Wo bitte geht’s nach Kappel?

Ortsvorsitzender Dr. Alois Kling (v.l.), Bezirksrätin Ursula Lax, Dritter Bürgermeister Manfred Seeboldt (verdeckt), Bürgermeisterin Michaela Waldmann, Engelbräu-Chef Hermann Widenmayer, Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke und Fraktionsvorsitzender Peter Scholz stoßen mit dem frisch gezapften Bier an. Foto: lck

Pfronten – „Pfronten braucht keinen Nockherberg, wir haben Andi Fichtel“, sagte der Pfrontener CSU-Vorsitzende Dr. Alois Kling kürzlich beim Starkbieranstich der CSU. Seit neun Jahren nimmt Fichtel alias Pater Andrew die Geschehnisse in der Gemeinde aufs Korn. Auch heuer sorgte er für gute Stimmung.

Nach Nikolaus-Bier und –Brot hatte Pater Andrew ein Jan-Schubert-Wasser als Idee. Damit sei der Pfarrkirchturm finanziert, weil diesen Schnaps jeder probiert. Etwas ernster fügte er an, dass die Pfrontener nicht „luck lassen“ und das mit ihrem Wahrzeichen schon hinkriegen. Alle Wege führen nach Rom, nur in Kappel sei es jetzt anders herum, so Pater Andrew. Vorne zu, hinten nicht offen, sei es zum Ghetto geworden. Das Gute daran sei jedoch, dass der Ortsteil nun wieder Lebensqualität habe. Verbunden mit der Erkenntnis für die Gemeinde, dass man nicht erst baut, plant und dann die Leute fragt. Ohrwurm-Qualität hatte das Singspiel bei dem die Besucher im voll besetzten Pfarrheim freudig mitsangen. Auf die Schlagermelodie von Bata Illic aus den Siebzigern gemünzt auf Bürgermeisterin Michaela Waldmann dichtete Andi Fichtel als Refrain: „Du hast scho an Charme, wo Du bist wird’s warm“. „Der Einstand war gut, alle ziehen den Hut“, lobte er weiter. Etliche Baustellen im Pfrontener Land werden mit der neuen Bürgermeister schon gerichtet, war er sich begleitet vom Akkordeon sicher. Man könne es nie allen recht machen, aber mit Charme und Esprit werde es klappen wünschte er der Gemeindechefin viel Glück und das nötige Geschick. Bevor ihm das Publikum mit tosendem Applaus und Fußtrampeln zwei Zugaben entlockte. Mit einem Augenzwinkern bedankte sich Michaela Waldmann vor dem Starkbieranstich bei den Gästen in der ersten Reihe für ihren Mut. Doch zu unrecht, denn mit zwei Schlägen blieb die Bürgermeisterin weiterhin „unfallfrei“. Gemeinsam mit Engelbräu-Chef Hermann Widenmayer und CSU-Vertretern verkostete sie das begehrte Nass aus Rettenberg. Als zweiter „Kirchenmann“ begeisterte Wolfgang Goldstein. Heuer vermisste er alias Don Camillo Corleone aus dem Vatikan seine Haushälterin Schwester Rabiatta (Christel Kaltenbach). Er nahm die Wasserverunreinigung „Aqua miserable Pfrontera“, den Mai- baumdiebstahl und die Fronleichnamsprozession unter Gelächter aufs Korn. In Pfronten entdeckte er schließlich zwei Wunder, die ihn an eine Pizza Quattro Stagioni erinnern. Eine Bürgermeisterin, die von allen vier Gemeinderatsfraktionen gefunden wurde und die Frauenquote zu 100 Prozent erfülle. Bei der Fahrt auf der Schalengge in Pfronten-Kappel entdeckte Wolfgang Goldstein schließlich eine weiter Quattro Stagioni: Im Dirndl mit schwarzer Mütze für die CSU, einen roten Schal für die SPD, einen alten Strickkittel für die Pfrontener Liste und ein kaputter Hörnerschlitten für die Freien Wähler. Unter den Stimmungsgaranten war auch die Heimatdichter Waltraud Mair aus Bidingen. „Wir tanzen weiterhin Schieber wie bisher, vom Tanzkurs redet man bei uns nicht mehr“, fasste sie einen misslungenen Tanzkurs zusammen. Sie begeisterte ebenso wie die Band „Die Chefs“ die für die musikalische Unterhaltung sorgte. lck

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