Füssener Stadtbibliothek kommt prima an

Die Bibliothek im Kloster St. Mang wird gut angenommen. Foto: Archiv

Füssen – Die Stadtbibliothek wird in Füssen gut angenommen, das gab deren Leiterin Sabine Frey jetzt im Kulturausschuss an. Sie warnte jedoch davor, an der Bücherei weiter zu sparen. Überdurchschnittlichen Ausleihzahlen stehen schon jetzt unterdurchschnittliche Öffnungszeiten gegenüber.

134.000 Medien wurden im vergangenen Jahr aus der Bibliothek ausgeliehen, wie Frey aufzählte – ein neuer Rekord. Das Plus gegenüber 2011 beträgt damit 16.540 Ausleihungen oder 13,6 Prozent. Insgesamt sei der gesamte Bestand der Bibliothek 4,8 Mal ausgeliehen worden – in Bayern normal wären 3,6 Mal. Frey führte das auch auf die „sehr hohe Akzeptanz der Bibliothek in der Bevölkerung“ zurück. Die Altersgruppen seien homogen, es kommen Ältere wie Jüngere, jedoch verhältnismäßig wenig junge Erwachsene. Das liege vor allem daran, dass die 18- bis 25-jährigen nach dem Abitur oder der Ausbildung Füssen verließen. 

Auch zahlreiche Veranstaltungen fanden in der Bibliothek statt, unter anderem zehn Lesungen im Rahmen der „Lesezeit“ mit dem Diplom-Sprecher Martin Harbauer und sechs Lesungen, Vorträge und Konzerte in der Reihe „bittersüß“. Neu sei ein Angebot namens „Leselotte“, in der ehrenamtlich Erwachsene Kindern vorlesen. Die immense Aufgabenfülle des Bibliothekspersonals, das aus einer Vollzeit-, zwei Teilzeitkräften und einer Auszubildenden besteht, zählte Frey den Stadträten auf, auch um sie davon zu überzeugen, dass am Personal nicht weiter gespart werden kann. Denn neben den Ausleihungen und Rücknahmen müssen die Damen der Bücherei die Medien auch pflegen und wieder einordnen – im Schnitt 675 Medien pro Tag müssen zurück an ihre Plätze gestellt werden. 

Auch die Organisation der Veranstaltungen, das Bereitstellen der Magazine und Zeitungen und viele weitere Aufgaben hinter den Kulissen gehören dazu. Schon jetzt sei die Bibliothek nur 21 Stunden die Woche geöffnet, drei Stunden weniger als im bayerischen Durchschnitt, obwohl für die Nutzer längere Öffnungszeiten wünschenswert wären. Dazu kommt ein um 20 Prozent gekürzter Etat für 2013. 

„Dass weitere Einsparungen nötig sind, das kann man nach diesen Ausführungen nicht gelten lassen“, meinte auch Bürgermeister Paul Iacob. Brigitte Protschka (SPD) zeigte sich gar schockiert ob der 20-prozentigen Etat-Kürzung. Lob für Freys Arbeit gab es von allen Seiten, besondern überschwänglich aber von Klaus Keller (FW), der sagte: „Die Stadt kann stolz sein auf eine Mitarbeiterin, die so viel leistet“. 

Bald auch E-Books?

Eine weitere Neuerung kündigte Frey an: Im Verbund mit anderen Stadtbibliotheken sollen bald E-Books angeboten werden. Das nötige Startkapital für das Projekt beträgt rund 5000 Euro, Zuschüsse seien aber möglich. Wie Bürgermeister Iacob klarstellte, wird es heuer aber nicht mehr Geld für die Bücherei geben, erst im Haushalt für 2014, über den erstmals im Herbst beraten wird, kann wieder Geld eingestellt werden. ps

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