Gebirgsversorger bekommen mit Dr. Eric Offermann einen neuen Chef

Fließender Übergang

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Kommandowechsel vollzogen: Oberstleutnant Holger Müller (rechts) und sein Nachfolger Dr. Eric Offermann (links) mit Brigadegeneral Alexander Sollfrank auf dem großen Platz vorm Festspielhaus Füssen.

Füssen – Das Gebirgsversorgungsbataillon 8 hat seit Dienstag einen neuen Kommandeur: Bei einem Appell am Festspielhaus übertrug Brigadegeneral Alexander Sollfrank von der Gebirgsjägerbrigade 23 Oberstleutnant Dr. Eric Offermann das Kommando über die Einheit. Offermann tritt die Nachfolge von Oberstleutnant Holger Müller an.

Der neuerliche Kommandowechsel ging vor der verschneiten Bergkulisse beim Festspielhaus am Forggensee über die Bühne. Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft waren Zeuge der Kommandoübergabe.

Der scheidende Oberstleutnant Müller würdigte die Leistung des Gebirgsversorgungsbataillons 8 mit einem persönlichen Dank vom Rednerpult aus. Er unterstrich in seiner Bilanz: „Wichtig waren immer Sie, die in den einzelnen Funktionen ihre Arbeit verrichteten“, sagte er in Richtung der zum Appell angetretenen Soldaten. Über seine eigene Aufgabe sagte er: „In den zurück liegenden beiden Jahren habe ich mich als ein Zahnrad im großen Getriebe des Bataillons betrachtet“. Dieses sitze zwar an zentraler Stelle, sei aber für den Leistungstransfer, so Müller, nicht ausschlaggebend.

Müller wird nach Eschweiler versetzt, wodurch sich auch seine auf den ersten Blick überraschende Aussage erklärt, er gehe „mit zwei lachenden Augen“. Neben der Zusammenführung der Familie, die während Müllers Dienstzeit im Allgäu ungefähr 600 Kilometer getrennt war, sei wichtig, dass er das Gebirgsversorgungsbataillon bei seinem Nachfolger in guten Händen wisse. Müller wünschte den „Gebirgsversorgern“, die Rahmenbedingungen, die sie brauchen würden, um im Einsatz bestehen zu können: „Vorgesetzte, die mit Rückgrat führen, und Soldaten, die mit dem Herzen bei der Sache sind“.

Wie Müller noch ergänzte, hatte er „das Glück, dass ich in meiner Amtszeit keiner Familie die Nachricht über den Tod eines Angehörigen überbringen musste“. Zum Abschied erhielt Müller von General Sollfrank die Ehrennadel der Brigade.

Füssen als Vorbild

 Als Nachfolger von Oberstleutnant Holger Müller kam vor kurzem Dr. Eric Offermann als Führungskraft nach Füssen. „Wir stammen beide aus Nachbardörfern in der Nähe von Aachen“, so der künftig wieder heimatnah eingesetzte Oberstleutnant Müller über eine Gemeinsamkeit, die beim persönlichen Kennenlernen des Nachfolgers kein Geheimnis blieb und die Einarbeitung noch etwas leichter gemacht haben dürfte.

Bei der Verabschiedung unterstrich er beim Rückblick auf seine Zeit als Kommandeur in Füssen: „Jede Minute der zwei Jahre war es wert.“ Müller wies darauf hin, dass es – aus seiner langjährigen Erfahrung – nicht überall „ein ähnlich gutes Verhältnis zwischen einer Kaserne und der Stadt gibt“ wie in der Lechstadt.

Ziel Mali und Irak?

 Als „verheiratet und Vater von zwei Kindern“ stellt sich Oberstleutnant Dr. Eric Offermann, Jahrgang 1974, vor. Die Familie war dabei, als Offermann beim Appell und anschließend im Festspielhaus Füssen im Rahmen des Empfangs im Mittelpunkt des Interesses stand. Während unter seinem Vorgänger Holger Müller die Umgliederung vom Gebirgslogistikbataillon zum Gebirgsversorgungsbataillon vollzogen wurde, wird seine zentrale Aufgabe die Vorbereitung auf weitere Auslandseinsätze sein.

Das Bataillon mit den Standorten, Füssen, Bad Reichenhall und Mittenwald werde sich 2017 möglicherweise in Mali und im Irak bewähren müssen. Die Spannweite der Aufgaben reiche dabei bis hin zum Schwertransport von gepanzerten und ungepanzerten Fahrzeugen in teils schwierigem Gelände und unter oft extremen Witterungsbedingungen. In den drei Versorgungskompanien sind derzeit insgesamt 780 Soldaten im Einsatz, die unter dem neuen Kommandeur dienen werden.

Oberstleutnant Offermann studierte an der Universität der Bundeswehr in München Informatik. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter schloss er dort die Promotion erfolgreich ab. Stationen in seiner Laufbahn waren bisher Garmisch-Partenkirchen, Berlin, Washington DC, USA, und Berlin. Zuletzt arbeitete der mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber ausgezeichnete Oberstleutnant in Bonn fürs Verteidigungsministerium. „Die Familie freut sich aufs Wandern im Allgäu“, erklärte er im Gespräch mit dem Kreisboten. Dass er in die Allgäu Kaserne komme und „damit zurück in Südbayern“ sei für ihn jetzt „wie ein Sechser im Lotto“.

Chris Friedrich

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