58. Alphornbläsertreffen in Nesselwang

Serenade mit über 300 Alphornbläsern

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Die Nesselwanger Alphornbläser beim Weckruf. Im Hintergrund ist die Pfarrkirche Sankt Andreas und der Nesselwangs Hausberg, die Alpspitz, zu sehen.

Nesselwang – Mehr als 4500 Besucher waren am Sonntag zum 58. Alphornbläsertreffen nach Nesselwang gekommen. Bereits zum Gottesdienst fanden sich zahlreiche Besucher auf dem Festplatz am Fuße der Alpspitz ein, um das 25. Gründungsjubiläum der Nesselwanger Alphornbläser zu feiern.

Vor einem Vierteljahrhundert entschlossen sich Richard Bayrhof, Josef Geisenhofer und Reinhard Gschwend, die Idee des damaligen Vorstands und jetzigen Bürgermeisters von Oy, Theo Haslach, umzusetzen und das Instrument zu lernen. Ihren ersten Auftritt hatten die drei nach zahlreichen Proben zum Weihnachtsheimatabend 1991.

Der Tag hatte für die Gruppe schon frühmorgens begonnen. Zusammen mit Hans Reffler, einem Nesselwanger Böllerschützen, eröffneten sie den Festtag mit ihrem Weckruf. Der katholische Pfarrer Max Hieble lobte den Elan und Enthusiasmus der drei Gründungsmitglieder, „da sie anfangs weder Noten lesen konnten noch Erfahrung hatten mit Musikinstrumenten“. „Wenn ich Alphörner höre, werde ich ruhig und Friede kehrt ein“, so sein evangelischer Kollege Andreas Waßmer. Die beiden Geistlichen wünschten der Veranstaltung einen erfolgreichen und glücklichen Verlauf.

Nesselwanger Alphornbläser feiern 25. Jubiläum

Nach dem Gottesdienst, den die Nesselwanger Jodlergruppe und Singföhla unter der Leitung von Lydia Haslach, sowie der Euregio-Alphorngruppe und ihrem Leiter Paul Knoll musikalisch umrahmten, spielte die Harmoniemusik Nesselwang unter ihrem Dirigenten Helmut Wittmann zum Frühschoppen auf.

Der Vorstand des Nesselwanger Trachtenvereins, Alfred Unsinn, freute sich über das große Interesse an der Brauchtumsveranstaltung und begrüßte zahlreiche Ehrengäste. Dabei waren auch Ehrenzeichenträger des Vereins und des Allgäuer Gauverbandes, Landes- und Bundestagsabgeordnete, Vertreter des Landkreises sowie Theo Haslach, der Initiator für die Gründung der Nesselwanger Alphornbläser und Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart.

Erhart hatte sich auch bereit erklärt die Schirmherrschaft für das Jubiläum zu übernehmen. Paul Knoll, musikalischer Leiter der Alphorngruppe Via Salina, und Paul Hartmann, der Vorsitzende des Arbeitskreis Alphornblasen im Allgäu, überreichten dem Leiter der Nesselwanger Alphornbläser, Reinhard Gschwend, die Ehrenurkunde des Arbeitskreises anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens und würdigten die Arbeit, vor allem die Bemühungen in Bezug auf das einheitliche Erscheinungsbild einer jeden Gruppe in puncto Tracht. „Wir sind stolz auf euch“, so Paul Knoll in seiner kurzen Laudatio.

 30 Alphornbläsergruppen

Die mehr als 30 Alphornbläsergruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigten bei den Einzelvorträgen ihr Können. Die Nesselwanger Alphornbläser eröffneten das Programm mit einem Festchoral, der eigens für dieses Jubiläum komponiert wurde. Reinhard Gschwend stellte im Anschluss ein neues Mitglied der Nesselwanger Gruppe vor. Norbert Weiß hatte an diesem Tag seine Premiere mit der Gruppe. „Ich freue mich, Dich in unserer Gruppe begrüßen zu können und hoffe auf eine gute Kameradschaft und Zusammenarbeit“, so Gschwend. Paul Hartmann, der durch das Programm führte und die einzelnen Gruppen vorstellte, erklärte das anspruchsvolle Instrument. „Auf einem Bild in der Rohrmooser Sankt-Anna-Kapelle (bei Oberstdorf, Anm. d. Red.) von 1568 ist ein Alphorn zu sehen, das Allgäuer Horn“, so Hartmann. Das Allgäuer Horn mit seiner geraden Form ist kürzer als das Alphorn und wurde auch bei einigen Vorträgen gespielt. „Ein Alphorn ist gar nicht so schwer wie viele meinen. Es wiegt nur 2,5 bis 3 Kilo und ist überwiegend aus Fichtenholz aus einer Höhenlage von über 1.000 Metern“, erklärte Hartmann weiter.

Die ursprüngliche Herkunft ist nicht ganz geklärt. „Im Zweifelsfall haben das Hirteninstrument die Schweizer erfunden“. Mit einer großen Serenade von mehr als 300 Alphornbläserinnen und -bläsern, die Paul Knoll leitete, endete der Festtag. Zum musikalischen Festausklang spielten die Katzbachtl-Musikanten aus Kranzegg.

Herbert Hoellisch

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