Das Trio "A basso voce" begeistert sein Publikum bei Theater- und Kleinkunsttagen

Minimalistische Arrangements

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Mit Thomas Härtel (links), der an der Sing- und Musikschule Füssen unterrichtet, präsentieren Annette Peter und Martin Untersteiger Songs aus den 1980er Jahren neu arrangiert. Zudem im Programm: alte Solonummern von der Copacabana.

Füssen – Wenn das Trio „A basso voce“ auftritt, entstehen musikalische Perlen. In der Remise – einer ehemaligen Omnibusgarage – war das Konzert im Rahmen der zweiten Theater- und Kleinkunsttage ausverkauft.

Miriam D. Berraissoul und John A. Westerdoll machten auf der Bühne in der Füssener Floßergasse 17 einen ungewöhnlichen Hörgenuss möglich. Der Kreis der Fans für Live-Events im kleinen Rahmen mit Top-Niveau dürfte sich nach dem vom sympathischen Profi-Trio „A basso voce“ wunderbar zelebrierten Konzertabend um ein Vielfaches vergrößern.

An einem Abend im Oktober 2015 hatte die Gruppe mit der Sängerin und Entertainerin Annette Peter oben im Musiksaal am Kaiser-Max-Platz nur ein Dutzend Zuhörer, die allerdings von der Performance begeistert waren. Hohe Qualität spricht sich herum. Deshalb war die „Remise“ am Lech proppevoll, als John A. Westerdoll aus dem Organisationsteam des Festivals die Publikumsschar „zum Wärme erzeugenden Zusammenrücken“ aufforderte. Ein überflüssiger Appell.

Warmer Gesang

Denn auf den Sitz- und Stehplätzen wurde es den Besuchern ab der ersten Minute ganz heiß ums Herz, als die Hauptdarstellerin auf der Bühne kein Blatt vor den Mund nahm und über ihre unerwiderte Liebe als Göre mit „krankhafter Fantasie“ zu dem ansehnlichen Zeitungsjungen Rudi ins Räsonieren kam. Auch Männer im andächtig lauschenden Publikum dürften sich mit Schmunzeln daran erinnert haben, wie sehr auch ihre im dramatischen Leben erste Angebetete das Fieber plötzlich steigen ließ.

Beim zweiteiligen Konzert wurde die große Portion Redefluss über die bekannten, aber augenzwinkernd und charmant skizzierten Probleme, die notwendig sind, um zu reifen, minutenlang sichtlich genossen. Schon kam der nächste Song. Mit Szenenapplaus reagierte das Publikum nicht allein auf die warme und einzigartige Stimme der schwarz gekleideten Frau Peter.

An ihrer Seite rechts vom Publikum saß der coole Martin Unterberger am „reduzierten Schlagzeug“. Der Musiker musste sich nicht auf eine eher undankbare Begleiter-Rolle beschränken. Er hatte seine Percussion fantasievoll gestaltet. Sogar ein Solo als Drummer war für ihn drin – und damit begeisterter Sonderapplaus.

Samba zum Aufwärmen

Als Kopf von „A basso voce“ (übersetzt: Mit leiser Stimme“) hatte Thomas Härtel die Oldies originell minimalistisch arrangiert. Er sang die zweite Stimme, griff zur Konzertgitarre und zum Kontrabass und drückte als stets sensibler Instrumentalist dem Abend den Stempel auf.

Der Regen- und Kälteeinbruch hatte Miriam D. Berraissoul, Vorsitzende des Verein, der das Programm konzipierte, und als Darstellerin selbst auf der Bühne, bange werden lassen, ob überhaupt jemand komme. Wer „A basso voce“ aber kennt, wusste: es gibt zum Aufwärmen der Glieder neben Pop auch portugiesische Lieder: im Samba-Rhythmus.

cf

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