Nähen wie anno 1895

Als die rüstige, heute 98-jährige Nesselwangerin Frieda Umfahrer vergangenes Jahr die Nähmaschine in der Stube des Heimathauses, Baujahr 1935, entdeckte, war für sie klar: Das Gerät ist „fiar des Haus z` jung“. Nun hat die pensionierte Damenschneidermeisterin ihr Vorhaben in die Tat umgesetzt und dem Heimathausverein eine Nähmaschine Typ Victoria, Baujahr 1895, geschenkt, die sie von ihrer Mutter geerbt hatte.

Diese seinerzeit hochmoderne Maschine, deren Arbeitsplatte und Abdeckung mit schönen Holzeinlegearbeiten verziert ist, bekam ihre 1879 geborene Mutter zum 16. Geburtstag. Sie war gelernte Schneiderin, hieß Therese Zech, später Ammann und stammte aus Rückholz. Frieda Umfahrer, geborene Ammann, war in Nesselwang über mehrere Jahrzehnte als Damenschneidermeisterin tätig. „I hau für Herrschaften, Bürgersleut` und oh für Kinderpuppen scheane Kleider gnäht“, erinnert sie sich. Vorstandmitglieder des Heimathausvereins haben das gute Stück von Umfahrers Dachboden in die Stube des Heimathauses transportiert und herausgeputzt. Dort führte Umfahrer dem Vorsitzenden des Heimathausvereins, Manfred Hailer, die 114 Jahre alte Nähmaschine vor. Hailer bedankte sich mit einer Sonderführung durch die neuen Ausstellungen zur Grünlandwirtschaft und dem Rottfuhrwesen (Säumerei) bei der eldeln Spenderin. Das kürzlich mit gut 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche komplett fertig gestellte Nesselwanger Heimathaus an der Füssener Straße 13 ist samt der „neuen“ Nähmaschine am kommenden verkaufsoffenen Sonntag, 22. November, von 14 bis 17 Uhr, ansonsten jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

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