Persönlicher Einsatz

„Als Bürgermeister kann ich nicht nur reden. Ich muss etwas tun“. Und das hat Helmut Angl auch getan. Mit einer Einlage von 72000 Euro aus seinem Privatvermögen hat der Lechbrucker Bürgermeister eine Stiftung gegründet, deren einziger Zweck es ist, Lechbrucker Bürgern, die in einer Notsituation sind, unter die Arme zu greifen und zu helfen.

„Bei uns krankt es an vielen Ecken“, beschreibt Helmut Angl die Situation, vor allem die der älteren Mitbürger, auch in Lechbruck. Er habe nie verstehen können, so der frühere Kaufmann, wieso die Bürgermeister immer reden. „Aber jetzt bin ich Bürgermeister hier. Und ich kann nicht nur reden. Ich muss etwas tun“. Gerade auch durch das ehrenamtliche Engagement in Lechbruck wisse er um die Probleme und sieht, was etwa die Senioren angeht, dunkle Wolken aufziehen, die die „große“ Politik nicht im Stande sei, zu beheben. Stichwort Altersarmut, nennt Angl das Kind beim Namen. Es sei schon phänomenal, was man in Lechbruck ehrenamtlich leiste, lobte Angl seine Mitbürger. Sowohl in Punkto Jugend- wie Altenarbeit. Es sei auch darum gegangen, ein Zeichen zu setzen, so Angl, und einen ersten Schritt zu tun. „Ich bin auf 72 Monate als Bürgermeister gewählt“. Darum einen Tausender pro Monat, die er als Gesamtsumme jetzt einlege. „Ich habe in meinem Leben immer viel Glück gehabt. Jetzt kann ich mal was zurückgeben“. Strenge Vorgaben Mit der Summe könne man zwar nicht die Welt verändern. Andererseits aber ist es auch für Angl selbst keine Kleinigkeit. Die Summe fließt als Grundstock in eine „rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts“ ein, die der Kontrolle durch die Regierung von Schwaben unterliegt. Seit rund eineinhalb Jahren beschäftige er sich mit dem Thema, so Angl, und habe lange nach der richtigen Variante gesucht. Es gehe um unbürokratische Hilfe. Wo der, dem geholfen werden soll, nicht erst beweisen muss, dass es ihm schlecht geht. Mit der nun gewählten Rechtsform bleibe der mildtätige Charakter erhalten, den er bezwecke, so Angl, der auf Lebenszeit Stiftungsvorstand ist. Allerdings seien die Vorgaben recht streng, jedwede Arbeit für die Stiftung ist ehrenamtlich, seine Frau übernimmt die Stellvertretung, sollte der Rathauschef einmal nicht zur Verfügung stehen. Dafür erhielt Angl gestern in Augsburg die Stiftungsurkunde von der Regierung. Dann könne er aber auch Quittungen ausstellen, wenn jemand eine Summe für die Stiftung spendet oder zustiften, also den Kapitalstock erhöhen will. Mit dem Ertrag aus der Stiftung, aktuell seien etwa zwei bis zweieinhalb Tausend Euro aus der Summe pro Jahr zu erwarten, soll dann Lechbrucker Bürgern geholfen werden. Noch habe er nichts konkretes im Sinn, bislang gibt es auch noch kein Geld zu verteilen. Aber wenn mal Hilfe gebraucht wird, sei man bereit, so Angl. Nun gehe es nur noch darum, zu wissen, wo man helfen muss, wer die Hilfe wirklich brauche. Denn meistens redeten diese Menschen nicht gern über ihre Probleme. Das sei dann das größte Problem, erklärte Bürgermeister Angl.

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