Der Roßhauptener Johannes Strobel dreht einen fiktionalen Dokumentarfilm über die Pöllatsschlucht

"Etwas passiert, das sein Leben verändert"

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Die von Touristen in der Pöllatschlucht gebauten Steinmännchen spielen eine zentrale Rolle in dem Film „Das Tal“ von Johannes Strobel.

Roßhaupten – Dokumentationen über die Pöllatschlucht unterhalb von Schloss Neuschwanstein gibt es bereits viele. Die des Roßhauptener Arztes Johannes Strobel aber dürfte einmalig sein: Der in Hamburg lebende Strobel hat rund um die Steinmännchen in der Schlucht eine Geschichte gesponnen und verfilmt.

Die Story des Films „The Valley – Das Tal“ ist fiktiv. Ein Tal, so beschreibt es der Erzähler Gottfried Schmid-Lindner, Hobbyschauspieler und Kabarettist aus Roßhaupten, das von allen gemieden werde. Weder Mensch noch Tier würden sich freiwillig dem Tal nähern, geschweige denn, es betreten. 

In diesem geheimnisumwitterten Tal (die Pöllatschlucht) verschwindet ein Mensch. Und taucht vollkommen verändert wieder auf. Eine Situation, erzählt Strobel, wie wir sie des Öfteren erleben, nur nicht so empfinden oder erkennen. „Stellen Sie sich einen Soldaten vor, der aus dem beschaulichen Allgäu für mehrere Monate nach Afghanistan muss und nach dem Kampfeinsatz – wohl für immer verändert – zurückkehrt“, beschreibt Strobel die Idee. Er befinde sich in einer ähnlichen Situation, sei an einem Ort bzw. in einer Situation gewesen, den kaum jemand nachvollziehen oder glauben könne. „Etwas ist mit ihm passiert, das sein Leben verändert hat“. 

Fiktionaler Dokumentarfilm

Gedreht hat Johannes Strobel, der seit knapp vier Jahren in Hamburg lebt und praktiziert, den Film im vergangenen Sommer. Vier Monate habe die Produktion und Nachbearbeitung gedauert, erzählt er. Die Geschichte sei eine sogenannte Mockumentary, so Strobel. Das ist ein Filmgenre und Bezeichnung für einen fiktionalen Dokumentarfilm, der einen echten Dokumentarfilm parodiert. Dabei werden oft scheinbar reale Vorgänge inszeniert oder tatsächliche Dokumentarteile in einen fiktiven bzw. erfundenen Zusammenhang gestellt, wie es bei Wikipedia heißt. Strobel weiter: „Die Steinfiguren existieren tatsächlich, jedoch die Geschichte mit dem Großvater ist frei erfunden“. 

Steinfiguren in Szene setzen

Ihm komme es jedoch gar nicht so sehr darauf an, ob die Geschichte nun wahr oder falsch sei. Vielmehr habe ihn der Gedanke interessiert, wie der Erzähler die Geschichte des Großvaters aufarbeitet. Denn auf einmal scheine es gar nicht mehr so abwegig. „Man muss also gar nicht so weit um sich blicken, um ähnliche Geschichten zu finden, nur sucht man wohl nicht anständig“. 

Genauso wie die Dorfbewohner im Film – das Tal sei ja schon immer da gewesen, aber keiner habe sich darum gekümmert. Mit Hilfe zweier Hamburger Dramaturgen sei die Hintergrundstory entstanden, beschreibt Strobel den Werdegang des Films, der mittlerweile bei verschiedenen Kurzfilmfestivals zu sehen war und auch bei Vimeo schon mehr als 700 Views in 14 Tagen verzeichnen konnte. 

Ihm sei es unter anderem darum gegangen, die Steinfiguren fotografisch in Szene zu setzen, so der Arzt, der sein Studium mit Hilfe der Fotografie finanziert hat. Wer sich den Film „Das Tal“ selbst einmal ansehen möchte findet ihn auf Vimeo über die Suchwörter „das Tal“ und „Strobel“ oder kann direkt den Link vimeo.com/10 23 990 42 eingeben.

Oliver Sommer

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