Die Jahre zwischen den Weltkriegen

Die beiden Altbürgermeister Siegfried Singer (links) und Helmut Wiesenegg (rechts), sowie die zweite Bürgermeisterin Elisabeth Schuster als Vertreterin der Gemeinde bekamen die ersten druckfrischen Exemplare vom Autor Dr. Richard Lipp (2.v.l.) und dem Museumsobmann Ernst Hornstein (2. von rechts) überreicht. Foto: ed

Reutte – Es war eine entbehrungsreiche Zeit – die 20 Jahre zwischen 1918 und 1938. In 16 Kapiteln auf über 400 Seiten hat der Reuttener Historiker Dr. phil. Richard Lipp über die „Schicksalsjahre zwischen den Weltkriegen" ein Buch verfasst. Das stellte Lipp kürzlich in der Bücherei Reutte vor.

Eindrucksvoll und ausführlich beschreibt das Buch die für die Bevölkerung nicht ganz einfache Zeit – nicht nur in der Marktgemeinde sondern auch über die Gemeindegrenzen hinaus. Dem Buch liegt Lipps Dissertation, die er 2004 an der Universität Innsbruck einreichte, zu Grunde. Unterstrichen werden die Texte durch eine reiche Bebilderung aus dem Nachlass des Fotografen Ludwig Reiter, der sich im Besitz der Marktgemeinde befindet. Im Anhang findet der Leser übersichtlich zusammengestellte Informationen, darunter unter anderem die Zusammensetzungen der Gemeinderäte, Wahlergebnisse und die Entwicklung der Gewerbe- und Handelsbetriebe in diesen beiden Jahrzehnten.

Im Buch finden sachpolitische Themen wie die Einweihung der neuen Lechbrücke zwischen Reutte und Lechaschau 1927 ebenso Erwähnung, wie der wirtschaftliche Um- und Aufbruch in diesen Jahren oder die Gründung des Metallwerks Plansee 1922. Interessant auch die Geschichte um das Krankenhaus Kreckelmoos, das 1926 eingeweiht wurde und wenigstens zum größten Teil die bis dahin mangelhafte medizinische Versorgung sicherstellte. 

Das Buch endet mit dem Kapitel „Von Österreich zum Großdeutschen Reich“. Das befasst sich mit dem Jahr 1938, in dem auch in Reutte die verhängnisvollen Jahre eingeläutet wurden. „Dieses Buch räumt über eine Zeitspanne, über die sich in Österreich die Geschichtsschreibung lange bedeckt hielt, wenigstens in Teilen mit bisher kursierenden Vermutungen und Fehlinterpretationen auf", stellte Dr. Lipp bei dessen Präsentation in der Bücherei Reutte fest. Das Buch ist als Edition des Museumsvereins des Bezirks Reutte mit dem Titel „Reutte von 1918 bis 1938" erschienen. Es ist im Museumsshop oder im heimischen Buchhandel erhältlich. ed

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