Nesselwang engagiert voraussichtlich für ein Jahr einen Kurbeitragskontrolleur

"Das ist keine Schikane"

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Ein Kurbeitragskontrolleur wird zukünftig auch in Nesselwang überprüfen, ob die Gästezahlen, die die Vermieter angeben, stimmen.

Nesselwang – Drei Gemeinden im südlichen Landkreis – Pfronten, Lechbruck und Roßhaupten – arbeiten bereits mit einem Kurbeitragskontrolleur, der die Gästemeldungen der Vermieter überprüft. Nun zählt auch Nesselwang zu diesen Gemeinden.

Mit zwei Gegenstimmen stimmte der Gemeinderat dafür, einen solchen Kontrolleur für einen begrenzten Zeitraum, voraussichtlich ein Jahr, zu engagieren. „Das ist keine Schikane gegenüber unseren Vermietern oder ein generelles Misstrauen“, betonte Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart (CSU). „Es ist ein ganz normales Controlling, wie es auch durch andere Behörden und Institutionen stattfindet.“

Pirmin Joas, Leiter der Touristinformation Nesselwang, wies in der Sitzung nochmals darauf hin, das die Kommune die Einnahmen benötigt, um die touristischen Einrichtungen zu erhalten und weiter auszubauen. „In die touristischen Einrichtungen wie Alpspitz-Bade-Center, Wanderwege, Mini-Golf-Anlage und weitere muss ständig investiert werden. Der Kurbeitrag ist für den Markt ein wichtiger Teil, um das zu gewährleisten“, erklärte Joas.

Wenn nur zwei Prozent mehr Gästemeldungen dadurch generiert werden, bedeute dies für die Kommune Mehreinnahmen von etwa 10.000 Euro.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband hat dafür bereits Informationen an seine Mitglieder herausgegeben, welche Unterlagen dem Kontrolleur zur Verfügung gestellt werden müssen. Dazu gehören der Meldeschein, Rechnungen und Buchungsbestätigungen. Des weiteren darf der Kontrolleur nicht belegte Zimmer einsehen.

Bessere Meldemoral

Auf Nachfrage von Ratsmitglied Ludwig Reffler konnte der Leiter der Touristinformation eine Verbesserung der Meldemoral in den Orten bestätigen, die einen solchen Kontrolleur bereits einsetzen. Gerhard Straubinger (CSU) sprach sich für eine zunächst zeitlich begrenzte Einführung aus. „Der ehrliche Vermieter soll dadurch nicht bestraft werden. Es dient auch dazu die Zahlen zu überprüfen“.

Bespitzelung der Vermieter 

Dieser Ansicht konnte sich Jürgen Heckmeier (SPD) nicht anschließen. Er sieht hier eine Form der Bespitzelung. Auch die Konsequenzen, die bei einer mangelhaften Meldung der Gästezahlen möglich sind, sprach Joas an. So haben die Vermieter die Möglichkeit ihre Meldungen in einer angemessenen Frist nachzureichen, was dann auch keine Folgen für die Vermieter mit sich bringe.

Die Kosten für den Kontrolleur betragen für den Markt etwa 9000 Euro im Jahr. Wenn sich die Meldemoral der Vermieter langfristig durch den Einsatz verbessere, würde das im Gegenzug aber erhebliche Mehreinnahmen bedeuten.

Mit zwei Gegenstimmen wurde die Einführung des Kurbeitragkontrolleurs und die Zusammenarbeit mit der Firma K&B Kommunale Dienstleistungen vom Gremium bewilligt. „Wir wollen einfach sehen, wie das läuft. Wenn's eine Nullrunde wird und wir keinen erwischen, dann ist's gut gelaufen“, so der Rathauschef. Er gehe davon aus, das die knapp 110 Vermieter in Nesselwang ehrlich sind.

Herbert Hoellisch

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