"Maulkorb" für Schwarz?

Das neu gewählte Führungsteam des von Gerda Bechteler (2. v.r.) geführten Krankenhaus-Fördervereins: Franz Gössl (v.l.), Andrea Mahler und (rechts) Dr. Andreas Feil. Foto: cf

Dr. Andreas Feil aus dem Beirat des Füssener Vereins der Freunde und Förderer des Krankenhauses ist für die nächsten drei Jahre neuer Stellvertreter der Vorsitzenden Gerda Bechteler. Feil, der löst Dr. Peter Schwarz ab, dessen Abgang einen Beigeschmack hinterlies.

Nach der einstimmig erfolgten Entlastung des Vereinsvorstands – die Kasse hatten Andreas Rösel und Dr. Enno Behrens geprüft - kam es zu einer Überraschung. Nach der Wiederwahl der Vorsitzenden Gerda Bechteler verzichtete Stellvertreter Dr. Peter Schwarz auf seine Kandidatur. Ihm war als Leitenden Angestellten mit Hinweis auf das „Antikorruptionsgesetz“ untersagt worden, dem Vorstandgremium weiterhin anzugehören. Die Versammlung allerdings interpretierte diese Anordnung von oben als „Maulkorb“ für eine Stimme aus Füssen, die sich gern kritisch äußert. Damit die „gute Zusammenarbeit“ mit Dr. Peter Schwarz fortgeführt werden konnte, berief ihn Gerda Bechteler umgehend ins Beiratsgremium des Vereins. Ebenfalls in der Mitgliederversammlung einstimmig gewählt wurden im Kuppelsaal der Klinik die Schriftführerin Andrea Mahler und der Kassier Franz Gössl. Dessen Bericht hatte ein Plus im zurück liegenden Vereinsjahr festgestellt. Die Fortsetzung der gezielten Förderung durch „unseren Verein ist gut möglich“. Im Bericht der Vorsitzenden war zuvor an zahlreichen Beispielen deutlich geworden: Seit dem Bürgerentscheid verschlechterte sich das Klima zwischen den Kliniken in Füssen und Kaufbeuren unter dem Dach des Kommunalunternehmens (KU). Gerda Bechteler fordert: „Um motivierte Mitarbeiter zum Wohle der Patienten zu haben, müssen Personalentscheidungen mit der Klinik abgestimmt und nicht von Kaufbeuren aus ohne Rücksprache zur Umsetzung angeordnet werden.“ Sie bemängelt darüber hinaus: „Unserem Krankenhaus werden keine zeitnahen Zahlen zur Wirtschaftlichkeit bekannt gegeben.“ Die Vorsitzende nahm in diesem Zusammenhang Bezug auf eine aus Füssener Sicht negative Entwicklung: Es stelle sich immer wieder heraus, „dass Patienten von hier nicht gewillt sind, sich in Marktoberdorf einer ambulanten Operation zu unterziehen. Sie entscheiden sich deshalb für Kempten oder Pfronten. Das bedeutet einen Abfluss von Patienten und bringt dadurch finanzielle Nachteile.“ Der Förderverein ist auf 302 Mitglieder angewachsen und konnte – nach eigenen Angaben -– seit seiner Gründung 2004 durch Mitgliedsbeiträge und Spenden das Füssener Krankenhaus mit Anschaffungen in Höhe von 80 000 Euro unterstützten. Die Vereinsführung will ihre Aufgaben aber nicht auf das Stopfen von Löchern beschränken, sondern sich weiterhin mit Blick auf eine wohnortnahe medizinische Versorgung im Ostallgäu und vor allem aufs „eigene Haus“ kräftig einmischen Die Stimmung der Mitarbeiter der Klinik sei am Wendepunkt angelangt, so Gerda Bechteler. „Von den Verantwortlichen werden klare Entscheidungen erwartet.“

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