Schlossverwalterin Schmidt lässt sich versetzten

Die "Schlossherrin" dankt ab

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Schloss Neuschwanstein braucht einen neuen Verwalter. Die derzeitige Schlossherrin hat ihren Abschied angekündigt.

Schwangau/München – Am Ende wurde der Druck wohl zu groß: Nach verschiedenen internen Querelen hat Schlossverwalterin Katharina Schmidt am vergangenen Donnerstag angekündigt, sich zum 1. November von ihrem Posten auf Schloss Neuschwanstein versetzen zu lassen.

Das teilte sie der Belegschaft in einer Personalversammlung mit. Ihre Amtszeit endet damit nach nur drei Jahren. Ob Schmidts angekündigte Versetzung freiwillig erfolgte oder nach den Querelen der vergangenen Monate auf Druck der Bayerischen Schlösserverwaltung (BSV), bleibt zunächst unklar.

Die BSV wollte sich zu den Vorgängen auf Anfrage des Kreisbote unter Verweis auf Personalgeheimnisse nicht äußern. Der Füssener SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert mutmaßte zwar gegenüber unserer Zeitung, dass die BSV bei der Entscheidung Schmidts wohl „gründlich nachgeholfen“ habe. Nach Information unserer Zeitung hat Schmidt aber tatsächlich freiwillig um eine Versetzung in die BSV gebeten.

Unter Druck

Die Schlossverwalterin stand seit längerem wegen ihres Führungsstils unter Druck. So hatte im Sommer ein Mitarbeiter vor dem Arbeitsgericht Kaufbeuren erfolgreich gegen zwei Abmahnungen geklagt. In der Verhandlungen wurden auch Mobbingvorwürfe laut. Zudem war seinerzeit von Schikane die Rede. „Die Situation ist verfahren und belastet das Arbeitsklima“, hatte seinerzeit sogar Gerhard Greiner, Anwalt des Freistaates Bayern, vor Gericht eingeräumt.

„Die Wegversetzung von Frau Schmidt ist aber nur ein erster Schritt“, sagte der Landtagsabgeordnete Wengert, seit längerem mit den Vorkommnissen auf dem Schloss vertraut. „Entscheidend ist jetzt, dass die Schlösserverwaltung endlich eine Amtsleitung einsetzt, die dieser Aufgabe sowohl fachlich als auch im Hinblick auf ihre Führungsqualität und Sozialkompetenz tatsächlich gewachsen ist.“

Die Demission Schmidts ist nicht der erste unrühmliche Abgang einer Führungskraft auf dem Märchenschloss. Ihr Vorgänger war 2013 nach Querelen mit den Untergebenen ebenfalls versetzt worden. Wer Schmidts Nachfolger wird, ist derzeit noch unklar. Die BSV wollte sich auf Anfrage auch dazu nicht äußern.

Für Dr. Paul Wengert ist allerdings klar: „Einen dritten Fehlgriff kann sich die Schlösserverwaltung wirklich nicht leisten.“ Ansonsten müsse der Chef selbst gehen. „Und vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn bei der Auswahl auch mal die Personalvertretung um Vorschläge gebeten würde.“

Matthias Matz

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