Freie Wähler diskutieren bei öffentlicher Franktionssitzung über den Mittersee

"Bad gehört uns Füssenern"

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Christine Fröhlich (links) leitet die Info-Runde zur Zukunft der Badeanstalt am Mittersee in Bad Faulenbach, bei der unter anderem Stadträtin Dr. Anni Derday (Mitte) und Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier (rechts) die Bürger informieren.

Füssen – Am Mittersee, wo Generationen aus Füssen das Schwimmen gelernt haben, tauchte bislang keine Gruppe auf, die dem Bad ein aufpoliertes Gesicht verpassen wollte. Dieses Dilemma wurde jetzt in der öffentlichen Fraktionssitzung der Freien Wähler auf der voll besetzten Seeterrasse deutlich.

Gleich nebenan am Obersee gibt es neue Attraktionen, beispielsweise das Feld für Beachvolleyball, für das der Lions Club den großzügigen Geldesel spielte. Wie es am Mittersee weitergehen könnte, das steht bei der heutigen Sitzung des Stadtrats  auf der Tagesordnung. Hier werde allerdings nichts entschieden, „zuerst müssen die Kosten bekannt sein. Die Zahlen müssen jetzt auf den Tisch“, forderte Dritter Bürgermeister Andreas Ullrich unter Beifall der Teilnehmer der Fraktionssitzung. Diese wurde von Christine Fröhlich moderiert. Der Vorsitzenden der Freien Wähler gelang es, Unsachlichkeiten weitgehend einzudämmen. 

Stadträtin Dr. Anni Derday hatte zu Beginn die Aufgabe übernommen, die Besucher kurz und kompakt über mehrere Optionen für das Mittersee-Bad zu informieren. Keine Schließung „Es wird nicht so schlimm wie befürchtet“, sagte sie. Was den Zwischenruf auslöste: „sondern noch schlimmer“. Die Stadt investiere hier nicht, lautete die Kritik. „Dieses Bad gehört uns Füssenern“, erklärte Läubin. Dem Kommunalparlament wollte sie eins klar machen: „Ihr im Stadtrat verwaltet unser Eigentum nur.“ 

Im Sommer ist das Thema hochgekocht, weil Füssener Bürgerinnen es nicht bei Gerüchten belassen wollten, sondern einen Schritt in die Öffentlichkeit wagten, um den Status quo am Mittersee zu beschreiben und Veränderungen einzufordern. Ins Schussfeld geriet dabei vor allem Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier für Überlegungen, die erst dann eine Rolle spielen sollten, wenn alle anderen Optionen vom Tisch wären. Keiner wolle die Schließung dieses Bads. Im Teilnehmerkreis herrschte darüber offenbar ein Konsens. Keinerlei Zustimmung fand dagegen die Möglichkeit Ober- und Mittersee als Wirtschaftsbetrieb zu verbinden – so einige deutliche Stellungnahmen der Versammelten. Eindeutig favorisiert wurde die Sanierung. Die Rechnung begleichen solle die Kommune, meinten viele der Versammelten. Die Belange der Bürger, so die Forderung aus dem Kreis, müssten im Stadtrat berücksichtigt werden. 

Den Bürgern zuhören 

Jürgen Doser bekräftigte diese Position und sprach sich für den Erhalt der Badeanstalt aus. „Wir müssen als Stadträte auch mal sagen, das ist es für unsere Bürger wert“, lautet Dosers Standpunkt. Tourismusdirektor Fredlmeier unterstrich: „Die Idee, dieses Gelände im Sine Kneipps im Rahmen des sogenannten Masterplans mit Hilfe von Fördermitteln neu zu gestalten“, komme nur als wirklich letzte Möglichkeit in Betracht. Voraussetzung dafür sei freilich ein „klarer Auftrag des Stadtrates“. 

Fredlmeier stellte klar: „Die grundsätzliche Entscheidung, was am Mittersee geschieht, wird von den Kommunalpolitikern getroffen und nicht von Füssen Tourismus.“ Die Stadträte Ullrich und Doser wünschten sich, dass viele Bürgerinnen und Bürger zur Stadtratssitzung kommen sollten, um damit zu unterstreichen, dass man für den Fortbestand der Badeanstalt „Mittersee“ plädiere. Hier müsse die Pächterin schon länger im Ungewissen leben. Denn ihr Vertrag werde nur für kurze Zeitspannen verlängert. cf

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