Stadträte diskutieren über die Zukunft des Mitterseebads

Noch ist nichts vom Tisch

Idyllisch liegt der Mittersee in Bad Faulenbach. Die Badeanstalt ist allerdings marode. Foto: Knoll

Füssen – Wie es mit dem Mitterseebad weitergehen soll, darüber hat der Stadtrat am Dienstag diskutiert. Zu einer Lösung kam er aber noch nicht. Erst wolle man die genauen Kosten erfahren. Und zwar sowohl für eine langfristige Sanierung des Bades als auch für eine Alternativlösung.

Eine Woge der Entrüstung ist in den vergangenen Wochen durch Füssen geschwappt und hat sich verselbstständigt: Eine Oase der Einheimischen soll zugunsten eines Parks für Touristen weichen– so die Vorwürfe. Die Gerüchte gingen sogar soweit, dass von einer Zuschüttung des Mittersees die Rede war. Im Zentrum der Entrüstung: Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier. 

Ein Badeplatz für alle 

Mit diesen Spekulationen wollte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung aufräumen. Und stellte klar: Fredlmeier hat nur seinen Job gemacht. Denn parallel zur Stadtverwaltung und einer Arbeitsgruppe sollte er lediglich Überlegungen anstellen, was man aus dem Areal machen könnte, falls die Badeanstalt aufgelöst werden sollte. 

„FTM (Füssen Tourismus und Marketing – Anmerk. d. Red.) ist nicht der Stadtbaumeister“, so Fredlmeier. „Wir reagieren, wenn ein Auftrag erteilt wird.“ Und den hat der Stadtrat vor rund 1,5 Jahren erteilt. Deshalb habe sich FTM überlegt, wie man den See in ein gesundheitstouristisches Gesamtkonzept nach Kneipp eingliedern könnte. Seine Idee: Einen barrierefreien Weg um den See zu schaffen, eine Aussichtsplattform zu installieren und einen Liegesteeg sowie Bademöglichkeiten einzurichten. „Das Baden wird weiterhin möglich sein“, betonte Füssens Tourismusdirektor. Und zwar für Touristen und Einheimische. Nur eben ohne Anstalt und Bademeister. „Die Umkleide und die Gastronomie spielten für uns nie eine Rolle“, so der Tourismusdirektor. Doch auch andere Ideen wären hier denkbar. „Wir könnten versuchen Förderungen zu beantragen. Dafür brauchts aber konkrete Beschlüsse“, so der Tourismusdirektor. 

Mit diesem Vorschlag konnte sich Andreas Ullrich (FW) nicht anfreunden. Mit einem Rundweg um den Mittersee falle die Ruhe für die Badenden weg, kritisierte er. Doch so einfach wollte Lothar Schaffrath (SPD) die Idee nicht zu den Akten legen. „Wenn wir Geld für Fredlmeiers Vorschlag kriegen würden, sollten wir auf jeden Fall überlegen, ob das sinnvoll ist“, meinte er. Die Stadt könnte dann ihr Geld für die Sanierung der Gastronomie und Umkleiden verwenden. 

Jürgen Doser (FW), Dr. Martin Metzger (BFF) und Jörg Umkehrer (Grüne) wollten dagegen die Entrüstung vieler Bürger nicht ungehört verhallen lassen. Seit 2001 sei viel für die Bürger abgebaut und für die Touristen aufgebaut worden, so Metzger. „Es ist ganz klar herausgekommen, dass es dem Bürger an dieser Stelle stinkt.“ Zudem erzeuge das Mitterseebad ein Heimatgefühl, sagte Umkehrer. Und viele dieser Orte seien in der Vergangenheit verloren gegangen. Deshalb sollte man nicht nur auf die Bausumme schauen, sondern auch nach alternativen Wegen suchen das Mitterseebad zu erhalten. „Dieses Bad ist den Füssenern wichtig“, meinte auch Doser. In den vergangenen Jahrzehnten seien die Liegenschaften der Stadt stark vernachlässigt worden. Und auch wenn er stets für wirtschaftliches Agieren sei. „Wir haben Oasen, für die wir vielleicht Investitionen in die Hand nehmen müssen, für die vielleicht keine Rendite herauskommt“, so Doser, was ihm den Applaus der zahlreichen Zuhörer einbrachte. 

Investitionen am Obersee 

„Da gebe ich Ihnen absolut recht“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). In den vergangenen Jahrzehnten seien viele Liegenschaften der Stadt vernachlässigt worden. Dazu gehöre beispielsweise auch der Soziale Wohnungsbau. Deshalb sei die Stadt gerade dabei das Oberseebad herzurichten. „Das geht sauber ins Geld“, hatte Iacob vor Ort erklärt. Und die Sanierung wird die Stadt wohl noch zwei Jahre beschäftigen. Neben der Terrasse müssen die Toiletten repariert werden. Die sind „in einem schändlichen Zustand“, so der Rathauschef. 

Beim Mittersee habe man die Problematik ebenfalls erkannt und wolle auch hier vorankommen, sagte Iacob. Für eine nachhaltige Sanierung müsse man allerdings wissen, welche Schritte nötig seien und was das kostet. Der Meinung war auch die Mehrheit der Stadträte. Außer Ullrich stimmten alle dafür konkrete Fakten sowohl für die Sanierung als auch für die Alternativlösung von FTM einzuholen. Dabei sollen auch Förderungsmöglichkeiten ausge-lotet werden. Diese Fakten sollen bis zur Dezembersitzung des Stadtrates vorliegen. 

Abschließend appellierte Dr. Anni Derday (FW) noch dafür, der Betreiberin des Bads zu vermitteln, dass sie so weiterarbeiten könne, wie sie möchte. Der Pachtvertrag laufe noch bis zum Ende der Saison 2016, sagte Iacob. Das habe man einvernehmlich so besprochen. Katharina Knoll

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