Punktgleich mit ESV Kaufbeuren

Durch die Siege Nr. 7 in Grafing gegen Klostersee mit 3:2 (1:0, 0:0, 2:2) und Nr. 8 am Sonntag mit 8:5 (4:1, 3:0, 1:4) im Derby gegen Kaufbeuren in Folge schloss der EV Füssen nun punktgleich zum Tabellendritten ESV Kaufbeuren auf, der nur die bessere Tordifferenz hat. Der Abstand zu Verfolger Passau mit 2 Punkten Rückstand auf Platz 5 hat sich allerdings nicht verringert, da Passau ebenso am Wochenende zweimal erfolgreich war und zwar am Freitag mit 2:0 in Kaufbeuren und am Sonntag zuhause gegen Leipzig mit 4:3, wobei das erstaunliche in dieser Partie war, dass Passau keine Strafzeit erhielt und Leipzig nur 2 Minuten.

EHC Klostersee – EV Füssen vom 5.12.2008 Seinen siebten Sieg in Folge errang der EV Füssen am Freitag im Eisbunker in Grafing gegen den EHC Klostersee mit 3:2 (1:0, 0:0, 2:2). Es war das erwartet schwierige Spiel, welches nicht gerade angetan war, die magere Kulisse von 306 Zuschauern in Stimmung zu bringen. Aufgrund der Gesamtleistung der Füssener war der Sieg jedoch verdient und hatte somit das Selbstvertrauen für das Derby am Sonntag gegen Kaufbeuren gestärkt. Die ersten beiden Drittel waren für die paar Zuschauer kein Grund, sich anhand der beidseits gezeigten Leistungen zu erwärmen. Den Gastgebern merkte man an, dass ihnen einige Stammspieler fehlten und Neuzugang Grill natürlich noch nicht die Bindung finden konnte. Bei Füssen war klar zu erkennen, dass, wie später auch Trainer Dave Rich im Pressegespräch meinte, sich das Derby im Unterbewusstsein der Mannschaft manifestiert hatte. Zwar hatten die Grafinger in der 2. und 5. Minute ganz manierliche Torchancen, doch Torwart Thomas Zellhuber war ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Dann hatten sich die Füssener aufgewärmt, denn auf einmal lief es besser und Klostersee musste sich immer wieder durch Befreiungsschüsse retten. Als dann Mitte des ersten Drittels ein Linienrichter „abgeschossen“ wurde und erst nach einer Verschnaufpause wieder einsatzfähig war, nutzte dies der neue Trainer A. Stein zu einer Mannschaftsbesprechung, die jedoch keine Früchte trug. Im Gegenteil, der wie immer rührige Ruslan Bezshchasnyy und Florian Häfele bedienten Andrej Naumann zum Führungstreffer in der 12. Minute. Dieses Tor regte beide Mannschaften zu mehr Aktivitäten an und Klostersee-Spieler J. Wieser als auch Matthias Ziegler scheiterten frei an dem jeweiligen gegnerischen Torwart. Eine jeweilige Überzahl noch vor der ersten Drittelpause blieb ohne Erfolg. Das zweite Drittel blieb dann torlos, wobei keine Mannschaft die sich nun mehrenden Strafzeiten nutzten konnte und Füssen einmal sogar in doppelter Überzahl agierte. Aber das Überzahlspiel ist zurzeit einfach nicht die Stärke der Füssener Leoparden. Der letzte Abschnitt begann mit einem Knaller aus Füssener Sicht, denn schon nach 21 Sekunden gelang Michel Maaßen nach hervorragender Vorarbeit durch Sebastian Eickmann (er blockte ganz fair einen gegnerischen Angreifer ab, was zum Scheibengewinn führte) der zweite Füssener Treffer. Nun musste Klostersee natürlich gegenhalten und kam auch zwei Minuten später zu einer großen Chance, scheiterte aber. Eickmann rettete für den schon geschlagenen Zellhuber. Der Gegenangriff von Füssen blieb auch ohne Erfolg. In der 45. Minute nutzte dann David Burgess eine Überzahl bereits nach 6 Sekunden auf Zuspiel von Doug Orr und Ruslan Bezshchasnyy zum vermeintlich sicheren 3:0, wobei im offiziellen Spielbericht nach Ende des Spiels Ruslan Bezshchasnyy als Torschütze auftauchte. Aber nur 11 Sekunden später hatte Thomas Zellhuber gegen den Anschlusstreffer durch Philipp Quinlan keine Chance. Kurz darauf scheiterten Andrej Naumann und Ruslan Bezshchasnyy an Torwart Ashton. Die Partie hatte so richtig Fahrt aufgenommen, beide Mannschaften hatten Torchancen, wobei Füssen mit insgesamt 48 Torschüssen einiges vor Klostersee lag. Der Gastgeber jedoch war es, der mit dem 2:3 knapp zwei Minuten vor dem Ende der Partie noch einmal Spannung aufkommen ließ, wobei die Schiedsrichter übersahen, dass Klostersee kurzzeitig mit 6 Mann auf dem Eis war. Dave