Scheerbaum informiert "Helferkreis Nesselwang" über seine Flüchtlingsarbeit

Die kleinen Erfolge feiern

+
Der Helferkreis Nesselwang bei seinem zweiten Treffen im Pfarrheim.

Nesselwang – In Nesselwang hat sich eine Gruppe Freiwilliger zusammengefunden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Flüchtlingen aus Eritrea und Pakistan sofort und unbürokratisch bei ihren Problem zu helfen. Vergangene Woche traf sich der „Helferkreis Nesselwang“ zum zweiten Mal im Pfarrheim.

Um sich ein Bild über die künftig zu bewältigenden Aufgaben zu machen, hatte der Helferkreis Tobi Scheerbaum aus Seeg eingeladen. Scheerbaum ist bereits seit über einem Jahr in Seeg in der Flüchtlingshilfe tätig und leitet dort den Helferkreis. Scheerbaum sagte, dass die Helfer in Seeg alles selbst organisieren mussten und dass es ein harter und steiniger Weg bis zum heutigen Tag gewesen sei. 

Er beschrieb ausführlich die positiven Erfahrungen, die die Helfer in Seeg – beispielsweise beim gemeinsamen Fußballspiel mit den afrikanischen Flüchtlinge – gemacht hätten. Allerdings verschwieg Scheerbaum auch nicht die negativen Aspekte einer Hilfeleistung über längere Zeit hinweg. 

„Da kann schon auch mal Frust auf beiden Seiten aufkommen“, sagte er. „Man sollte nicht von Anfang an immer nur beste Ergebnisse und perfektes Gelingen von allen Beteiligten erwarten, sondern – da es sich ja um Menschen aus einem gänzlich anderen Kulturkreis handelt – schon über noch so kleine Erfolge im Zusammenleben mit den Flüchtlingen erfreut sein“, warb er um Verständnis. 

Keine Wunder erwarten 

Auch betonte er, dass die Flüchtlinge eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Menschen völlig unterschiedlicher Schulbildung seien.

 Hier könne man in nur einem Jahr keine Wunder erwarten. Helfer und Flüchtlinge würden sich durch zu hoch gesteckte Ziele leicht selbst überfordern. Ausführlich beschrieb der Seeger in seinem Vortrag die einzelnen Aufgaben, die von den Helfern übernommen werden. So gebe es zum Beispiel Sprachkurse in Deutsch zur besseren Eingliederung ins tägliche Leben.

 Auch würden gemeinsame Freizeitaktivitäten unternommen wie Sport oder Wanderungen. Aber auch bei ganz alltäglichen Dingen, wie einem Arztbesuch, müsse den Menschen geholfen werden. In einer fremden Sprache eine Krankheit zu beschreiben, stelle die Asylbewerber vor eine unlösbare Herausforderung. 

„In den ersten drei Monaten unterliegen alle Flüchtlinge einem strickten Arbeitsverbot“, erklärte Scheerbaum den Nesselwanger Helfern. Erst danach könne eventuell eine „,geringfügige Beschäftigung´in Betracht gezogen werden.“ Das komme aber individuell auf jeden einzelnen Asylbewerber und dessen Fähigkeiten und Bildungsstand an, so Scheerbaum. „Da gibt es keine allgemeinen Richtlinien.“ Am Wichtigsten sei es aber, „auf sein Gefühl zu vertrauen und nicht nach strikten Regeln zu verfahren“, betonte er. 

Im Großen und Ganzen zöge er aber aus seiner einjahrigen Arbeit eine durchaus positive Bilanz, sagte Tobis Scheerbaum abschließend. Für die Zukunft würde er sich aber eine Unterstützung durch Hilfsorganisationen wie die Caritas im Landkreis Oberallgäu wünschen. Dort seien die Helfer schon viel besser aufgestellt und es würde vorbildliche Koordinationsarbeit geleistet. 

Das nächste Treffen des Helferkreises Nesselwang soll am 31. August wieder im Pfarrheim stattfinden. Alle Interessenten und Helfer sind dazu eingeladen.

rf

Meistgelesene Artikel

Neue Ideen

Pfronten – Für frischen Wind beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten im Pfarrheim St. Nikolaus sorgten jetzt die Geistlichen Andreas …
Neue Ideen

Die "Talschlampe" und der "Cousin"

Füssen – Ob Schweizer Militärfahrrad, XL-Mountainbike oder Bergabrad: Bei ihrer eintägigen Schau haben Hannes Zacherl und Albert Müller, Betreiber …
Die "Talschlampe" und der "Cousin"

"Es geht uns ums Prinzip"

Füssen/Landkreis – Der Tierschutzverein Füssen und Umgebung kommt nicht zur Ruhe.
"Es geht uns ums Prinzip"

Kommentare