Nesselwanger Hof darf erweitern

Kompromiss gefunden

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Das Hotel Nesselwanger Hof darf erweitern.

Nesselwang – Das Vier-Sterne-Hotel Nesselwanger Hof darf erweitern. In seiner jüngsten Sitzung hat der Marktgemeinderat nun die neuen Pläne der Bauwerber abgesegnet. Bei den ersten Plänen hatten Nachbarn starke Einschränkungen befürchtet.

Mehrmals haben die Marktgemeinderäte die geplante Hotelerweiterung diskutiert. Einwände von direkt betroffenen Nachbarn, die eine Lärmbelästigung sowie eine Einschränkung ihrer Aussicht auf die Allgäuer Berge fürchteten, machten dies notwendig. Bei einem Vor-Ort-Termin verschafften sich die Ratsmitglieder nun einen Überblick über die Höhen und die Situierung des Erweiterungsbaus am westlichen Ortsrand.

Bau ist verträglich 

Hauptsächlich geht es dabei um das Mehrzweckgebäude mit Restaurant, Personalwohnungen, Gästeappartements und Praxisräumen, das im zweiten Bauabschnitt umgesetzt werden soll. Diese Erweiterung soll in den nächsten Jahren realisiert werden. Die Höhe des bestehenden Wohnhauses in direkter Nachbarschaft hat der Architekt jetzt auf das geplante Gebäude übertragen. „Der geplante Baukörper ist meiner Ansicht nach verträglich“, sagte Bürgermeister Franz Erhart (CSU) zu den geänderten Plänen des Architekturbüros Hoffmann. Diese hatten als Höhenreferenz für den First die Meereshöhe genommen. „Diese lässt dann auch keine Schummelei zu“, so der Architekt Martin Hoffmann in der Sitzung. Im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen hatte der Bauwerber auch das Gebäude um ein Stockwerk reduziert und war so den Nachbarn und den Einwänden der Ratsmitglieder aus der vorangegangenen Sitzung entgegengekommen.

Tiefergelegte Parkplätze 

Die geplanten Stellplätze zwischen dem Mehrzweckgebäude und dem Erweiterungsbau des Bettentrakts sollen tiefer gelegt werden. Dabei fällt die Zufahrt von der Straße her kontinuierlich ab. Diese sollen möglicherweise in einem weiteren Bauabschnitt in eine Tiefgarage umgewandelt werden, was wohl eine deutliche Verbesserung des Lärmschutzes für die Anwohner bedeuten würde. Bis dahin soll ein Lärmschutzwall zwischen den Stellplätzen und dem Nachbargrundstück die Lärmemissionen reduzieren. Ausschlaggebend hierfür ist aber ein Schallschutzgutachten, das noch zu erstellen ist.

Die Erweiterung des geplanten Bettentrakts fand die einhellige Zustimmung des Gremiums. Durch einen Höhensprung um ein Stockwerk wird die insgesamt 46 Meter lange Erweiterung besser in die Landschaft eingefügt, waren sich die Versammelten einig. So entsteht eine Lücke, so dass die Nachbarn weiterhin einen Ausblick auf die Allgäuer Berge haben. Allerdings stellte Architekt Hoffmann fest, „das es kein Recht auf Aussicht gibt“.

Der Bettentrakt und der geplante Wellness-Bereich, der zwischen dem bestehenden Gebäude und dem Anbau entstehen soll, werde voraussichtlich zeitnah erstellt. „Ich denke wir haben einen guten Kompromiss zwischen den Einwendungen der direkt betroffenen Nachbarn und den Planungen des Bauwerbers getroffen“, so das Fazit des Architekten zu den vorgestellten Plänen.

In der Satzung wurde auch aufgenommen, das in dem geplanten Mehrzweckgebäude keine Zweit- oder Ferienwohnungen zulässig seien. Ohne Gegenstimme segneten die Marktgemeinderäte dann die neuen Pläne ab.

Herbert Hoellisch

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