"Militär lebt von ziviler Unterstützung"

Regierungsoberamtsrat Lothar Best (v.l.), Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke, Oberfeldarzt Dr. Dörthe Hartmann, Oberstleutnant Boris Junk und Oberstleutnant Ulrich Schmidt-Narischkin informieren über die Zukunft der zivilen Stellen in Füssen. Foto: Knoll

50 Prozent der zivilen Stellen sollen im Bundeswehrstandort Füssen gestrichen werden. Das hat am vergangenen Dienstag Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke beim Pressegespräch in der Füssener Kaserne bekannt gegeben. Allerdings wolle sich der Standort dafür einsetzen, dass einige Bereiche des Dienstleistungszentreums, die für die Wehrverwaltung im Ostallgäu zuständig sind, nach Füssen kommen.

Das Militär lebe von der zivilen Unterstützung, meinte Stracke beim Pressegespräch. Allerdings sind auch diese Stellen von der Bundeswehrreform betroffen. So sollen laut Oberstleutnant Ulrich Schmidt-Narischkin, Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230, deutschlandweit 75.000 Stellen auf 55.000 reduziert werden. In Füssen sind davon 25 Stellen betroffen. Während sich nach Regierungsoberamtsrat Lothar Best beim Objektmanagement, also dem Gebäudeservice, und bei der technischen Betriebsgruppe wenig tun werde, müssen in der Verwaltung zukünftig drei Mitarbeiter die Aufgaben von sieben Stellen übernehmen und somit insgesamt 6,5 Millionen Euro verwalten. Da allerdings die jetzigen Strukturen laut Stracke „schon auf Kante genäht sind“ werde er sich dafür einsetzen, dass der Standortservice in Füssen verstärkt beziehungsweise auf dem jetzigen Stand gehalten werde. Zudem werde nach Best bis September entschieden, ob die Verpflegung der Soldaten von einem externen Anbieter übernommen wird. Da der Standort in Kaufbeuren schließt, wird das Dienstleistungszentrum des Ostallgäus nach Landsberg verlegt. Allerdings wolle sich die Füssener Kaserne dafür einsetzen, dass „Elemente, die sowieso für Füssen arbeiten, hier am Standort angesiedelt werden“, so Oberstleutnant Boris Junk, Kommandeur des Gebirgslogistikbataillons 8. Das betreffe vor allem das Mobilitätscenter und das Familienbetreuungscenter mit etwa sechs Stellen. So wäre es nach Junk ein hoher logistischer Aufwand, wenn man „heute nach Landsberg fährt, um für morgen ein Auto zu holen, das man am nächsten Tag wieder abgeben muss“. Auch für das Familienbetreuungscenter, das die Angehörigen der Soldaten, die sich im Auslandeinsatz befinden, informiert und unterstützt, ist regionale Nähe zu den Betroffenen wichtig. Denn „je weiter weg, desto unpersönlicher und unattraktiver ist es“ so Schmidt-Narischkin. Aber gerade solche Einrichtungen seien ein wichtiger „Wohlfühlfaktor“ für Soldaten und mache die Bundeswehr laut Stracke attraktiver. Außerdem meinte er, dass Füssen als Sanitätszentrum auch Soldaten aus Sonthofen medizinisch versorgen soll, genaue Pläne gibt es hierfür allerdings noch nicht. Abschließend kündigte Schmidt-Narischkin an, dass frühestens ab 2013 50 Prozent der Feldwebelanwärter in Füssen ausgebildet werden, allerdings nur solange, bis die Bauarbeiten in Altenstadt, dem zentralen Ausbildungsort, abgeschlossen sind.

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