Ceratizit weiht neues Gebäude ein

So sieht das neue Produktions- und Bürogebäude des Hartstoffunternehmens Ceratizit aus. Am Donnerstag hat das Unternehmen sein Gebäude mit einem umfangreichen Programm in Betrieb genommen. Foto: Ceratizit

Reutte – Der Hartmetall-Verarbeiter Ceratizit will am Standort Reutte wachsen. Dabei hat er sich einen ehrgeizigen Plan gesetzt: Die Produktion der Wendeschneidplatten zu verdoppeln und 50 Prozent mehr Stäbe zu produzieren. Das soll mit einem neuen Gebäude möglich werden, das nun eröffnet wurde. 

„Der Schritt ist groß“, gab Thierry Wolter, Vorstand bei Ceratizit, zu. „Doch als Privatunternehmen können wir uns leisten längerfristig zu planen“, fügte er an. Schließlich gab es auch Zeiten, da sei man dem Markt hinterhergelaufen, das „wollen wir nicht mehr“, so Wolter. 700 Millionen Euro Umsatz hat das Unternehmen zuletzt erzielt. Obwohl 2013 ein „Stabilitätsjahr“ war, in dem das Unternehmen nicht gewachsen sei, wie Wolter zugab, plant das Unternehmen für 2014 ein Wachstum von fünf bis zehn Prozent. Vor allem auf dem Weltmarkt habe das Unternehmen dafür noch viel Potential. 

 Dabei muss das Unternehmen allerdings mit steigenden Lohnkosten kämpfen, wie Peter Fink, Geschäftsführer bei Ceratizit Österreich, erklärte. Zudem werden die Rohstoff- und Strompreise weiter steigen. Bei der Rohstoffversorgung sei Ceratizit aber „gut aufgestellt“, so Wolter. Während das Unternehmen vor zehn Jahren nur eine Rohstoffquelle hatte, habe man jetzt vier bis fünf. Auch an Nachwuchskräften mangelt es derzeit nicht, so Fink. Das Unternehmen hat in Reutte 120 Auszubildende und es gibt mehr Bewerber als Lehrstellen. 

 Nachdem Ceratizit seine Produktion bereits in den USA und Indien ausgebaut hat, war nun Reutte dran. Nach insgesamt zwei Jahren Planung und Bauzeit steht dem Unternehmen nun 7800 Quadratmeter mehr Produktions- und Bürofläche zur Verfügung. Das Besondere daran: die sogenannte Sintereiproduktion ist zum ersten Mal auf zwei Etagen verteilt. Das hatte aber zur Folge, dass die statischen Anforderungen jenen bei einer Brücke gleichen. Da außerdem kein Platz war, Baumaterial zu lagern, mussten die Teile nach der Lieferung sofort verbaut werden. Auch der Umzug war nicht ganz einfach. Da man keinen Produktionsstopp wollte, musste Anlage für Anlage umsiedeln. Mit 24 Zulieferern aus der Region hat Ceratizit bei dem Bau zusammengearbeitet. Ziel war es die regionale Wirtschaft zu stärken.

Ceratizit ist derzeit der viertgrößte Hartmetallhersteller der Welt, erklärte der Vorstand. Dabei ist das Unternehmen in bestimmten Branchen Weltmarkt-führer für Hartstoffprodukte für Verschleißschutz und Zerspanung. Zur Hälfte gehört das Unternehmen jeweils der Plansee Group und Luxemburger Aktionären und das wird auch so bleiben, versprach Wolter. Insgesamt beschäftigt Ceratizit 5140 Mitarbeiter, 726 davon in Reutte. In den vergangenen zehn Jahren investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben 150 Millionen Euro im Außerfern.kk

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