Moore erhalten lernen

Was man mit dem Arbeitskoffer machen kann, zeigen die Kinder der Grundschule Nesselwang in ihrem Pausenhof mit alten Zweigen unter Aufsicht von Lehrer Dr. Otto Randel. Foto: gau

Seit dem vergangenen Jahr gibt es die Allgäuer Moorallianz. Ein Zusammenschluss der Landkreise Ostallgäu, Oberallgäu und Lindau sowie der kreisfreien Städte Kempten und Kaufbeuren mit dem Ziel, den sensiblen und äußerst wertvollen Lebensraum Moor zu erhalten. Um den Moorschutz voranzubringen, soll das Interesse an unseren Mooren vor allem bei der Jugend geweckt werden. Neben einer Wanderausstellung gibt es dafür die Moorkoffer.

In der Grundschule in Nesselwang stellten der Geschäftsführer und der erste Vorsitzende des Landschaftspflegeverbands, Josef Freuding und Josef Zeislmeier die neue Ausrüstung für Exkursionen und „Arbeitseinsätze“ vor. Drei Arbeitskoffer, prall gefüllt mit Astschneidescheren und Sägen, kindgerechten Arbeitshandschuhen werden auf die beteiligten Landkreise verteilt und können ebenso wie die zehn neuen Exkursionskoffer von Schulen angefordert beziehungsweise ausgeliehen werden für die Arbeit vor Ort. Die Idee für diese Koffer stammt von Martin Muth, dem Gebietsbetreuer Allgäuer Moore beim Bund Naturschutz. Mit Hilfe des Exkursionskoffers sollen die Kinder das Moor erkunden können. Probengläser, Kescher und Becherlupen helfen, Pflanzen und Tiere zu bestimmen, daneben gibt es „Spielmaterial“ um etwa den Lebensraum auf neue Art und Weise kennenzulernen und ein Skript mit Folien geben Anleitung. Die Koffer sollen die bereits existierenden Moorführungen ergänzen und vertiefen. Bürgermeister Zeislmeier betonte, dass man nur das, was man kenne, auch schützen könne. Deshalb sei es ein Anliegen, den kommenden Generationen die Moore nahezubringen, mit der Wanderausstellung ebenso wie eben im aktiven Schulunterricht. Leader fördert Neben dem spielerischen Kennenlernen der Moore sollen die Kinder aber auch die Möglichkeit erhalten, mithilfe des Arbeitskoffers zu erfahren, wie viel Arbeit vonnöten ist, um die Moore zu bewahren, etwa, indem man die Verbuschung zurückschneiden oder kleine Bäume fällen muss. Dabei ist man sich aber seitens des Landschaftspflegeverbands sicher, dass hier nur in Ansätzen gearbeitet werden wird, viele Arbeiten sind für die Kinder der Grundschulen etwa zu schwer. Auch bedarf es einer Unterweisung der Kinder für die Werkzeuge. Die Koffer kosten rund 400 Euro pro Stück, insgesamt gab es eine Förderung aus EU-Mitteln über das so genannte Leader-Plus-Programm in Höhe von 40000 Euro für das gesamte Bildungsprojekt.

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