Erste Fahrradstraße in Füssen frei gegeben

Kritik zur Eröffnung

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Heinz Hipp (Mitte) kritisiert die zögerliche Umsetzung der Fahrradstraße.

Füssen – Mit der Eröffnung der ersten Füssener Fahrradstraße am Dienstagnachmittag betritt die Stadt Füssen in der Mariahilfer Straße im Füssener Westen Neuland. Prompt gab es Kritik von Stadträten und Anwohnern.

Bei der Vorstellung der Fahrradstraße vor Ort betonte Bürgermeister Paul Iacob (SPD), dass man damit dem Wunsch des „Arbeitskreis Rad“ (AK) im Stadtrat nachgekommen ist (der Kreisbote berichtete).

Man wolle damit nicht nur die Sicherheit für Radfahrer erhöhen, sondern auch dazu animieren mit dem Rad Zeit sparender und sicherer in die Stadt zu kommen. Ob diese Einrichtung – sie ist zunächst für ein Jahr zur Probe eingerichtet – funktioniert bzw. Sinn macht, werde sich zeigen.

CSU-Stadtrat Heinz Hipp als Mitglieder des AK bemängelte die schleppende Umsetzung der Vorschläge, denn bereits vor vier Jahren sei man hier tätig gewesen und immer habe es geheißen: „Geht nicht“. In der Diskussion sagte er: „In München gibt es 50 Radstraßen und dies funktioniere problemlos. Die Radfahrer haben zwar Vorrang, aber nicht Vorfahrt“.

Frustriert meinte er, was woanders funktioniert – warum nicht in Füssen? „Wir sollten den Radltrend nicht verschlafen“ empfahl er.

Iacob weist Kritik zurück

Sein Stadtratskollege Dr. Martin Metzger (BfF), ebenfalls im AK Rad, monierte zusammen mit SPD-Fraktionschef Lothar Schaffrath, dass bisher auf eine farbliche Markierung verzichtet worden sei. „So wie sich die Fahrradstraße derzeit präsentiert, ein Schild am Anfang und ein Schild am Ende, und ein paar Piktogramme auf den Boden, ist zu wenig“, ist ihre einhellige Meinung.

Auch Evi Vesenmayer als Vorsitzende des Vereins Füssen-West sprach sich für weitere Verbesserungen aus, denn es gehe in erster Linie darum, allgemein die Situation für Radfahrer und im besonderen den Schulweg für Kinder aus dem Westen sicherer zu machen. Diskutiert wurde auch, ob das Zwischenstück zwischen der jetzigen Fahrradstraße und der Anbindung an den bereits bestehenden Fuß- und Radweg in Richtung Innenstadt mit in die Regelung einbezogen werden soll.

Bürgermeister Iacob versprach, die Argumente zu prüfen. Er wies aber den Vorwurf von Dr. Metzger, dass Vorschläge des AK von der Verwaltung nur schleppend, ohne Einbezug des AK, und mangelhaft umgesetzt werden, zurück. Er vertraue auf die Einsicht der Rad- und Autofahrer sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, ein endgültiges Urteil könne erst nach dem angesetzten Probejahr abgegeben werden.

ed

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