Schäden an den beiden Schiffen kosten die Forggenseeschifffahrt viel Geld

Verlust trotz neuer Rekorde

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Die „MS Füssen“ in der Abenddämmerung im Füssener Bootshafen. Das Geschäft mit den beiden Ausflugsschiffen der Forggenseeschifffahrt läuft prächtig.

Füssen – Trotz der zweithöchsten Fahrgastzahlen in der 59-jährigen Geschichte der Forggenseeschiffahrt musste der städtische Eigenbetrieb im vergangenen Jahr ein Minus in Höhe von rund 8600 Euro verbuchen.

Das Geschäftsjahr 2016 lässt nach dem bisherigen Verlauf aber auf einen Jahresgewinn von fast 67.000 Euro hoffen, teilte Helmut Schauer, Leiter der Füssener Stadtwerke, vergangene Woche im Werkausschuss mit.

Die Gründe für die eklatanten Unterschiede sind vielfältig. So ist nach Angaben von Werkleiter Schauer in diesem Jahr zum einen der Umsatzerlös im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015 zwar mit rund 12.700 Euro gesunken.

Hauptgrund dafür sei der viertägige Ausfall der „MS Füssen“ wegen einer kaputten Schiffsschraube. Diese konnte dank des Einsatzes der Crew relativ schnell repariert werden. „Da sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen“, so Schauer. Denn jeder Tag, an dem eines der beiden Schiffe nicht fahre, koste den Eigenbetrieb sehr viel Geld. Sein Dank galt daher der Crew, die die Schraube so schnell repariert habe. „Die Verbundenheit zum Schiff ist echt enorm“, betonte er.

Bei den Umsätzen der „MS Allgäu“ und den Sonderfahrten konnte dagegen gegenüber dem Vorjahr im gleichen Zeitraum eine Steigerung erreicht werden. Zum anderen seien die Ausgaben für Material und Reparaturen an den Schiffen im Verglich zu 2015 deutlich gesunken. Gleiches gelte für die Zinszahlungen.

Das Geschäftsjahr 2015 verhagelten trotz der zweithöchsten Fahrgastzahlen in der langen Geschichte der Forggenseeschifffahrt (94.215/Rekord 2013: 94.311) verschiedene teure Defekte an den Schiffen. So benötigte die „MS Füssen“ nach einem Brand an einem Freitag einen neuen Motor. Außerdem mussten Antrieb und Bugstrahler repariert werden. Das führte zusammen mit höheren Personalkosten – vor allem beim Kioskbetrieb – zu Mehrausgaben in Höhe von 62.000 Euro. Dass mit 897.000 fast 50.000 Euro mehr eingenommen wurden als angenommen, half da auch nichts mehr.

Zu den hohen Einnahmen trug laut Schauer vor allem der Kioskbetrieb bei, der mit insgesamt 218.000 Euro 33.100 Euro mehr an Einnahmen erwirtschaftete als prognostiziert.

2014 mit Gewinn 

Da die Forggenseeschifffahrt im Geschäftsjahr 2014 allerdings einen satten Gewinn von über 100.000 Euro erzielte, kann das Defizit aus 2015 problemlos ausgeglichen werden, ohne das der städtische Kernhaushalt belastet wird.

Für das kommende Jahr – in dem die Forggenseeschifffahrt ihr 60-jähriges Bestehen feiert – gehen Schauer und sein Team von Einnahmen und Ausgaben in Höhe von jeweils 925.300 Euro aus. „Bei den geplanten Aufwendungen handelt es sich vor allem um Treibstoffkosten sowie den Einsatz von Lebensmitteln und Getränken für den Kioskbetrieb“, kündigte Schauer an.

Guter Zustand

 Weitere 40.000 Euro sind für Wartung und Reparatur an den Schiffen eingeplant (2016: 52.000 Euro). „Die Schiffe sind in einem Topzustand. Aber dafür muss man auch etwas investieren“, erläuterte Schauer den Stadträten. Darüber hinaus soll die „MS Allgäu“ ein Sonnenschutz für das Oberdeck bekommen. Insgesamt sind für Investitionen 75.000 Euro eingeplant.

Wegen der gestiegenen Anforderungen soll außerdem das Personal aufgestockt werden. Die Schulden der Forggenseeschifffahrt sollen durch Tilgungen in Höhe von 64.000 Euro bis zum Ende des Jahre 2017 auf rund 560.000 Euro reduziert werden.

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