Werbegemeinschaft: Erste Vorsitzende kritisiert die Einstellung einiger Mitglieder

",Gemeinsam wir´ ist eine Farce"

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Betretene Gesichter beim Ersten und Zweiten Vorstand, Sabina Riegger und Holger Höhne. Denn noch immer hat sich keiner bereiterklärt Rieggers Nachfolge zu übernehmen.

Füssen – Aussprechen wollte es am Dienstag niemand, aber das Ende der Werbegemeinschaft Füssen scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Denn bei der Jahreshauptversammlung kündigte die Erste Vorsitzende, Sabina Riegger, ihren Rücktritt an.

Einen Nachfolgekandidaten gibt es derzeit nicht. Doch das scheint nur wenige Mitglieder zu kümmern. Denn bei der Versammlung erschienen von 89 Mitgliedern gerade einmal elf. Die Stimmung in der Werbegemeinschaft ist angespannt. Riegger will nach drei Jahren ihr Amt als Erste Vorsitzende abgeben. 

Doch einen Nachfolger hat die Werbegemeinschaft noch nicht gefunden. Und auch von den Versammelten erklärte sich keiner dazu bereit. „Ich möchte auch nicht, dass die Werbegemeinschaft zugrunde geht“, erklärte Riegger. Der harte Kern sei ein super Team, das genau wüsste, was zu tun sei. Der neue erste Vorsitzende werde sich darüber freuen.

Allerdings gebe es einige aus der alten Vorstandschaft, die dem neuen Vorstand offenbar nicht offen sagen können, was sie stört. 

Wahl in zwei Monaten 

Stattdessen sorgten diese für Unruhe in den Geschäften. „Das tut man nicht“, so Riegger. Das Motto der Werbegemeinschaft „Gemeinsam wir“ sei eine Farce. „Es gibt ein paar Leute, die immer dagegentun“, so die erste Vorsitzende. „Ich will das nicht mehr aushalten. Zu diesem Schluss bin ich jetzt gekommen.“ 

Trotzdem hofft sie, dass sich jemand dazu bereit erklären werde, den Posten zu übernehmen. Denn der eingeschlagene Weg sei gut. 

Auch Wahlleiter Adalbert Guggemos bezeichnete es als „Armutszeugnis“, dass es offenbar keinen Füssener Einzelhändler gebe, der den Vorsitz der Gemeinschaft für drei Jahre übernehmen wolle. Schließlich müsse man gemeinsam stark auftreten, um seine Interessen zu vertreten. Es wäre „schade, wenn die Füssener Werbegemeinschaft nach 30 Jahren nicht mehr in der Form existiert“. 

Diese „Blamage und Freude unserer Gegner“ sollten sich die Füssener Einzelhändler nicht antun, meinte er. Da gerade einmal elf Mitglieder zur Versammlung erschienen waren, war sich Guggemos – mangels einer Satzung– nicht sicher, ob die Anzahl an Stimmberechtigten überhaupt für eine Wahl ausreicht. Deshalb entschied man sich dafür, weiter intensiv nach einem Nachfolger für Riegger zu suchen und sich in zwei Monaten noch einmal zur Wahl zu treffen. 

95 Prozent umgesetzt 

Positiv sei dabei aber, so Schriftführer Wolfgang Moritz, dass der Vorstand an sich kandidiere. Er selbst und der Zweite Vorsitzende, Holger Höhne, stellen sich erneut zur Wahl. Nur für Kassier Silvia Reisacher wird ebenfalls ein Nachfolger gesucht. Sie kann den Posten aus zeitlichen Gründen nicht mehr übernehmen. Die Situation sei somit anders „als vor drei Jahren“, als der gesamte Vorstand zurücktrat, meinte Moritz. 

Trotz der internen Querelen habe die Interessensvertretung rund 95 Prozent der geplanten Vorhaben im vergangenen Jahr umgesetzt, sagte Riegger in ihrem Jahresrückblick. Doch auch hier hat sich das geringe Interesse vieler Mitglieder bemerkbar gemacht. 

Die 30-Jahr-Feier hat die Werbegemeinschaft extra im Festspielhaus Füssen veranstaltet, weil sie mit reger Teilnahme gerechnet hatte. Doch „es waren nicht so viele da, wie erhofft“. Trotzdem sei es eine schöne Feier gewesen. 

„Eine wirklich schlechte Resonanz“ 

Sabina Riegger, Erste Vorsitzende 

Gut bei den Kunden angekommen sei das erste Blumenfest. Mit insgesamt 3000 Blumen hat die Gemeinschaft die Reichen- und Ritterstraße, die Hutter- sowie Brunnengasse und den Schrannenplatz verschönert. „Es war eine angenehme Aktion“, so Riegger. Doch auch hier war die Resonanz der Mitglieder eher schlecht. Von 89 Mitgliedern hatten sich nur 35 beteiligt.

 „Richtig gut“ fand die erste Vorsitzende auch das Stadtfest. Nach der Kultur- und Einkaufsnacht hatte sich Riegger dagegen über die Berichterstattung in der Tageszeitung geärgert. Denn anders als berichtet, sei die Nacht bei Gästen und Einheimischen gut angekommen meinte die Erste Vorsitzende. Deshalb zweifelte sie, ob heuer das Fest noch machbar sei. 

Positiv sei jedoch gewesen, dass mehr Plätze als sonst angestrahlt worden waren. Das sei durch die große finanzielle Unterstützung verschiedener Partner möglich gewesen. „Wirklich schlechte Resonanz“ bei den Mitgliedern gab es dagegen beim Krippenwanderweg. Nur zehn Geschäfte und drei Kirchen hatten mitgemacht, obwohl die Aktion für die Geschäfte umsonst gewesen war. 

Dagegen konnten in der Weihnachtszeit mehr Straßen als sonst festlich beleuchtet werden. Insgesamt sechs Überspannungen wurden installiert und 70 Christbäume aufgestellt, von denen allerdings 25 gestohlen wurden, so Riegger. Ein großer Erfolg war aber die „Herztaler-Aktion“. Bei der sind 3500 Euro zusammengekommen, die beispielsweise einer Schule, einem Spielplatz oder einer Kita zugute kommen sollen. 

Für was das Geld aber genau ausgegeben wird ist noch offen, „wir haben noch nichts damit gemacht“, so Riegger. Reine Formsache war schließlich die Entlastung der Kasse, die einstimmig erfolgte, bevor die Erste Vorsitzende die Jahreshauptversammlung schloss. Dabei entschuldigte sie sich für ihre emotionale Rede und kündigte das nächste Treffen in zwei Monaten an. 

„Hoffentlich werden wir ein paar mehr sein“, sagte Riegger. Als sehr optimistischer Mensch sei sie aber davon überzeugt, dass die Werbegemeinschaft einen Nachfolger finden werde.

Katharina Knoll

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