Diskussion um ein geplantes Mehrfamilienhaus in Bad Faulenbach

Ein Kompromiss wird gesucht

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Das geplante Gebäude soll laut Michael Baron Vielhauer von Hohenau eine gedachte Linie zwischen dem Hotel Wiedemann und dem Europarkhotel nicht überschreiten.

Füssen – Seit rund einem Jahr diskutieren Stadtverwaltung und Bauwerber mittlerweile über die Größe eines geplanten Mehrfamilienhauses „Am Anger” in Bad Faulenbach. Doch trotz der verhärteten Fronten wollen Verwaltung und Bauwerber weiter miteinander verhandeln.

Wie mehrfach berichtet, will der Bauwerber auf einem seit längerem brachliegenden Areal zwischen dem Europarkhotel und dem Hotel Wiedemann ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit 20 Wohneinheiten bauen. Geplant sind Wohnungen „auf einem sehr ordentlichen Level“ in Größenordnungen zwischen 80 und 180 Quadratmetern.

Stadtverwaltung und Stadtrat sind allerdings der Meinung, dass die bisher vorgelegten Pläne zu groß dimensioniert sind. Um zu verhindern, dass sich der Bauwerber sein Projekt direkt vom Landratsamt Ostallgäu genehmigen lässt, erließ das Stadtparlament zunächst eine Veränderungssperre und beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplans. Außerdem sollte mit dem Bauwerber ein städtebaulicher Vertrag ausgearbeitet werden. Deshalb beschlossen Verwaltung und Stadtrat die Aufstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans – und begingen damit offenbar einen Fehler. Denn das Landratsamt Ostallgäu teilte mit: „Der Erlass einer Veränderungssperre ist bei der Aufstellung als vorhabenbezogener Bebauungsplan nicht zulässig.“ Verwaltung und Rat korrigierten diesen Fehler jüngst und beschlossen einen sogenannten qualifizierten Bebauungsplan (der Kreisbote berichtete).

Fehlende Bereitschaft? 

Gleichzeitig kritisierte die Verwaltung in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause, dass der Bauwerber, Michael Baron Vielhauer von Hohenau, nicht bereit sei, der Stadt ausreichend entgegen zu kommen. Zwar habe dieser Mitte Februar leicht überarbeitete Pläne eingereicht. „Diese Änderungen wurden seitens der Verwaltung nicht für ausreichend für eine Befürwortung und für die Aufnahme in eine Bebauungsplanung befunden, weshalb an der Ablehnung des Einvernehmens festzuhalten war“, berichtete Bauamtsleiter Armin Angeringer den Stadträten. „Eine Bereitschaft des Bauherrn zu einer darüber hinaus gehenden Reduzierung, zum Abschluss eines städtebaulichen Vertrages oder zur Einreichung eines Antrags für eine vorhabenbezogene Bebauungsplanung ergab sich nicht.“

Bei Nachbarn orientiert 

Aussagen, die Michael von Hohenau irritieren. „Es ist nicht so, dass wir uns nicht bewegt haben“, sagte er im Gespräch mit dem Kreisbote. „Wir haben wirklich viel abgestimmt mit der Verwaltung.“ So habe er seine Planungen mittlerweile sechs Mal überarbeitet. Dabei habe er sich an der Bebauung in der Nachbarschaft, also Europarkhotel und Hotel Wiedemann orientiert. „Insbesondere wurde eine veränderte Dachgestaltung, eine Zäsur des Gebäudes als auch die Höhe des Gebäudes deutlich verändert“, sagte er.

Die Höhe des neuen Gebäudes sollte dabei eine gedachte Linie zwischen dem Hotel Wiedemann und dem Europarkhotel nicht überschreiten, so seine Erklärung. Dennoch seien die Pläne auf Ablehnung gestoßen: „Ich fühle mich ungleich behandelt.“

Verwundert zeigte sich der Bauwerber auch über die Aussagen hinsichtlich eines städtebaulichen Vertrags. Denn darüber sei mit ihm nie gesprochen worden. „Das macht man aber normalerweise, wenn man mit jemandem einen Vertrag abschließen will“, so von Hohenau.

Für Kompromisse bereit 

Und wie geht es nun weiter? Der Baron ist nach eigenen Angaben weiterhin bereit zu Gesprächen mit der Verwaltung. „Ich bin nach wie vor bereit Kompromisse einzugehen“, betonte er. Allerdings müsse er darauf achten, dass sich das Vorhaben wirtschaftlich auch rentiere. Auf ein Stockwerk zu verzichten, komme daher nicht infrage. Denn die Hanglage des geplanten Projekts mache es erforderlich, dass Tiefgarage und Keller aufwendig in den Hang gebaut werden und die Wohnungen nach Süden ausgerichtet werden müssen. Dazu komme die relativ kurze Bauzeit wegen der Baulärmverordnung in Bad Faulenbach, die die Arbeiten zusätzlich verteuern würden.

Nun hofft er auf ein weiteres Gespräch mit Bürgermeister Iacob, zu dem dieser eingeladen habe. „Ich lasse das auf mich zukommen“, sagte er. Sollte keine Einigung erzielt werden, müsse eben das Landratsamt Ostallgäu entscheiden.

Einvernehmliche Lösung 

Bürgermeister Iacob sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass er sich eine einvernehmliche Lösung wünsche. Das habe auch der Bauausschuss in einer früheren Sitzung signalisiert. Daher solle noch einmal miteinander gesprochen werden. „Ich will keinen Konflikt, sondern eine einvernehmliche Lösung. Dafür muss sich jeder etwas bewegen.“ Diese Lösung solle „so schnell wie möglich“ gefunden werden, kündigte er an.

Matthias Matz

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