Mit Werner Stößner leitet nun ein gebürtiger Pfrontener das Allgäuer Polizeipräsidium

Neuer Polizeichef für das Allgäu

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Innenminister Joachim Herrmann (rechts) überreicht dem neuen Polizeipräsidenten Werner Strößner die Ernennungsurkunde.

Pfronten – Ein Pfrontener ist der neue Präsident der Allgäuer Polizei: Ab Montag führt Werner Strößner das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Er folgt auf Hans-Jürgen Memel, der in den Ruhestand geht und gstern von Innenminister Jürgen Herrmann in der Kemptener Residenz verabschiedet wurde.

Nach 48 Jahren im aktiven Polizeidienst und fünfmaliger Verlängerung seiner Dienstzeit ist für Hans-Jürgen Memel jetzt Schluss. Herrmann zufolge hat Memel durch „herausragende Leistungen“ überzeugt. 

Er begann seine Laufbahn 1966 im mittleren Polizeivollzugsdienst. 1975 stieg er in den gehobenen Polizeivollzugsdienst auf. Nach Stationen bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei in München kam er 1983 als junger Polizeirat ins Bayerische Innenministerium. Später übernahm er dort die Leitung des Sachbereiches Organisation und Dienstbetrieb. Nach 12 Jahren wurde er 1995 Leiter der Polizeidirektion Kempten. Dort kümmerte er sich unter anderem um die Integration der Bayerischen Grenzpolizei im Jahr 1998 sowie den Aufbau der Schleierfahndung. 

2008 wurde er Polizeipräsident des neu geschaffenen Polizeipräsidiums Schwaben Süd/ West – mit etwa einer Million Menschen im Dienstbereich zwischen Allgäu und Donau. „Sie haben alle Erwartungen erfüllt – sogar übertroffen“, lobte der Innenminister den scheidenden Polizeipräsidenten. Schließlich seien die Zahlen bei Kriminalitätsbelastung und Aufklärungsquote „im Allgäu noch besser als in Bayern“. 

Memel habe an sich und seine Mitarbeiter immer höchste Ansprüche gestellt und Polizeiarbeit für die Menschen hier in der Region geleistet. Wie Herrmann sagte schätzen er und viele andere Memel als erfolgreichen, liebenswerten und sympathischen Menschen. Als im Februar beim Chef der Drogenfahndung 1,5 Kilo Kokain gefunden wurden, „habe ich gemerkt, wie sehr Ihnen das unter die Haut geht und dass Sie das menschlich sehr enttäuscht“, so Herrmann, der jedoch betonte, dass dieser Fall „Ihre Leistungen in keinster Art und Weise mindert“. 

"Mitarbeiter mitnehmen" 

Memel selbst bedankte sich in seinem Rückblick bei seinen Weggefährten und zog ein persönliches Fazit: Eine möglichst hohe Übereinstimmung von Wort und Tat habe ihm immer am Herzen gelegen, betonte er. Wichtig sei ihm aber auch immer die Arbeit im Team gewesen: „Man muss die Mitarbeiter mitnehmen.“ 

Wert legte er auch auf bürgernahe Polizeiarbeit. „Die Vorfälle vom 15. Februar 2014 haben das Vertrauen in die Polizei beeinträchtigt“, bedauerte er. Er habe versucht, den Vertrauensbruch zu verarbeiten, müsse aber feststellen, dass es ihm doch immer noch sehr nahe gehe. Dank richtete er in diesem Zusammenhang an Innenminister Jürgen Herrmann, der sich in der schwierigen Zeit im Frühjahr Zeit genommen habe, „um sich nach meinem Befinden zu erkundigen“. 

Im Ruhestand werde er sich nun an einen Rat halten: „Wer fit bleiben will, der schaffe sich Enkel an.“ Memel freut sich auf die Zeit mit seinen Enkeln Leopold und Jonathan. Neben der Verabschiedung Memels fand am Donnerstag im Fürstensaal der Residenz auch die Amtseinführung seines Nachfolgers Werner Strößner statt. 

Laut Herrmann bringt er sehr gute Voraussetzungen für dieses anspruchsvolle Amt mit. Er habe den Polizeiberuf von der Pike auf gelernt. Nach Abschluss seines Aufstiegs im höheren Polizeivollzugsdienst war er seit 1996 14 Jahre lang im Innenministerium tätig – zuletzt als Leiter des Sachbereichs Organisation und Dienstbetrieb. 2010 wurde er mit der Abteilung Einsatz im Polizeipräsidium Schwaben Nord betraut. Nur wenige Monate später erfolgte die Ernennung zum Polizeivizepräsidenten des Polizeipräsidiums Nord. 

Klare Linie 

Von seinen Mitarbeitern sei er hoch geschätzt und für seine klare Linie, Durchsetzungskraft und Fairness bekannt. „Sie sind hervorragend qualifiziert“, meinte Herrmann und wünschte dem neuen Polizeipräsidenten viel Kraft, Ausdauer und Erfolg. Für Werner Strößner selbst, der in Pfronten geboren ist und einen Teil seiner Kindheit in Sonthofen (Oberallgäu) gelebt hat, war die Amtsübernahme ein besonderer Tag. 

„Als ich vor 39 Jahren bei der Bereitschaftspolizei in Nürnberg angefangen habe, hätte ich mir das nicht erträumt, heute hier zu stehen als künftiger Polizeipräsident.“ An Memel gerichtet meinte er: „Dein Vorbild ist mir Verpflichtung und Ansporn zugleich.“

ml/mm

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