Kämmerer Helmut Schuster geht in den Ruhestand

Auf der Zielgeraden

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Helmut Schuster

Füssen – Wer heute das Büro des Stadtkämmerers betritt, wird ein neues Gesicht vor sich haben: Denn ab heute befindet sich der bisherige Kämmerer Helmut Schuster im Ruhestand. 13 Jahre lang war er für die Finanzen der Stadt verantwortlich. Im Gespräch mit dem Kreisboten blickte er auf seine Zeit in der Stadtverwaltung zurück.

Mit Zahlen und Geld kennt sich der 63-Jährige aus. Sein gesamtes Berufsleben hat er sich damit beschäftigt. Schon während seiner Ausbildung im Landratsamt arbeitete er in der Kreiskasse. Als er 1973 in der Stadtverwaltung anfing, landete er zunächst im Bauamt. 

Doch hier blieb er nur ein halbes Jahr, bevor er in die Stadtkasse wechselte.

Dann, als 2002 Stadtkämmerer Christian Gangl zum Bürgermeister gewählt wurde, suchte man einen Nachfolger. Auch Schuster wurde gefragt. „Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen, die Stelle anzutreten“, sagt Schuster. Denn der Posten bringt große Verantwortung mit sich. Und die Voraussetzung waren alles andere als rosig. Füssen hatte damals eine „unterdurchschnittliche Steuerkraft“ im Vergleich mit anderen Städten mit ähnlich vielen Einwohnern, dafür aber einen umso größeren Schuldenberg. 

Die größte Herausforderung war also den städtischen Haushalt auszugleichen, „den Schuldenberg zurückzufahren und doch notwendige Investitionen zu finanzieren“, so Schuster. Zudem sei es sein erklärtes Ziel gewesen, „Investitionen ohne neue Kredite zu finanzieren.“ Das ist ihm heuer, praktisch auf der Zielgeraden, zum ersten Mal gelungen. Daneben hat die Stadt 20 Millionen an Schulden abgebaut. 

Es sei „befriedigend das in Anspruch“ nehmen zu können. Doch ohne die Hilfe von Bürgermeistern und Stadträten wäre das nicht möglich gewesen. „Ich bin grundsätzlich stolz, dass wir das ganze gemeinsam hinbekommen haben.“ Auch wenn es nicht immer einfach gewesen sei, habe es doch „im großen und ganzen Spaß gemacht“ mit dem Stadtrat zusammenzuarbeiten. Trotz unterschiedlicher Interessen sei man sich am Ende „immer einig“ gewesen. Auch mit seinem Nachfolger ist er „sehr zufrieden“. 

Ab heute sitzt der 29-jährige Tobias Rösler an Schusters Schreibtisch (der Kreisbote berichtete). Rösler wurde in der Stadtverwaltung ausgebildet und hat dabei auch schon in der Kämmerei mitgearbeitet. „Ich bin überzeugt, er kann das“, sagt Schuster. Ihm gibt er mit auf den Weg geradlinig zu bleiben und sich nicht beeinflussen zu lassen. „Wenn er den Weg, den er sich vorgenommen hat, verfolgt, kommt er am besten durch.“ 

Er selbst gehe „mit einem lachenden und weinenden Auge“. Denn seine Arbeit habe er gerne gemacht. Auch das vertrauensvolle Verhältnis zu Kollegen und Mitarbeitern „wird mir fehlen“. 

Aber seine Pensionierung „wird er ganz gut verkraften.“ Pläne hat er noch keine gemacht. Doch er hat vier Enkel, die „froh sein werden, mehr Zeit mit mir verbringen zu können“. Zudem macht er gerne Sport. „Ich habe genügend private Interessen, dass mir sicher nicht langweilig wird.“

Katharina Knoll

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