Nesselwang will sein Loipennetz verkleinern

Der Aufwand ist zu groß

+
Weniger Loipenkilometer wird es künftig in Nesselwang geben: Statt 40 sollen es nur noch 20 Kilometer sein. Dadurch soll sich allerdings die Qualität verbessern.

Nesselwang – Wer im Winter auf Langlaufskiern seine Runden in Nesselwang drehen will, dem stehen künftig weniger Loipenkilometer zur Verfügung. Um den Sportlern eine gute Qualität bieten zu können, müssten die Loipen verkleinert werden, erklärte Tourismuschef Pirmin Joas im Gemeinderat.

Er stellte Verbesserungsmöglichkeiten bei der Streckenführung, der Beschilderung und der Präparierung der Loipen vor. Diesen Änderungen stimmten die Räte ohne Vorbehalt zu. „Das Thema Loipen wurde auch hier im Rat schon immer wieder heiß und viel diskutiert. Aber es besteht hier dringender Handlungsbedarf für Verbesserungen“, stellte Pirmin Joas fest. Seit er die Tourist Information leite hatte er die Möglichkeit das Nesselwanger Loipennetz zu beurteilen.

Die vergangene Wintersaison war geprägt vom Schneemangel sowohl am Berg als auch auf den Loipen. „Langlauf hat in Nesselwang eine große Relevanz“, so Joas in der Sitzung. Dies sei auch eine Folge von Michael Greis und der vielen erfolgreichen Sportler, die aus Nesselwang kommen.

Er stellte die einzelnen Loipen und deren Verbesserungspotenzial vor. „Es handelt sich bisher nur um Planungen. Es steht noch nichts endgültig fest“, stellte der Leiter der Tourist-Information klar. Die schneesicherste Loipe ist die Kappeler Runde, die beim Trendsportzentrum beginnt. Sie ist vier Kilometer lang und weist 30 Höhenmeter auf, erklärte Joas. Diese Runde soll als Premium-Loipe hervorgehoben werden, wobei hier die rechtzeitige Präparierung wichtig sei.

Zudem könne die Streckenführung noch verbessert werden, so der Leiter der Tourist Info. Diese Runde kann durch eine Pistenwalze präpariert werden. Die tägliche Kontrolle der Loipe funktionierte durch den Skiklub Nesselwang bisher sehr gut, da auf dieser Strecke auch der Skiclub-Nachwuchs trainiere, so Joas. Die Parkmöglichkeiten am Trendsportzentrum begünstigen den direkten Einstieg in diese Runde.

Probleme bei Präparierung

Daneben gibt es die Grüntensee-Runde. Sie ist 10,6 Kilometer lang und weist 90 Höhenmeter auf. Außerdem bietet sie über das Feriendorf Reichenbach einen Anschluss an das Wertacher Loipennetz. Die Präparierung und Kontrolle erfolgt hier durch die Zusammenarbeit mit Wertach. „Aufgrund des Neubaugebiets ‚Im Gern‘ muss hier eine Änderung der bisherigen Streckenführung erfolgen“, so das Resümee des Touristik-Chefs.

Die bisherige Kögelweiher-Runde (11,6 Kilometer lang mit 128 Höhenmetern) und die anhängende Thaler Runde (8,3 Kilometer lang mit 68 Höhenmetern) sollen dagegen aufgrund ihrer Schneeunsicherheit nicht mehr gespurt werden. Ein weiterer Ausschlag für diese Entscheidung gaben die Probleme bei der Präparierung: Die Staatsstraße, die das Gebiet trennt, könne nicht mit einer schweren Pistenwalze gequert werden, so Joas.

Diese beiden Runden werden zudem durch ihre Lage stark von Witterungseinflüssen, hier vor allem Wind, geprägt. Manche Streckenabschnitte seien immer wieder schneefrei. Erschwert werden die Streckenführungen auch durch die mehrfache Querung von Gemeindestraßen.

Qualität vor Quantität

Joas schlug vor, stattdessen die Winterwanderwege in diesem Bereich besser zu räumen und auszuschildern.

 Ausgangspunkt für die Winterwanderwege ist hier der Parkplatz bei der Rindegger Tanne. Sie führen in mehreren Varianten zu und um die beiden Seen Attlesee und Kögelweiher. „Bisher haben wir um die 40 Kilometer Loipen. Nach der Änderung sind es nur noch um die 20 Kilometer. Aber es zählt hier nicht die Quantität sondern die Qualität“, stellte der Leiter der Tourist Info fest. Der Aufwand, der bisher betrieben wurde, stehe in keinem Verhältnis zu den befahrbaren Kilometern.

„Wir müssen‘s verkleinern, aber dafür gut machen“, so das Fazit des Bürgermeisters Franz Erhart nach der Vorstellung von Touristikchef Joas und der Diskussion im Gremium. Die Räte stimmten den geplanten Änderungen ohne Vorbehalt zu.

Herbert Hoellisch

Meistgelesene Artikel

Vermisste tot aufgefunden

Füssen - Die seit dem 29. November vermisste 76-jährige Frau ist tot. Ein Spaziergänger fand die Leiche der Frau am Samstagvormittag in einem Wald …
Vermisste tot aufgefunden

Soldatenglück und Gottes Segen

Schwangau – Für rund 200 Soldaten des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus der Füssener Allgäu-Kaserne dürfte die Zeit des Frierens in wenigen Tagen …
Soldatenglück und Gottes Segen

KU braucht neuen Klinik-Chef

Kaufbeuren/Ostallgäu – Dr. Philipp Ostwald, Chef der Ostallgäuer Krankenhäuser, wird seinen Vertrag mit dem Kommunalunternehmen (KU) nicht …
KU braucht neuen Klinik-Chef

Kommentare