Füssener Kurgespräche

Errungenschaften verteidigen

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Das Gespräch suchen Besucher nach dem Vortrag mit Referent Pater Christoph Kreitmeir (rechts).

Füssen – Die Füssener Kurgespräche sind jetzt mit dem Vortrag „,Wer sagt mir eigentlich, wo es lang geht?´, Sinn- und Wertediskussion heute“ mit Referent Pater Chrisoph Kreitmeier zu Ende gegangen. 90 Zuhörer wollten sich die Wertediskussion anhören. Doch die passten gar nicht in den Vortragsraum.

Die Freunde der Füssener Kurgespräche gingen davon aus, dass der Abschluss der diesjährigen Kurgespräche in die Franziskanerkirche verlegt werden würde. Der Vortragssaal des Franziskanerklosters, wo zuvor die acht Abende der ökumenischen Reihe stattfanden, stellte sich als viel zu klein da, um den 90 Zuhörern Platz zu bieten. Im Schnitt kamen 60 Leute zu den jeweiligen Vorträgen. Die Diskussion entfiel in der Kirche.

Im Anschluss an seine kompakten Ausführungen war der frühere Pfarrer von Hopfen Gesprächspartner für Besucher. Sein neues Buch hatte Pater Christoph Kreitmeir, der vom fränkischen Vierzehnheiligen nach Fulda in einer Gemeinschaft umziehen wird, ebenfalls mitgebracht. Titel: „Zeit für mich, Zeit für Gott“.

Grundgesetz als Leitlinie

Dieser bringt es auf den Punkt, was als eine Kernaussage des Vortrags gelten muss. Neben der Warnung vor „Rattenfängern und falschen Propheten“ in Zeiten des ständigen Wandels, „die Ängste schüren“, stellte Pater Christoph Kreitmeir ein Regelwerk mit zehn Punkten vor. Diese Richtlinien stammen vom Gründer des Ordens der Jesuiten, Ignatius von Loyola (1491-1556). Damit war eine klare Antwort auf die Frage „Wer sagt mir eigentlich, wo es lang geht?“ gegeben.

Der Referent beleuchtete die Sinn- und Wertdiskussion auch aus der weltlichen Sicht. Gültigkeit als Leitlinie für jedermann habe „unser Grundgesetz“. Religiöse Toleranz sei „ein hoher Wert“. Es gelte aber auch der Grundsatz, dass „unsere gesellschaftlichen Errungenschaften wie die Gleichberechtigung der Frau zu verteidigen sind“. Tröstlich für Christen sei der Satz, der laut Kreitmeir in der Bibel 365 Mal auftaucht: „Fürchte Dich nicht!“

Seine Ausführungen mit vielen Beispielen fanden Anklang bei den Zuhörern, die mit starkem Beifall dankten.

Viel Applaus hatte eine Woche zuvor auch Pater Michael Hubatsch bei seinem Vortrag geerntet. Vor 62 Zuhörern beleuchtete er das Thema Träume. Er erklärte, dass man das Sprichwort „Träume sind Schäume“ ruhig vergessen könne. Wer sich mit seinem wiederkehrenden Traum beschäftigt, gewinne meist wertvolle Selbsterkenntnis. „Sich damit beschäftigen soll aber nicht heißen, dass man die Bedeutung von Symbolen in einem Buch zum Thema nachschlagen soll. Jeder ist der beste Traumdeuter seiner selbst“, lautete das klare Fazit von Pater Michael Hubatsch.

 „Um dem Bedürfnis nach solchen Referaten nachzukommen, laden wir auch 2017 wieder zu den beliebten Füssener Kurgesprächen ein“, kündigte Pater Michael Hubatsch an. Neu im Team der Reihe ist dann der evangelische Pfarrer Jörn Foth aus Pfronten. Er gehörte zu den neun Referenten des diesjährigen Programms.

kb

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