Meisterschüler beschließen "Vielsaitig"

Die Gruppe der Meisterkurs-Teilnehmer stand im Kaisersaal im Scheinwerferlicht. Foto: cf

Im Kaisersaal Füssen fand das 10. Kammermusikfestival Vielsaitig seinen Abschluss mit einem Konzert der jungen Streicher, die am Internationalen Meisterkurs teilgenommen hatten. Dabei lag einmal mehr die Verantwortung der Kursleitung beim Verdi-Quartett, dessen Musiker als Hochschullehrer tätig sind.

Während alle anderen Abende nach den Angaben des Veranstalters – städtisches Kulturamt – entweder bereits frühzeitig ausverkauft oder durch die rege Karten-Nachfrage an der Abendkasse noch sehr gut besucht waren, fiel das Interesse am Abschlusskonzert nur etwa halb so groß aus. Über die Resonanz mit ungefähr 50 begeisterten Besuchern waren Karina Hager vom Füssener Kulturamt und das Meisterkurs-Team mit Susanne Rabenschlag, Professorin in Mannheim, allerdings durchaus zufrieden. Am hohen Niveau habe sich „zum Glück seit Jahren nichts geändert“, betonte der gemeinsam mit Rabenschlag hier für die Geige zuständige Matthias Ellinger vom Verdi Quartett. „Deshalb macht uns der Unterricht im Rahmen des Festivals viel Spaß.“ Die Schüler kamen in diesem Jahr wieder hauptsächlich aus dem asiatischen Raum. Der mit einer Sonate von Brahms glänzende Ungar Domonkos Nagy war in dieser von koreanischen und japanischen Talenten geprägten Gruppe die exotische Erscheinung. Die erstaunlich souverän auftretende erst 19-jährige Eva Schall aus Tübingen wird sich ihren Studienplatz für Violine noch suchen, während die drei ebenfalls aus dem Badischen angereisten Musiker von „Toninton“ ihr Examen seit kurzem in der Tasche haben. Sie sammeln – wie hier mit jeweils einem starken Beifall erntenden Klaviertrio von Debussy und Beethoven – nun erste Erfahrungen beim Konzertieren. Der Applaus galt nicht zuletzt Yuko Mine und – wie bei den Festivals zuvor – Hatem Nadim am Flügel für ihre Begleitung der sieben Solisten. Der Abend endete stilvoll nach ungefähr zwei Stunden mit dem ersten Satz eines Klaviertrios von Beethoven und danach war noch Professorin Karin Wolf an der Reihe. Sie dankte allen, die das Festival „vielsaitig“ mit vereinten Kräften erneut möglich gemacht hatten. Am Rande der Veranstaltung wies Wolf noch auf die – aus ihrer Sicht – „Besorgnis erregende Situation an unseren Musikhochschulen“ hin. Die Professorin, die in Rostock und Mannheim tätig ist, würde es begrüßen, „wenn wir heute mehr deutsche Talente gemeinsam mit unseren Studierenden aus Japan und Korea ausbilden könnten.“ cf

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