Studenten der TU München stellen ihr selbst entwickeltes Rennauto bei Plansee vor

"Ordentlich gefordert"

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Der Rennwagen der Münchner Studenten sorgt auf dem Werkgelände von Plansee für große Augen bei den zahlreichen Zuschauern.

Reutte – Leicht, klein aber giftig – das trifft vor allem auf einen Boliden der besonderen Art zu: Wo sonst die Mitarbeiter von „Plansee“ ihre fahrbaren Untersätze parken, raste kürzlich ein kleiner Flitzer über den Asphalt.

Nach Abschluss der Rennsaison präsentieren Studenten der Technischen Universität München (TU) ihr ultraleichtes, selbstgebautes und konstruiertes Gefährt, mit dem sie zuvor erfolgreich in Europa unterwegs waren.

Die Presse vor, und zahlreiche Mitarbeiter – darunter der gesamte Vorstand von Plansee – hinter der Absperrung, verfolgten mit Interesse das Geschehen. Der Ort war gut gewählt, hatte doch das Tiroler Parade-Unternehmen die Studenten in ihrem Arbeiten tatkräftig unterstützt.

Unter anderem fertigte Plansee im Auftrag der Studenten Dreh- und Frästeile aus hochfestem Aluminium („Fliegeralu“), die im gesamten Fahrzeug verbaut werden: Bei der Einspritzung und Steuerung ebenso wie für Elemente des Fahrwerks, für die Heckflügel oder die Hinterradlenkung.

Projektleiter und Bearbeitungsexperte Stefan Füller: „Die Studenten haben uns mit ihren Konstruktionszeichnungen ordentlich gefordert – die Teile waren sehr komplex und filigran – schließlich geht es im Rennsport um jedes Gramm.“

Die Bearbeitung der anspruchsvollen Teile hatten Zerspanungslehrlinge bei Plansee übernommen. Ausbildungsleiter Peter Frick: „Gemeinsam haben wir anhand der Konstruktionszeichnungen eine Bearbeitungsstrategie entwickelt, um die Teile gut und günstig zu fertigen“. Das Rennteam „TUfast“ ist eine Studenteninitiative an der TU München.

Die Studenten konstruieren und bauen jedes Jahr jeweils einen Rennwagen mit Verbrennungs- und Elektromotor. Dabei wird jeder einzelne Herstellungsschritt – wie in einem professionellen Betrieb – von den angehenden Ingenieuren, Informatikern, Betriebswirtschaftlern und Designern umgesetzt.

„Genau die richtige Zielgruppe für uns – engagierte, junge Leute, die etwas bewegen wollen“, begründet Sabine Fuchs, Leiterin Führungskräfte- und Organisationsentwicklung bei Plansee, das Sponsoring der Studenten-Initiative. Studenten fahren vorne mit Nach Rennen in Spanien, Österreich, Deutschland und England erreichte der Elektrobolide der TU München Platz 3 im Gesamtklassement.

Die Vorstellung des Verbrennungsboliden auf dem Werksgelände von Plansee wurde mit Spannung verfolgt, den Studenten wurde der gebührende Respekt für ihr Engagement gezollt und die an der Produktion Beteiligten aus dem Werk sahen ihre Arbeit bestätigt.

Hans Nikolussi

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