Kein Schilderwald: Schwangauer Bauausschuss lehnt Anträge von Anwohnern ab

Nicht noch mehr Halteverbote

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Die Situation vor dem Mitteldorf 17: Noch immer parken dort Lieferfahrzeuge, so dass die Ausfahrenden aus der Tiefgarage (rechts neben dem Carport zu erkennen), nicht sehen, was in der Straße vorgeht. Hier sollkünftig  ein großes weißes Kreuz signalisieren, dass hier nicht geparkt werden darf.

Schwangau – Zwei Anträge auf Halteverbotszonen hat der Schwangauer Bauausschuss in der vergangenen Woche abgeschmettert. Beim Antrag im Mitteldorf möchte man zunächst über eine Markierung eingreifen.

Einzelne Anwohner aus dem Mitteldorf 17 hätten sich über die Zunahme der Parkenden vor ihrem Haus beschwert und ein Halteverbot beantragt, hieß es in der Sitzung. Unter anderem würden Fahrradfahrer und Schulkinder gefährdet, nachdem die Straße Mitteldorf so schmal sei. Auch Rettungsfahrzeuge könnten nicht vordringen zur Hausnummer 17 wenn dort Fahrzeuge parkten. Außerdem wolle man nicht, dass Bereich zur Parkzone degradiert werde.

Stichhaltigstes Argument aber ist der Umstand, dass die Bewohner nicht aus der Tiefgarage ausfahren können und sich sehr weit in die Straße hineintasten müssen, wenn parkende Fahrzeuge die Sicht einschränken. Die Problematik verorteten die Räte aber vielmehr in den noch anhaltenden Baumaßnahmen im Bereich der Hausnummer 17, dem Straußer-Gebäude. So hatten die Gemeinderäte nach Antragseingang Bau- und Lieferfahrzeuge beobachtet, die im genannten Bereich halten mussten um etwa Baustoffe anzuliefern.

Man sei sich bewusst, dass es im Mitteldorf eng sei, das hätte aber auch jeder der nun frisch eingezogenen Bewohner vorher gewusst, hieß es von Seiten der Gemeinderäte. Insgesamt gingen die Räte davon aus, dass – sobald die Bauarbeiten beendet seien – sich auch die Parksituation entschärfen werde. Wenn man nun auch für die zweite Straßenseite ein Halteverbot erlasse, könne man darauf warten, bis der nächste Hausbesitzer entsprechendes für „seine“ Straße fordere.

Hundertprozentige Zufriedenheit könne man nicht erreichen, waren sich die Räte sicher, wobei insbesondere Michael Weisenbach darauf hinwies, dass man mit jedem neuen Verkehrszeichen weitere Reaktionen auslöse und der Situation quasi hinterherlaufe.

Weniger Schilder

Man versuche ja vor allem, den Schilderwald zu reduzieren, so wie es auch Bürgermeister Rinke sah. Deshalb wird es vorerst kein Halteverbot geben, die Tiefgaragenausfahrt, um die es ja scheinbar geht, soll mit einem Sperrzeichen, das auf die Straße aufgebracht wird, gekennzeichnet werden. Dadurch soll eine Verbesserung der Situation erreicht werden. Mit diesem Hintergrund schmetterten die Räte auch den Antrag eines Anwohners ab, der im Staufenweg wohnt.

Der Antragsteller vermutet, dass die Besucher des Gesundheitszentrums König Ludwig – vor allem an den Wochenenden – vor seiner Haustüre parken würden und dann eine der folgenden Grundstückseinfahrten nutzten zum Wenden. Nachdem die gegenüberliegende Straßenseite bereits jetzt mit einem Halteverbot gesichert sei, wünschte sich der Grundstückseigner dies auch für seine Seite des Staufenwegs. Eine Argumentation, der die Räte nicht folgen wollten und einstimmig gegen den Antrag votierten.

Neue Markierungen

Als Hintergrundinformation wurden die Räte darüber informiert, dass in diversen Straßen Fahrbahnmarkierungen aufgebracht werde sollen, die etwa auf das Tempolimit 30 Km/h mit einer 30 auf der Straße hinweisen sollen, außerdem sollen Haltelinien etwa an der Dornzeile, aufgebracht werden. Schlussendlich genehmigten die Räte die Aufhebung einer Parkfläche am Ehberg im Bereich der Kristalltherme. Die Fläche liegt am Weg zwischen Therme und Grundschule. Nachdem hier immer wieder auch Schulkinder vorbeikommen, soll der Zielverkehr umgeleitet werden. Künftig dürfen nur noch Mitarbeiter der Therme sowie Lehrer mit Ausweis den Parkplatz nutzen, den Schulkinderbringverkehr möchte man auf den benachbarten Platz umleiten.

Oliver Sommer

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