FCF stellt beim CSU-Herbstfest seine Pläne für einen Kunstrasen-Fußballplatz vor

Geringere Pflege und Kosten

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Kinder des FC Füssen zeigen den CSU-Mitgliedern ein Stück Kunstrasenplatz. 

Hopfen – Beim Herbstfest der CSU-Ortsgruppe Füssen hat der Fußballclub Füssen erstmals seine Pläne für einen Kunstrasen-Fußballplatz vorgestellt.

Bernd Kanat, Jugendtrainer des FCF, erklärte den CSU-Mitgliedern, darunter auch Füssener Stadträten, die Idee eines ganzjährig bespielbaren Fußballplatzes, der auch die touristische Attraktivität Füssens erhöhen würde.

Der FC Füssen ist einer der größten Vereine der Lechstadt mit über 500 Mitgliedern, darunter 250 Kinder sowie 80 aktiven Erwachsenen, die zusammen in 17 Mannschaften kicken. Nicht nur deshalb war es dem Vorsitzenden der Ortsgruppe, Peter Hartung, wichtig, den Sportlern eine Plattform zu bieten, ihr Projekt vorzustellen.

Angesichts des Skaterplatzes und der Pläne der Baseballspieler, ging Hartung mit der „Sportpolitik“ der Stadtverwaltung ins Gericht. Man müsse den Sport in Füssen gerade mit Blick auf die nicht gerade rosige Haushaltssituation ganzheitlich sehen. Es brauche einen Runden Tisch, bei dem alle Verein ihre Planungen vorstellen könnten. Er habe von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die Zusage, dass noch im Herbst ein solcher Runder Tisch stattfinden solle, so Hartung.

Als FCF-Jungendtrainer ist Bernd Kanat in das Projekt Kunstrasenplatz involviert und weiß um dessen Vorteile. Dass man hinter einem Fußballclub mehr sehen muss, als nur Balltreter, das machte Kanat in seinem Vortrag als erstes deutlich. Der FCF ist, so Kanat, vertreten bei WIR in Füssen, nimmt am Ferienprogramm teil, am Weihnachtsmarkt sowie dem Faschingsbällen. Er ist außerdem bei der Stadtolympiade aktiv und hat wohl das größte Kinder- und Jugendförderprogramm Füssen.

Deshalb wurden die Pläne für den Kunstrasenplatz schon kurz nach der Jahrtausendwende aus der Taufe gehoben, nach nur vier Jahren aber 2006 erst einmal wieder beerdigt angesichts der desolaten Finanzsituation und fehlenden Möglichkeiten. 2014, so Kanat, habe man die Projektgruppe wiederbelebt und sei nun in der aktiven Projektphase.

1900 Stunden in Betrieb

Denn die Fußballer benötigen dringend einen Kunstrasenplatz, so Kanat. Warum, zeigte der Jugendtrainer. Allein beim Trainingsbetrieb des FC Füssen – das heißt, ohne Spielbetrieb, ohne die Spieler von Türkgücü Füssen oder der TSG – werden die vorhandenen Plätze mehr als 1900 Stunden pro Jahr, bespielt. Aber schon bei der Hälfte der Zeit sinke die Qualität eines Naturrasenplatzes erheblich, so Kanat. Die „Spielfläche erleidet Folgeschäden, die mit höheren Sanierungsmaßnahmen behoben werden müssen“, sagte Kanat. Eine reine Rasenpflege sei nicht ausreichend.

Einen Kunstrasenplatz könne man rein theoretisch den ganzen Tag über und 365 Tage im Jahr bespielen. Es reiche, den Kunstrasen „abzusaugen“, so der Trainer. Und weiter: „Je höher die Nutzung“, machte Kanat klar, „desto geringer die Kosten pro Spielstunde“. Ab einer Nutzung von mehr als 1800 Stunden pro Jahr sei ein Kunstrasen dringend notwendig, wobei es seitens der Hersteller eine Garantie auf 20 Jahre gibt. Das heißt, vor Ablauf dieser Frist entstehen keine Kosten zu Sanierung oder Instandsetzung des Kunstrasens.

Demgegenüber zeigte Kanat auf, wo die Probleme der aktuellen Plätze liegen, sind doch die Schäden sogar auf Luftbildern erkennbar.

Sanierungskosten steigen

Allein für das Flutlichtspielfeld mussten 11.000 Euro investiert werden, der TSG-Platz wurde 2009 für rund 20.000 Euro saniert. Trotzdem gab es immer wieder Spielabbrüche aufgrund des schlechten Zustandes der Plätze. Heuer allein gab es zwei Unfälle mit Achillessehnenrissen zu beklagen. Man müsse auf andere Plätze ausweichen, diese für viel Geld buchen und könne andererseits keine Trainingslager oder Vereinsturniere abhalten, die wiederum Geld in die Kassen spülen würden. Und mit fortschreitender Abnutzung steigen auch die Kosten für die Sanierung, so Kanat.

Gut ein Dutzend Gründe hatte Kanat zusammengetragen, die für einen Kunstrasenplatz sprächen. Neben der hohen Belastbarkeit und dem geringen Wartungsaufwand könnte man die soziale Resonanz erhöhen. Hier erwähnte Kanat Trainingslager aus früheren Zeiten sowie die „großen Clubs“, die etwa ins Oberallgäu oder nach Reutte kämen zum Training.

Daneben könne man die Zahl der Nutzer erhöhen –Mädchenmannschaften oder die Schulen– neue Einnahmequellen erschließen und die Sportstadt Füssen stärken. Und damit, last but not least, die touristische Attraktivität Füssen erhöhen und vielleicht sogar die Hotellerie besser auslasten.

Fördermittel sind möglich

Man habe diesmal auch die finanzielle Seite beleuchtet. So könnte der Verein eventuell Finanzmittel aus EU-Fördertöpfen oder vom Bayerischen Fußballbund anzapfen und auf Zuschüsse der Kommunen und vom Land hoffen. Schaut man sich den Kunstrasenplatz in Schwabbruck bei Schongau an, so ist dieser, betonte Kanat, im 100-Minutentakt von neun Uhr morgens bis 22 Uhr ausgelastet und spült somit konstant Geld ein. Die Kosten, inklusive Flutlicht und Architekten, bezifferte Kanat auf 390.000 Euro, wobei der eigentliche Rasenplatz mit 100 auf 58 Metern rund 290.000 Euro kosten würde.

Neben den Zahlen und Fakten stieß auch das Stück Kunstrasen, das Kanat mitgebracht hatte, für Interesse und sorgte für Diskussionen. Nun wird der FC Füssen das Projekt auch den anderen politisch Verantwortlichen vorstellen. Als nächstes dürfte es dann den runden Sportlertisch unter Leitung der Sportverantwortlichen geben. Und anschließend wird man weiter sehen müssen.

Oliver Sommer

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