Rich nahm sofort eine Auszeit und kurz darauf auch A. Stein von Klostersee. Dieser nahm auch eine Minute vor Schluss den Torwart zugunsten eines 6. Feldspielers vom Eis. Füssen gelang es gleich dreimal hintereinander nicht, das leere Tor zu treffen, aber auch Klostersee hatte noch zwei riesige Chancen zum Ausgleich. Letztendlich verblieb es beim verdienten 7. Erfolg der Füssener in Folge. Trainerstimmen: Dave Rich, Füssen: Das war kein leichtes Spiel für uns. Wir hatten eine große Hürde, jeder weiß, dass wir am Sonntag das Derby daheim gegen Kaufbeuren haben. Da hat jeder viele Gedanken daran. Wir müssen aber erst einmal hier in Klostersee spielen und gewinnen. Der neue Trainer und seine Mannschaft haben uns das Leben nicht so leicht gemacht. Gott sei Dank haben wir die drei Punkte gemacht. Das war heute kein gutes Spiel von uns. Ich hoffe, dass das am Sonntag besser wird. Alex Stein, Klostersee: Ich bin hier eine Woche, ich meine, die Spieler wollen alles richtig machen, der Wille ist da. Im ersten Drittel hatten wir zu viel Angst. Der neue Trainer, wo muss ich spielen usw. Die Spieler haben zu viel gedacht. Im zweiten Drittel haben wir viel besser gespielt, aber zu viele dumme Strafzeiten erhalten. Im letzten Drittel haben wir zwei schnelle Tore bekommen, ich musste meine Spieler wieder positiv motivieren. Es hat leider nicht mehr ganz gereicht, bedingt auch durch den Ausfall vieler Spieler. EV Füssen – ESV Kaufbeuren Eine torreiche Begegnung bekamen die 2747 Zuschauer in der BLZ -Arena beim Derby zwischen dem EV Füssen und dem ESV Kaufbeuren geboten. Dabei lag der Gastgeber nach zwei Dritteln schon mit 7:1 in Front. Im letzten Abschnitt Ende schalteten die Gastgeber gleich ein paar Gänge zurück und so versäumten sie es, ein durchaus mögliches zweistellige einzufahren einzufahren, aber der Sieg fiel mit 8:5 (4:1,3:0,1:4) doch noch recht deprimierend für die Gäste aus. Mit der zwar nicht erhofften aber doch höher als erwarteten Zuschauerzahl musste der EV Füssen angesichts der Witterungsverhältnisse und der Freitagsniederlage der Kaufbeurener zufrieden sein. Die Heimmannschaft legte von Beginn an gleich los. Zwei Chancen in den ersten zwei Minuten ließ den heimischen Anhang hoffen. Doch die erste Strafzeit der Füssener nutzte Kaufbeurens Kapitän Thorsten Rau (Ekblad, Saurette) zum 0:1 in der 3. Minute. Der Füssener Anhang war auch aufgrund der immer wieder gefährlich vor dem Füssener Tor auftauchenden Kaufbeurer etwas beunruhigt. In der 11. Minute war es ausgerechnet ein Ex-Kaufbeurener, der mit dem Ausgleich erfolgreich war und ein wahres Scheibenschiessen auf das Joker-Tor einleitete: Markus Vaitl (Andrej Naumann, Doug Orr) erlöste die schwarz-gelben Fans mit dem Ausgleich. Die Mannschaft war auf einmal voll da und die Fans standen Kopf, als in der 14. Minute binnen 23 Sekunden Doug Orr (Naumann, Vaitl) und Matthias Ziegler (David Burgess, Björn Friedl) auf 3:1 erhöhten. Gästetrainer Marcus Bleicher nahm daraufhin eine Auszeit. Doch der Hausherr ließ sich vom Toreschiessen nicht abbringen. David Burgess erzielte im Zusammenspiel mit Ruslan Bezshchasnyy und Fabian Krull das 4:1, was gleichzeitig der Pausenstand war. Auch im zweiten Drittel ließ Füssen nicht locker und Michel Maaßen (Björn Friedl, Sebastian Eickmann) wurde zum schon fast vorentscheidenden 5:1 bejubelt. Kurz darauf musste ESV-Kapitän Thorsten Rau vorzeitig in die Kabine. Bei einer unglücklichen und ganz sicher unabsichtlichen Aktion geriet sein Schläger in Gesichtshöhe eines Füssener Gegenspielers, der damit getroffen wurde. Hauptschiedsrichter Willi Schimm verhängte aufgrund der Regularien eine Fünf plus Spieldauerstrafe. Da sich dann aber unverständlicherweise Kaufbeuren weitere Strafzeiten leistete, bestraften die Füssener die Undiszipliniertheiten in doppelter Überzahl durch Ricky Helmbrecht (Burgess und Christian Krötz) per unhaltbarem Schlagschuss in den Winkel mit dem 6:1, dem in immer noch einfacher Überzahl durch Fabian Krull (Vaitl, Maaßen) das 7:1 folgte. Conti im Tor der Kaufbeurener, der nicht immer den sichersten Eindruck machte, musste nun