Füssener Tiefbauamt hat erstmals den Zustand aller Straßen erfasst

Durchwachsene Bilanz

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Eine Untersuchung hat es erst jüngst bestätigt: Die Theresienbrücke muss saniert werden.

Füssen – Ein durchwachsenes Bild vom Zustand der Füssener Straßen zeichnete am Dienstagabend Martin Köpf vom Tiefbauamt im Stadtrat.

Demnach ist ein Drittel der Straßen in einem guten Zustand, ein Drittel in einem mittelmäßigen und ein Drittel in einem schlechten Zustand. Allein bis 2020 müsste die Verwaltung demzufolge fast sieben Millionen Euro für entsprechende Reparaturarbeiten ausgeben.

Möglich gemacht hat dieses detaillierte Analyse ein neues „Straßenzustandsregister“, das seit dem vergangenen Jahr auf Antrag der Freien Wähler Füssen (FWF) erstellt wurde. „Zweck des Registers soll sein, einen Gesamtüberblick über den Straßenzustand in Füssen zu ermöglichen“, erläuterte Köpf. Mit den so ermittelten Daten soll dann in Absprache mit den Stadtwerken Füssen (Kanal- und Wasserleitungsbau) ein Konzept für Straßensanierungen und -ausbauten entwickelt werden.

Für die Erstellung des Registers wurde der Zustand der Straßen in Füssen visuell erfasst, erläuterte Köpf das Verfahren. Demnach befindet sich etwa ein Drittel der Straßen in Füssen, Hopfen und Weißensee in einer guten Verfassung, ein Drittel in einer mittelmäßigen und ein Drittel in einer schlechten. „Mehr als 36 Prozent sind in einem schlechten Zustand“, sagte Köpf.

 Gemeinsam mit den Stadtwerken habe das Tiefbauamt deshalb eine Übersicht erstellt, welche Straßen vordringlich saniert werden sollten – vorausgesetzt, Geld und politischer Wille dazu sind vorhanden.

Großer Sanierungsbedarf

Zu den dicksten Brocken zählen im kommenden Jahr dabei der Ziegelbergweg, die Hilteboldstraße und die Bürgermeister-Moser-Straße, deren Sanierung heuer begonnen und im kommenden und im darauffolgenden Jahr fortgesetzt werden soll (der Kreisbote berichtete mehrfach).

Ebenfalls im kommenden Jahr soll die Höhenstraße in Hopfen mitsamt Kanalleitungen in Angriff genommen werden. Die Kosten dafür werden auf knapp 750.000 Euro geschätzt. 2018 stehen unter anderem im Rahmen des Bebauungsplans W20 die Hiebelerstraße sowie die „Erlebniswelt Forggensee“ auf dem Programm.

Weitere 460.000 Euro sind in 2018 für die Sanierung des Magnusplatzes einkalkuliert. Dazu kommen rund 210.000 Euro für den ersten Bauabschnitt der Theresienbrücke. „Dort besteht erheblicher Sanierungsbedarf“, teilte Köpf am Dienstagabend den Stadträten mit. Das habe die Hauptuntersuchung zuletzt in der vergangenen Woche ergeben. In einem zweiten Schritt sollen die Restarbeiten an der Brücke schließlich 2019 angegangen werden. Geschätzte Kosten: 440.000 Euro.

Schwerpunkte in den Jahren 2019 und 2020 wird dem Register zufolge die Erschließung des Gewerbegebiets Füssen-West (Bebauungsplan W20) sein. Hier sind für den Ausbau der Schäfflerstraße und den Bau der Kalkbrennerstraße rund 715.000 Euro einkalkuliert. Allerdings, betonte Köpf, stehen sämtliche aufgeführten Maßnahmen unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit und der personellen Machbarkeit in der Füssener Bauverwaltung.

Auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) wies darauf hin, dass die Stadt neben der Straßensanierung noch weitere Aufgaben zu lösen habe – etwa den Bau einer neuen Kiga, Sanierung der Schulen oder die Modernisierung des Feuerwehr-Fuhrparks. Allerdings sorge das neue Register für mehr Klarheit, so Iacob. „Wir wollen nicht mehr, dass die Prioritäten durcheinander gebracht werden“, sagte er.

Matthias Matz

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