Füssener Fußgängerzone wird für Radfahrer von Juli bis Oktober zur Tabuzone

Wer sein Radl liebt, der schiebt

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Nicht nur für Autos, auch für Fahrräder soll die Ritterstraße zumindest in den Sommermonaten gesperrt werden.

Füssen – Die Ritterstraße ist während der sommerlichen Sperrung vom 1. Juli bis 3. Oktober auch für Fahrradfahrer tabu. Dafür hat sich der Verkehrsausschuss jetzt mehrheitlich ausgesprochen.

Scharfe Kritik kam dabei von Dr. Martin Metzger (BfF). Er beschwerte sich, dass das Ergebnis der Diskussion im Arbeitskreis Radverkehr nicht so vorgetragen wurde, wie besprochen.

Während die Stadträte in der Verkehrsausschusssitzung im April mehrheitlich beschlossen hatten, die Ritterstraße heuer vom 1. Juli bis 3. Oktober zwischen 10 Uhr und 18 Uhr für den Verkehr zu sperren, waren sich die Räte uneinig, wie sie es mit den Radlern halten sollten: passieren lassen oder die Straße auch für sie ab 10 Uhr sperren? Deshalb sollten die Mitglieder des Arbeitskreis Radverkehr zunächst das Thema diskutieren. Doch auch dort waren sich die Mitglieder uneinig, wie ein Sprecher der Füssener Stadtverwaltung jetzt informierte. Als die Stadtverwaltung Radlern die Durchfahrt erlaubt hatte, habe es „sehr viele Beschwerden“ von Anwohnern gegeben. Im vergangenen Jahr, als die Sperrung dann auch für Radler galt, habe sich dagegen keiner beschwert.

Die Regel „hat sich wohl bewährt“, schlussfolgerte man deshalb im Rathaus. „Der Arbeitskreis überlässt dem Ausschuss die Entscheidung“, so der Sprecher. Ganz anderer Meinung war dagegen Stadtrat Metzger. Im Arbeitskreis wurde die Idee diskutiert, dass in dieser Zeit Fußgänger auf den Bodenplatten gehen können, während Radlern der gepflasterte Bereich der Straße überlassen wird, erklärte er. „Die Mehrheit der Stadträte hat ganz klar gesagt: Radfahrer können fahren, wenn ein Schild aufgehängt wird. Sie können nicht die Variante vortragen, die Ihnen schmeckt“, monierte Metzger.

Ob dieser Vorschlag dann auch die Mehrheit erhalte, „ist was ganz anderes“, so Metzger.

Zum Schutz der Kinder

 „Wir wollten die Diskussion aufs Wesentliche bringen“, hieß es dagegen vonseiten der Stadtverwaltung. „Ich wollte nur sehen, wie die Diskussion verläuft.“ In Wangen gebe es solch ein Schild. Das sei aber nicht amtlich, also nicht laut der Straßenverkehrsordnung erlaubt. Von solch einer Regel hielt Bürgermeister Paul Iacob (SPD) aber nichts. In der Fußgängerzone ist Radfahren weiterhin verboten. „Das ist doch nicht verständlich zu machen. Der Radler darf bis zum Stadtbrunnen radeln und dann muss er schieben in der Fußgängerzone.“

Dort müssten Passanten ihre Kinder bedenkenlos laufen lassen können. „Das muss gewährleistet sein.“ Ähnlich sahen das wohl auch die Mehrheit der Füssener Stadträte, die sich für ein Verbot aussprachen. Nur drei Räte stimmten dagegen.

Katharina Knoll

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