Mixed-Curling-WM in Bern

Deutsche Curler scheitern im Viertelfinale

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Das deutsche Mixed-Team mit Skip Andy Kapp (v.r.), Petra Tschetsch, Holger Höhne, sowie Pia-Lisa Schöll nach ihrem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft.

Füssen/Bern – Norwegen hat sich in Bern den WM-Titel im Mixed-Curling vor den Teams aus Schweden und China gesichert. Deutschland mit Skip Andy Kapp hatte gegen die Chinesen am Freitag im Viertelfinale nach lange ausgeglichenem Spiel letztlich mit 3:8 den Kürzeren gezogen.

„Wir sind jetzt natürlich sehr enttäuscht, weil nach dieser guten Woche sicher mehr drin war für uns“, erklärt der Füssener Skip. „Es war das erwartet schwere Spiel, in der uns leider ungewöhnlich viele Fehlsteine passiert sind, während China nahezu fehlerfrei gespielt hat.“ 

Die Chinesen setzten das Allgäuer Team von Beginn an unter Druck, sodass Andy Kapp im ersten End gezwungen war, lediglich einen Stein zu schreiben. Im Gegenzug nutzten die Asiaten, die in ihrer Vorrundengruppe nur eine Niederlage hatten einstecken müssen, ihr Recht des letzten Steins im zweiten End zu einem Zweierhaus. Das gelang den Deutschen kurz darauf zwar auch, doch in der Folge schlichen sich bei dem routinierten DCV-Team einige Ungenauigkeiten ein. China holte sich mit zwei Steinen im vierten End die Führung zurück (4:3), die sie dann noch ausbauen konnten. 

Guter Auftakt 

„Rückblickend können wir mit unserer Leistung in dieser Woche aber insgesamt zufrieden sein, weil wir fast alle Spiele auf sehr hohem Niveau bestritten haben“, so Kapps Turnierfazit. „Und unter den besten acht Teams der Welt zu sein, ist auch kein schlechtes Ergebnis.“ 

Das deutsche Mixed-Team hatte bei der WM-Premiere in Bern seine glänzende Form einmal mehr bestätigt und Kanada, den Titelfavoriten, mit 5:4 besiegt. Trotz der Niederlage gegen Finnland zum Abschluss der Gruppenphase blieb „Germany“ Tabellenführer. Schon nach dem 6:3 gegen Lettland stand das deutsche Mixed Team punktgleich mit Kanada und Norwegen an der Tabellenspitze. Durch den Sieg gegen Kanada konnten die Deutschen diese Spitzenposition festigen. 

Die Bilanz vor dem achten Spiel gegen Finnland: Sechs Siege, eine Niederlage, die das Allgäuer Team gegen den späteren Weltmeister Norwegen hinnehmen musste. Kapp, Tschetsch, Höhne und Schöll hatten gegen Lettland an ihre guten Leistungen beim Turnierstart in der Schweiz angeknüpft. Ihnen gelang es immer, wieder, Lettlands Skip Aldis Abrickis enorm unter Druck zu setzen. Das lettische Team konnte nur zwei Ends mit eigenem Recht des letzten Steins zu je einem Punkt nutzten. Der Sieg für die drei Füssener Curler, die sich mit Pia-Lisa Schöll (Oberstdorf) verstärkt hatten, war hoch verdient. 

Elmar Hiltensberger vom CC Füssen, der den Turnierstart als beratender Coach miterlebt hatte, schaute zurück: „Nach dem mit 10:2 deutlichen Auftakterfolg gegen Wales gab es zufriedene Gesichter. Das Team begann sehr konzentriert und setzte die überforderten Waliser in der ersten Spielhälfte permanent unter Druck.“ 

Anschließend besiegte Kapp und sein Team Australien mit 7:5. Im dritten Gruppenspiel gegen Spanien hatte Kapp erneut die richtige Taktik, um hier zu punkten – Ergebnis: 4:2. Laut Hiltensberger konnten auch die Spanier „dem sehr kontrolliert agierenden deutschen Team nur in der ersten Spielhälfte etwas Widerstand bieten“. 

Am Mittwochabend zeigte der deutsche Skip einmal mehr seine Nervenstärke und bezwang Mit-Konkurrent Kanada nach Extra-End 5:4. Das bedeutete: das deutsche Quartett hatte bereits den Qualifier (zwischen den Gruppen-Zweiten und -Dritten) für die Viertelfinals sicher. Werde der erste Platz gehalten, erfolge der direkte Einzug in das Viertelfinale, erläuterte Thomas Lips, der Bundestrainer, im Gespräch mit dem Kreisboten. Das erwartet enge Match gegen Kanada ging 4:4 aus. Das Extra-Spiel musste entscheiden. Weil Kanada im siebten End einen Stein zum 4:4 geschrieben hatte, ging das deutsche Team mit dem Vorteil des letzten Steins ins Extra-End – und siegte. 

Knapp verloren 

Die zweite Niederlage in der Vorrunde mussten die Deutschen im letzten Gruppenspiel gegen Finnland hinnehmen. Das hatte das deutsche Team eigentlich gut unter Kontrolle. Zwar musste es im ersten End einen Stein schreiben, doch gleich im zweiten Durchgang stahl es den Skandinaviern einen und ging so mit 2:0 in Führung. Die Finnen jedoch glichen mit einem Zweierhaus umgehend aus. Deutschland hatte das Geschehen insgesamt gut im Griff, ließ zwei Ends ohne Punkte verstreichen, bevor es im sechsten End doppelt punktete. Doch wieder glich Finnland aus, sodass das Schlussend die Entscheidung bringen musste. 

„Leider sind hier meine beiden letzten Steine nicht so gekommen, wie ich mir das vorgestellt habe“, so Kapp, und so stahl Finnland einen Stein zum knappen 5:4-Sieg. Doch es reichte trotzdem zur direkten Playoff-Qualifikation, weil Kanada Norwegen besiegte und so Schützenhilfe leistete. cf/kb

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