Räte genehmigen Generalsanierung der Tiefgaragenzufahrt

Stadt will es richtig machen

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Wasser dringt in die Zu- und Abfahrt der Tiefgarage unter der Sparkasse ein und schädigt den Beton. Doch nach der Generalsanierung soll damit Schluss sein.

Füssen – Jetzt steht es fest: Die Tiefgaragenzufahrt unter dem Sparkassengebäude wird saniert. Nach dem Okay im Finanzausschuss (der Kreisbote berichtete) hat jetzt auch der Stadtrat grünes Licht gegeben.

Die Stadträte waren sich einig, dass die sogenannte Spindel endlich richtig saniert werden muss. Trotzdem stimmte Magnus Peresson (UBL) gegen den Antrag. Denn „eigentlich müsste das ein anderer zahlen“, so Peresson. „Hier wurde alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“, erklärte Peresson.  Die Folgen muss jetzt aber die Stadt ausbaden. Deshalb werde er aus Prinzip „nicht zustimmen“. 

Die Architekten waren „möglicherweise überfordert“, meinte auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Denn die Spindel hat kein durchgehendes Gefälle, wie es sein sollte, sondern auch ebene Flächen. Die haben Mulden, in denen sich Wasser und im Winter Salzwasser ablagert. Das dringt in den Boden ein und schädigt den Beton. Dadurch ist die Zufahrt „nicht in dem Zustand, in dem sie sein sollte“, so Iacob. 

Und das wird von Jahr zu Jahr schlimmer. So hat der verantwortliche Planer der Instandsetzung 2009 erklärt, dass sich die Kosten pro Jahr Verzögerung um zehn Prozent erhöhen könnten. Neueste Untersuchungen ergaben jetzt Kosten von rund 422.5050 Euro, falls die Stadt grundlegend sanieren und neben Gefällebeton auch eine Kunststoffbeschichtung verwenden werde. „Eine reine Schönheitsreperatur ist nicht sinnvoll, sonst fangen wir in fünf Jahren von vorne an. Wir können die Tiefgarage aber auch zusammenkrachen lassen“, meinte Iacob ironisch auf Peressons Bemerkung. 

80.000 Euro wird die Firma Geiger zur Sanierung beisteuern. Den Rest teilen sich die Stadt und die Sparkasse je nach der Anzahl ihrer Stellplätze. So kommen auf die Stadt Kosten zwischen 240.000 und 280.000 Euro zu. Wenn die Tiefgaragenzufahrt aber so saniert werde, wird sich die Firma Geiger bei allen zukünftigen Kosten beteiligen, erklärte Iacob. 

In der ruhigeren Zeit zwischen Dreikönig und Ostern 2015 soll dann gebaut werden. In dieser Zeit wird die Tiefgarage halbseitig gesperrt. Das hielten die Stadträte für eine gute Lösung, bis auf Magnus Peresson stimmten sie für den Antrag.

Katharina Knoll


Füssen – „Die Maßnahme wird möglicherweise gravierender sein als zunächst gedacht.“ Die Probleme mit der Entwässerung zwischen Sparkassengebäude und den Pyramiden sowie in der Sparkassen-Tiefgarage beschäftigte am Dienstagabend auch den Bauausschuss. Einig waren sich die Stadträte darin, dass man Bauherren und Architekten bei ähnlichen Bauvorhaben künftig etwas genauer auf die Finger schauen sollte. 

Als „völlig marode“ bezeichnete Bürgermeister Paul Iacob (SPD) den Zustand von Pflaster, Versiegelung, Armierung und Isolierung zwischen Sparkassengebäude und den Pyramiden (der Kreisbote berichte mehrfach). Wer die Verantwortung für das Desaster trägt, steht für ihn fest: „Wir haben festgestellt, dass die Arbeiten von den Architekten nicht so beaufsichtigt wurden, wie es hätte sein sollen“, berichtete er. „Die gesamte Baumaßnahme ist nicht so ausgeführt worden, wie man es erwarten könnte.“ Das sei Pfusch, „das tut weh!“ Allerdings habe sich der damalige Stadtrat seinerzeit möglicherweise auch ein bisschen zu sehr auf die beim Bau federführende Sparkasse Allgäu verlassen. „Die hätten das damals richtig händeln müssen“, sagte Iacob am Dienstagabend. In die gleiche Richtung ging Stadtrat Magnus Peresson (UBL/FDP). „Wir zahlen jetzt für die Versäumnisse anderer“, erklärte er. Daher sollte der Stadtrat bei Projekten dieser Art „künftig aufmerksamer sein“. Bürgermeister Iacob warnte allerdings davor, sich zu sehr in Bauprojekte und deren technische und statische Details einzumischen. Dafür gebe es nun mal Experten. „Das ist nicht unsere Aufgabe“, betonte er. Verträge mit Bauherren zur Absicherung der Stadt schlug daher Dr. Martin Metzger (BfF) vor. „Vertrauen ist gut, aber ein Vertrag tut keinem weh“, meinte er. Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU) regte in diesem Zusammenhang außerdem den Abriss der Pyramiden in der im Volksmund so genannten „Straße der Pharaonen“ an. Diese würden die Sichtbeziehungen stören.

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