Fritz Hessel Platz machen. Der bewahrte seine Mannschaft vor einem Debakel, denn noch in diesem Abschnitt war es nicht vermessen, an ein zweistelliges Ergebnis zu glauben. Im letzten Drittel rieben sich die Füssener verwundert die Augen. Füssen mit dem klaren Vorsprung im Rücken ließ es zu leicht angehen, spielte sein Spiel nicht weiter. Prompt wurde das bestraft. Kevin Saurette und Emil Ekblad verkürzten in der 46. Minute binnen 22 Sekunden auf 7:3. Die Kaufbeurener witterten natürlich Morgenluft und kurz nach einer überstandenen Strafzeit musste der EVF in der 50. Minute das 7:4 durch Selea hinnehmen. Jetzt nahm EVF-Coach Dave Rich unverzüglich eine Auszeit. Genau 51 Sekunden später fiel das wichtigste Tor der Begegnung durch Doug Orr auf Pässe von Vaitl und Burgess. Gespielt waren genau 50 Minuten. Aufatmen bei allen Füssenern, da Kaufbeuren zwar kurzzeitig geschockt war, dann aber doch noch einen Treffer durch Dominic Krabbat (Webb, Saurette) erzielte. Einen „Punkt“ nahmen jedoch die Kaufbeurener Fans mit nach Hause. Sie waren, von einigen Ausnahmen, die es aber überall gibt, friedlich und sie zeigten den ungewohnt „zurückhaltenden“ Füssener Fans, wie man seine Mannschaft auch dann noch anfeuert, wenn sie schon fast hoffnungslos zurückliegt. Sind die Füssener Fans nach 8 Siegen in Folge schon „begeisterungsmüde“? Jedenfalls sind die, die immer versuchen, beste Stimmung zu machen, mächtig sauer. Vorschau: Am Freitag geht es nach Deggendorf. Der Tabellensiebte liegt 23 Punkte hinter Füssen. Von seinen 27 errungenen Punkten hat er jedoch allein 6 (!) gegen Füssen gewonnen. Im ersten Spiel gewann Deggendorf zuhause 6:3 und im zweiten Match in Füssen 4:2. Mittlerweile haben die Niederbayern in Gert Kompain einen neuen Trainer gefunden. In Österreich gilt er als Eishockey-Legende. Von 1979 bis 1989 war er als Verteidiger bei Klagenfurt und gewann fünfmal die österreichische Meisterschaft. In dieser Zeit war er auch Mitglied der Nationalmannschaft und war auch mit dieser bei den Olympischen Spieler 1988 in Calgary (9. Platz). Nach weiteren Jahren in Graz, Zell am See und Zeltweg. Dort begann auch seine Trainerlaubahn. Nach wiederum weiteren Stationen in Klagenfurt, Nationalmannschaft, Bled in Slowenien und Wien kam er nach Stuttgart und trainierte die Stuttgart Wizards in der Oberliga. Weitere Stationen waren die in Linz als Co-Trainer, ein paar Jahre sportlicher Leiter in Graz und zuletzt heuerte er beim HK Vojvodina in Serbien an, der aber finanziell vor dem Aus steht. Die Deggendorfer Mannschaft bot am letzten Freitag unter diesem neuen Trainer Tabellenführer Rosenheim lange Zeit Paroli und verlor unglücklich mit 2:3. Am Sonntag holte sie sich mit einem 5:4 in Landsberg drei Punkte, wobei der Siegtreffer bereits in der 32. Minute fiel und Landsberg erst in der 59. Minute zum Anschlusstreffer kam. Es ist also höchste Konzentration und Kampf angesagt, um im dritten Spiel gegen diese Mannschaft zu punkten. Wenn die Mannschaft so wie in den letzten 8 Spielen, vor allem aber wie im Spiel gegen Kaufbeuren (ohne die teilweise Passivität im letzten Abschnitt) agiert, müsste die Serie halten und damit gewappnet sein für einen weiteren Hit am Sonntag. Da kommt um 18.00 Uhr der derzeitige Tabellenführer Rosenheim ins heimische BLZ. Tabellenführer aber nur dann, wenn er zuhause am Freitag gegen Berlin nicht verliert und Peiting zuhause gegen Passau gewinnt. Die Rosenheimer sind ja ob der erst vor 2 Wochen erlittenen Heimniederlage mit 2:3 n.P. vor den Füssener gewarnt, wobei Füssen eigentlich dem Spielverlauf entsprechend schon früher den Sack hätte zumachen können und Rosenheim erst in der 52. Minute zum Ausgleich kam. Es wäre schön, nach einem (hoffentlichen) Sieg in Deggendorf die Serie auf 10 gewonnene Spiele vor hoffentlich vielen Zuschauern auszubauen. Rosenheim wird dies aber mit allen Mitteln zu verhindern versuchen. Das Ziel von Rosenheim ist ja (wie in Kaufbeuren auch) der Aufstieg. Warum sollte es dem EVF nicht gelingen, dieses Ansinnen etwas schwierig zu gestalten. dg

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