Den Geigenbauer Ott zieht es nach Kempten

Der Neustart

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Andreas Ott zeigt sein großes Know-how als Geigenbaumeister jetzt nicht mehr in Füssen. Er ist nach Kempten gezogen und eröffnete dort eine Werkstatt.

Füssen/Kempten – Andreas Ott organisierte 2015 das Geigenbau-Forum, das im Rahmen des Kammermusikfestivals „Vielsaitig“ angeboten wurde. Sein Nachfolger 2016 war Geigenbau-Kollege Gabriel Reinhold, denn Ott war mit seinem Werkstatt-Umzug beschäftigt. Er wechselte in die Lindauer Straße 7 in Kempten. 

Nach seinen stolzen 15 Jahren, die Andreas Ott bisher bei dem bekannten Pierre Chaubert in der Füssener Altstadt-Werkstatt gearbeitet hat, wollte er seinen Lebensmittelpunkt nach Kempten verlegen. „Mit 50 Jahren zieht man wahrscheinlich nicht mehr um“, meinte er im Gespräch mit dem Kreisbote. Ott ergänzt gut gelaunt: Jetzt sei es für ihn an der Zeit gewesen, „sich örtlich zu verändern“.

Er konnte schon seinen 40. Geburtstag feiern – somit ist Ott längst ein erfahrener Meister seines Fachs. Offiziell ist das seit 2007 der Fall. Die Brücke nach Füssen soll aber nicht abbrechen. So sah man Ott im Publikum bei Konzerten des diesjährigen Kammermusikfestivals.

In Kempten werde er „neben dem Neubau von Instrumenten auch weiterhin Restaurierung, Reparaturen und eine kompetente Beratung anbieten“.

200 Stunden Arbeit

In seinem Lebenslauf, der die Ausbildung in Mittenwald – mit Auszeichnung – sowie die Phasen benennt, um die im handwerklichen Beruf notwendigen Erfahrungen zu sammeln, verschweigt Ott nicht das Lehramtsstudium, das er lediglich ein paar Semester durchhielt.

Er wurde schnell zum Studienabbrecher, weil er erkannte, wo der persönlich richtige Weg für ihn liegt. „Mich fasziniert besonders das Handwerkliche“, erklärte Ott, bevor er seine Arbeit fortsetzt. Die Geige, die er derzeit in Kempten baut, werde erfahrungsgemäß 200 Stunden in Anspruch nehmen. Für ein Cello könnten wiederum bis zu 250 Arbeitsstunden veranschlagt werden. Diese Zeitrahmen werden natürlich auch an seiner neuen Arbeitsstelle in Kempten gelten.

Chris Friedrich

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