Bischof Konrad Zdarsa zu Gast in Maria Rain

Pfarrer Roland Högner mit Bischof Konrad Zdarsa Foto: privat

Ostallgäu – Am 13. eines Monats ist Fatimawallfahrt in Maria Rain. An diesen Tag feiern Gläubige ein Pilgeramt – jedes Mal mit einem anderen Pfarrer. Am 13. April jedoch war es kein Geistlicher aus der Umgebung, sondern der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa hatte sich auf den Weg ins Allgäu gemacht.

„Wir freuen uns,“ so der Ortspfarrer Roland Högner, „dass wir unserem Bischof heute zeigen können, wie schön es bei uns ist,“ und Kirchenpfleger Franz Allgayer meinte angesichts eines drohenden April-Regenschauers: „Vielleicht bringt uns unser Bischof neben dem Segen auch noch schönes Wetter mit.“ Und dieser Wunsch schien sich zu erfüllen als Bischof Zdarsa aus dem Wagen stieg. Umrahmt von der Musikkapelle und dem Kirchenchor Maria Rain folgte der feierliche Einzug ins Gotteshaus, in dem nahezu 500 Pilger auf den Oberhirten der Diözese warteten. Ein herzlicher Willkommensgruß von Pfarrer Högner „in einer Kirche, in der schon viele Jahrhunderte die Menschen die Fürsprache Mariens vor dem Gnadenbild erbitten,“ wurde von Bischof Zdarsa dankend erwidert, bevor er in Konzelebration mit Dekan Endres, Pfarrer Högner, Pater Vitalis und gemeinsam mit Diakon Georg Lechleiter das Pilgeramt feierte. 

In seiner Predigt rief der Bischof dazu auf, auf Gott und die Fürbitten Mariens zu vertrauen, denn, so der Bischof, „Gott ist da, wenn die Gefahr besteht, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Auch wenn man ganz unten ist, ist der Herr so nahe wie sonst nie. Und es gilt“, so Zdarsa weiter, „nicht zu vergessen: per mariam ad christum dominum, also durch Maria zu Christus dem Herrn.“ Eingebettet war das Pilgeramt in einen ganz „normalen Fatima-Wallfahrtstag“ mit Rosenkranz, Andacht (gehalten von Diakon Lechleiter), Krankensegnung und anschließendem Mittagessen im Pfarrheim, das die fleißigen Frauen des Frauenbundes Maria Rain vorbereitet hatten. 

Doch warum findet diese Wallfahrt gerade am 13. des Monats statt? „Ganz einfach“, erklärte der langjährige Kirchenpfleger Wolfgang Weber, „weil an einem 13. Mai des Jahres 1917 drei Hirtenkindern im portugiesischen Ort Fatima die Muttergottes erschienen ist – und weil am 13. Mai 1930 erstmals die Wallfahrt nach Fatima vom dortigen Bischof gestattet worden ist.“ Natürlich begann damals nicht die Wallfahrt in Maria Rain, aber seit Anfang den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist es eben so. An diesem Tag kommen die Menschen aus der Umgebung, aber auch aus dem weiten Umkreis nach Maria Rain. 

Einige wandern zu Fuß, wie etwa Gruppen aus Stein bei Immenstadt, aus Hopferau oder aus Lenzfried, andere kommen mit dem Bus, wieder andere suchen sich sogar eine Übernachtungsmöglichkeit, da die zurückgelegten Strecken doch sehr weit sind. Auch Urlauber sind hier gerne zu Gast, sogar aus Frankreich haben sich schon Pilger eingefunden. Fällt der 13. auf einen Sonn- oder Feiertag, dann findet die Wallfahrt am vorhergehenden Samstag statt. Die nächsten Wallfahrt, am Montag, 13. Mai, findet übrigens einen Tag nach dem Muttertagssingen in der Pfarrkirche statt. Die freiwilligen Helfer freuen sich bereits darauf. Wie sagte doch ein Helfer der Feuerwehr am Tage des Bischofsbesuches: „Wenn d´Leit kommet und si freiet, dass se b´ eis sei kennet, nochat duand mir des alls gere!“ (Wenn die Leute kommen und sich freuen, dass sie beim uns sein können, dann machen wir all das gern). kb

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