In Füssen und Kempten will die KVB künftig neue Wege gehen

Pilotregion Allgäu

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Mit einem eigenen Fahrdienst sollen die Ärzte künftig zu den Patienten gebracht werden.

Füssen/Kempten - Mit dem Start der Bereitschaftspraxen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) an den Kliniken in Füssen und Kempten Anfang Juli soll der neustrukturierte ärztliche Bereitschaftsdienst erprobt werden. Das Allgäu ist eine von mehreren Pilotregionen, in denen diese neue Struktur getestet werden soll.

Die Regionalen Vorstandsbeauftragten der KVB für Schwaben, Dr. Jakob Berger und Dr. Karl Ebertseder, und der Projektleiter für die Pilotregion Allgäu, Manuel Holder, stellten vergangene Woche in Kempten den neu strukturierten ärztlichen Bereitschaftsdienst vor, der ab dem 4. Juli die bisherige Bereitschafts-Dienst-Struktur ablösen wird.

Mobiler Dienst 

Wie am Krankenhaus Immenstadt soll auch in Kempten und in Füssen eine Bereitschaftspraxis in die Krankenhäuser integriert werden. Zusätzlich zu diesen stationären Einrichtungen werde ein mobiler Bereitschaftsdienst eingerichtet, hieß es in der Veranstaltung. Während der diensthabende Arzt bisher selbst zu den Patienten fahren musste, wird derzeit ein eigener Fahrdienst organisiert, der die Bereitschaftsärzte künftig an die Einsatzorte bringen soll. „Einerseits können sich die Ärzte bei dieser Vorgehensweise besser auf die medizinischen Maßnahmen und die Vor- und Nachbearbeitung des Patientenbesuches konzentrieren. Andererseits gewährleistet das Personal des Fahrdienstes Unterstützung und Absicherung im Einsatz“, erläuterte der für den hausärztlichen Bereich zuständige Vorstandsbeauftragte Dr. Jakob Berger.

 In der künftigen Pilotregion Allgäu soll dieser Fahrdienst über den Kreisverband Oberallgäu des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) organisiert werden. Der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Oberallgäu, Alexander Schwägerl, freute sich, dass die fachlichen Kompetenzen des Sanitätspersonals des Roten Kreuzes bei diesem Fahrdienst eingebracht werden können. Der für den Fachärztlichen Bereich zuständige regionale Vorstandsbeauftragte Dr. Karl Ebertseder ergänzte diese Informationen mit dem Hinweis, dass auch die Fachärzte verstärkt beim neuen ärztlichen Bereitschaftsdienst dabei seien.

Mit der Umstrukturierung der Bereitschaftsdienste soll auch ein weiteres Ziel erreicht werden: eine bessere Verteilung der Bereitschaftsstunden zwischen den Ärzten auf dem Land und in der Stadt. Erste Erfahrungen aus anderen Pilotregionen Bayerns würden zeigen, dass diese neuen Strukturen die Bereitschaftsstunden der Ärzte in den ländlichen Regionen deutlich reduzieren können. Das sei ein nicht unbedeutender Entscheidungsfaktor für angehende Jungärzte, wenn es darum gehe, eine Praxis in den Städten Augsburg, Kempten oder beispielsweise in der Gemeinde Rettenberg (Oberallgäu) zu eröffnen.

sop

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