Notlager in der Mittelschule

Der Konvoi der Rot-Kreuz-Rettungskräfte rückt an der Mittelschule Pfronten an. Fotos: Dathe

Nicht nur das Retten von Verletzten gehört zur Aufgabe des Roten Kreuzes und anderer Rettungskräfte, die Konsequenzen eines Unglücks können weitreichender sein. Wenn etwa am Grenztunnel bei Füssen ein größeres Unglück passiert und das Nadelöhr länger als ein paar Stunden gesperrt ist, könnten hunderte Reisende auf einmal in der Region feststecken. Auf dieses Szenario bereiteten sich jetzt die Retter im Rahmen einr Großübung in Pfronten vor.

„Samstag, 14. Mai 2011: Auf der Autobahn A7 Kempten Richtung Füssen ist es im Grenztunnel bei Füssen zu einer Explosion gekommen. Ein Gefahrguttransportfahrzeug ist im Tunnel mit mehreren Autos kollidiert. Wie viele Autofahrer von dem Unfall betroffen sind, ist derzeit noch unbekannt. Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei regelt vor Ort die Schadenslage. Der Tunnel ist gesperrt, die Autofahrer werden umgeleitet. Es empfiehlt sich das Gebiet weiträumig zu umfahren. Das Rote Kreuz bietet Reisenden, die nicht mehr weiterkommen, kostenlos Unterkunft und Verpflegung in der Mittelschule in Pfronten am Zentralschulweg 4“. Was wie eine Nachrichtenmeldung klingt, ist nur eine Großübung der Katastrophenschützer der Bereitschaften von Schwaben. Rund 160 Einsatzkräfte versammelten sich am Samstag, um dieses Szenario als Katastrophenschutz-Übung in der Mittelschule Pfronten durchzuspielen. Gegen 10.45 Uhr traf ein Konvoi mit 29 Fahrzeugen, begleitet von drei Motorrädern, in der Schule ein. Nach einer kurzen Begehung und Analyse der Räumlichkeiten, sprachen sich die Helfer ab, wo was aufgebaut werden sollte, damit für 250 Personen Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten geboten sind. Der Betreuungszug richtete sich im Schulhof mit Zelten und mobilen Feldküchen ein, damit die gestrandeten Personen bei Ankunft sofort mit warmen Essen versorgt werden können. In der Turnhalle der Schule wurde dafür mit Bierbänken aufgetischt. In den Klassenräumen richteten die Helfer Notbetten, ein Kinderzimmer sowie ein Kriseninterventionszimmer her. Damit das Bayerische Rote Kreuz alle Eventualitäten üben konnte wurde auch eine extra Strom- und Wasserversorgung installiert. Eine externe Heizung soll im Notfall für genügend Wärme sorgen. Im Kreisauskunftsbüro könnten Angehörige Erkundigungen über Betroffene einholen. „In dieser Größenordnung haben wir bisher noch nicht geprobt und erhoffen uns wichtige Erkenntnisse für einen eventuellen Ernstfall“, so Michael Stemmler Einsatzleiter des BRK. Bürgermeister Josef Zeislmeier kam, um sich vom erfolgreichen Ablauf der Übung zu überzeugen. „Alles läuft sehr geordnet und durchdacht ab“ stellte er fest.

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