gefallenen beider Weltkriege zu gedenken.

Nesselwang – Drei Böllerschüsse gaben am Volkstrauertag das Startsignal für die Ehrenformation mit den Fahnenabordnungen der Nesselwanger Vereine, die angeführt von der Harmoniemusik Nesselwang mit ihrem Dirigenten Helmut Wittmann, durch den Markt in Richtung Pfarrkirche Sankt Andreas zog.

Die Harmoniemusik gestaltete mit der Schubert-Messe auch den Gottesdienst, den Pfarrer Max Hieble zelebrierte. In seiner Ansprache verwies der Geistliche auf die weltweiten Konflikte, die auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu verzeichnen sind.

„Deutsche Soldatinnen und Soldaten sind zur Unterstützung des Wiederaufbaus und der Ausbildung der Polizeikräfte in vielen Ländern im Einsatz“, so Hieble. Gegen das Vergessen Die Geschichtsdemenz der mittlerweile vierten Nachkriegsgeneration bereitet ihm große Sorgen. „Viele wissen gar nicht mehr, ob das Dritte Reich vor oder nach Karl dem Großen war“ 

Im Vergessen liege eine große Gefahr – Geschichtsverlust führe zu Gesichtsverlust. „Mit diesem Gedenktag heute setzen wir einen Kontrapunkt gegen dieses Vergessen“. Auch sei dies ein Tag für die vielen Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege und der aktuellen Kriege und Auseinandersetzungen. 

Nach dem Gottesdienst wurde am Kriegerdenkmal des Marktes Nesselwang ein Kranz niedergelegt. „Der Terrorismus ist in Bayern, in unserer Heimat angekommen“, so Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart in seiner Ansprache am Mahnmal.

Auch er ging kurz auf die zahlreichen weltweiten Konflikte ein. „Im Telegrammstil sind hier der Konflikt im Nahen Osten in Syrien mit dem Assad-Regime und dem Islamischen Staat mit den USA, mit Russland und der Türkei sowie im Irak zu nennen. Und die Liste ließe sich noch lange fortsetzen“, so das Gemeindeoberhaupt vor zahlreichen Teilnehmern.

Herbert Hoellisch

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